Politik | 24.11.2020

68. „CDU im Dialog“-Abend informierte über Folgen durch den Bahnunfall in Lahnstein

Scharfe Kritik am Krisenmanagement der Bahn

Lahnstein. Um den Bahnunfall in Lahnstein und seine Folgen für die Umwelt ging es bei der „CDU im Dialog“-Veranstaltung, die die CDU Rhein-Lahn als Videokonferenz durchführte. MdL Matthias Lammert, der Kreis- und Fraktionsvorsitzende der CDU Rhein-Lahn, und seine Stellvertreter Günter Groß und Jens Güllering hatten eingeladen. Sie begrüßten 30 Zuhörer und als Referenten den Lahnsteiner Oberbürgermeister Peter Labonte und Willi Pusch, Vorsitzender der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn.

Matthias Lammert erinnerte an den Unfall: Am 30. August war in Niederlahnstein ein Güterzug entgleist. Dabei kippten sieben Kesselwagen, die mit Diesel beladen waren, um. Rund 180.000 Liter Diesel liefen laut einem aktuellen Gutachten ins Erdreich. „Zuvor war nur von 100.000 Litern die Rede gewesen“, kritisierte Lammert. Moderator Günter Groß stellte dazu viele Fragen an die Referenten.

Dabei kritisierte Oberbürgermeister Labonte die Informationspolitik der DB: Erst jetzt wisse man, dass viel mehr Diesel ins Erdreich geflossen sei, als ursprünglich behauptet. „Diese Erkenntnis kam erst, nachdem auf 2.400 Quadratmetern 19.000 Tonnen Erde und Gestein ausgetauscht wurde“, so Labonte. Um die Standfestigkeit der Oberleitungsmasten zu sichern, sei der Kraftstoff nicht komplett entfernt worden. „Unser Ziel muss es sein, den Kraftstoff dauerhaft zu entfernen“, betonte er.

Willi Pusch kämpft seit Jahren für ein leiseres Mittelrheintal. Er berichtete: „Der Zug mit Gefahrstoffgütern war zu schnell, ist mit 60 km/h statt der vorgeschriebenen 40 km/h in Niederlahnstein eingefahren und hat noch eine sogenannte Entrostungsfahrt durchgeführt.“ Dabei werden mehrere Weichen umgestellt, damit der Zug über Umwege in den Bahnhof fährt. Der Zugführer habe die Signale nicht richtig erkannt – außerdem stelle sich die Frage, warum mit Gefahrstoffgütern solche Manöver gefahren werden, so Pusch.

Weil die Bahn bis zu sieben Jahre für die Sanierung plant, hat die bundesweite Lärmgegnervereinigung Strafanzeige gegen die DB gestellt. Willi Pusch unterstrich: „Der Unfall zeigt einmal mehr, dass wir eine Ausweichstrecke für das Mittelrheintal benötigen. Der Güterverkehr muss dauerhaft aus dem Mittelrheintal verbannt werden.“

Pusch und Labonte kommentierten in der Fragerunde das Sanierungskonzept der Bahn: Dabei hat die DB die kostengünstigste Variante gewählt. Deshalb habe man wohl schnell die Baugrube verfüllt, vermuteten die Referenten. Sanierungsbrunnen sollen für die hydraulische Sicherung des Schadens sorgen. Dort wird dauerhaft Grundwasser entnommen, das über eine Wasseraufbereitungsanlage wieder zugeführt wird. Viele Zuhörer hatten Bedenken: Anwohner berichteten über starken Dieselgeruch an einem Bohrloch.

Landtagskandidat Udo Rau (CDU) dankte den Referenten für ihre Informationen über „einen Unfall, der sich hoffentlich nicht zu einer Umweltkatastrophe auswächst“. Udo Rau verwies auf Fakten, die die vom Rhein-Lahn-Kreis beauftragten Gutachter gerade erst mitgeteilt hatten. So sei nicht sicher, ob Diesel im Grundwasser angekommen ist. „Es gilt, alles zu tun, um das zu verhindern“, so Rau. Der Bohrfortschritt sei wegen großer Gerölle dabei schwieriger als geplant. Rau und Lammert versprachen: „Die CDU-Kreistagsfraktion bleibt an diesem Thema dran!“

Die nächste „CDU im Dialog“-Veranstaltung findet am 14. Dezember statt. Sollte keine Präsenzveranstaltung möglich sein, bieten die Christdemokraten wieder eine Videokonferenz an.

Pressemitteilung

CDU-Kreisverband Rhein-Lahn

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