VG Kaisersesch geht seit 2017 neue Wege – Wohnstandorte in den Gemeinden stärken
Sanierung soll die Dörfer wieder fit machen
Binningen. Interessante Informationen und viele gute Ideen präsentierte die Verbandsgemeinde Kaisersesch zusammen mit dem Experten von „Kernplan“ im Rahmen einer Informationsveranstaltung zum Thema Sanierung. Bürger und kommunale Vertreter waren in der Rosenthalhalle zusammengekommen, um von Diplom-Ingenieur Hugo Kern aus Illingen/Saar und Jan Lampen von der Verbandsgemeinde Kaisersesch Infos aus erster Hand zum Thema Haussanierung und damit verbundenen Steuerentlastungen zu erfahren.
Ortsbürgermeister Günter Urwer begrüßte die Zuhörer, darunter Bürgermeister Albert Jung und führte mit kurzen Worten in die Thematik ein. Er lobte die Initiative und verwies darauf, dass diese Bemühungen für die meisten Gemeinden der VG Kaisersesch ein Segen sei. „Unser erklärtes Ziel ist es, die Dörfer der Verbandsgemeinde wieder attraktiver und fit für die Zukunft zu machen“, ergänzte Bürgermeister Albert Jung. Er berichtete weiter, dass neben Binningen das Projekt auch in 20 weiteren Ortsgemeinden (Brachtendorf, Brieden, Brohl, Düngenheim, Eppenberg, Eulgem, Gamlen, Hambuch, Hauroth, Illerich, Kaifenheim, Kail, Kalenborn, Landkern, Laubach, Masburg, Möntenich, Roes, Urmersbach und Zettingen) umgesetzt wird und Sanierungsgebiete ausgewiesen sind oder werden. Gestartet wurde das Projekt im Jahr 2017. „Für die Ausweisung eines Sanierungsgebiets sind mehrere Gemeinderatsbeschlüsse zu fassen. Nicht alle Orte habe diese bereits gefasst. In den Ortsgemeinden Binningen, Brieden, Kail und Möntenich sind die Satzungen bereits in Kraft getreten“, so Albert Jung. „Viele Ortschaften der VG befinden sich aber in der finalen Phase der Beschlussfassung, sodass weitere Satzungen in Kürze veröffentlicht werden.“
Ziele der Dorfsanierung
Hugo Kern stellte zunächst die Ziele der Dorfsanierung vor und bestätigte ebenfalls, dass durch diese Initiative vielerorts schon die Wohnstandorte gestärkt und gerade in alter Bausubstanz für die nächsten 20 bis 40 Jahre gesichert werde. Der Fachmann zeigte den Weg vom Antrag über die entsprechenden Bescheinigungen bis hin zu den Möglichkeiten, wie man Sanierungsmaßnahmen steuerlich absetzen und geltend machen kann. Jan Lampen von der Bauabteilung erklärte anschließend, welche Maßnahmen gefördert werden und verwies darauf, dass Sanierungen bis 20 000 Euro von keinem Sanierungsberater begutachtet werden müssten. Energetische Sanierung, barrierefreies Wohnen, neue Fenster, neue Heizungsanlagen oder Schallisolierungen sind bei einem ausgewiesenen Sanierungsgebiet – etwa in Ortskernen - durchaus förderungswürdig. Dennoch sei es vor Baubeginn dringend geboten, das Vorhaben mit der Ortsgemeinde abzustimmen und mit der Bauabteilung der VG abzusprechen. „Die Planungen können vorher laufen, aber es darf kein Baubeginn vor Inkrafttreten der Satzung erfolgen“, warnte Lampen bei der Info-Veranstaltung. „Sonst kann keine steuerliche Abschreibung erfolgen, vor allem müssen Rechnungen und Belege im Zusammenhang mit der jeweiligen Sanierungsmaßnahme in jedem Fall später beim Finanzamt vorgelegt werden.“ Konkrete Fragen zu Bauvorhaben und gesetzlichen Vorgaben bildeten den Abschluss der etwa einstündigen Infoveranstaltung, wobei der Schwerpunkt naturgemäß auf den Themen Förderung und Zuschüsse lag. Günter Urwer schloss die Veranstaltung, indem er die Binninger aufrief, rege von den Angeboten Gebrauch zu machen „für ein modernes Dorf der Zukunft“. TT
Diplom-Ingenieur Hug Kern informierte zum Thema Sanierungsgebiete in der VG Kaisersesch.
Jan Lampen von der Bauabteilung der VG gab Informationen über gesetzliche Vorgaben und Bestimmungen bei Sanierungsmaßnahmen.
