SPD Fraktion Swisttal
"Schul-Sozialarbeiter müssen weiterarbeiten können"
Jugendamt stellt besorgniserregende Zahlen für Swisttal vor
Swisttal. In der letzten Sitzung des Jugend-, Senioren-, Kultur- und Sozialausschuss stellten Vertreterinnen des Kreisjugendamtes im Bericht zur Situation der Jugendlichen die Fallzahlen für die Gemeinde Swisttal vor. Diese zeigen an, wie oft das Jugendamt mit unterschiedlichen Maßnahmen zur Erziehung eingreifen muss. „Die präsentierten Zahlen sind besorgniserregend und zeigen, dass Swisttal keine Insel der Glückseligen mehr ist. Stattdessen müssen wir die Entwicklung genau im Blick behalten und Maßnahmen zum Gegensteuern veranlassen. Ganz wichtig ist es, dass der Bund die arbeitenden Schul-Sozialarbeiter weiter finanziert“, fasst Tobias Leuning, Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss zusammen. Das Kreisjugendamt erklärt, dass die Gemeinde die dritthöchsten Fallzahlen in ihrer Zuständigkeit habe. Sie seien von 2010 bis 2012 um 5,2 Prozent gestiegen. Die Zunahme beruhe gleichermaßen auf Zuzug wie auf einem Abrutschen alteingesessener Familien und kann nicht auf bestimmte Bevölkerungsgruppen reduziert werden. Der Ausschuss war sich darin einig, dass es für diese Steigerungen unterschiedlichste Gründe gebe, gesellschaftliche aber auch regionale. So gehe die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinander. Die Bindung Jugendlicher in Vereinen schwinde. Außerdem habe die Sensibilität der Bevölkerung für familiäre Probleme zugenommen. „Wir können im Rhein-Sieg-Kreis einen weiteren Trend feststellen: die Verlagerung bisher ausschließlich städtischer Probleme in ländlichere Regionen. Ein Grund dafür ist die Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus in den Ballungsräumen. Familien mit geringen Einkommen finden bezahlbaren Wohnraum nur noch im Umland“, erklärt die Vorsitzende des Ausschusses Susanne Sicher, die auch Kreistagsmitglied der SPD ist. Die Swisttaler SPD-Fraktion wird die Entwicklung genau im Auge behalten und Maßnahmen unterstützen, die dieser entgegenwirken. Leuning forderte im Ausschuss eine bessere Unterstützung der Gemeinde für den Kinder- und Jugendring. Dort gebe es ungelöste Raum- und Personalprobleme, bei denen die Verwaltung helfen müsse. Dringend fordert die SPD-Fraktion eine Weiterbeschäftigung der beiden in Swisttal arbeitenden Schul-Sozialarbeiter. Die Bundesförderung für die Schul-Sozialarbeiter, die die SPD 2011 im Bundesrat der Bundesregierung abgerungen hat, läuft Ende des Jahres aus. „Der Bund muss eine Anschlussfinanzierung für die präventive Schul-Sozialarbeit sicherstellen. Die Gemeinden können die Kosten nicht übernehmen und es wäre ein Katastrophe, wenn die Arbeit jetzt enden müsste“, so Leuning. Die SPD-Bundestagskandidatin Bettina Bähr-Losse habe ihm zugesichert sich dafür einzusetzen und angekündigt, dass die SPD-Bundestagsfraktion einen entsprechenden Antrag stellen werde. Pressemitteilung der
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