Politik | 27.07.2021

Sondersitzung des Gemeinderates:

Solidarität über die Gemeindegrenze hinaus

Grafschaft. „Es sind gute und richtige Entscheidungen, die der Rat in seiner Dringlichkeitssitzung getroffen hat. Wir zeigen in dieser Ausnahmesituation unser Mitgefühl mit unseren viel schwerer betroffenen Nachbarn und beweisen nachdrücklich unsere Solidarität, ohne die Schäden der Grafschafter zu vernachlässigen. Wir als Grafschafter wollen im Angesicht der verheerenden Schäden in und außerhalb unseres Landkreises unsere eigene Situation nicht besonders hervorheben. Das ist auch nicht angebracht, denn wir sind im Vergleich zu 2010, 2013 und 2016 mit einem blauen Auge davongekommen“, so Udo Klein für die SPD Grafschaft.

„Daher begrüßen wir ausdrücklich die gestrige Entscheidung des Gemeinderates, kein eigenes Grafschafter Spendenkonto einzurichten. Wir rufen dazu auf, auf die bereits eingerichteten Spendenkonten für alle Überflutungsopfer einzuzahlen“, so Ratsmitglied Dr. Dieter Bornschlegl.

Nach dem gemeinsamen Beschluss aller Fraktionen werden die Schäden der Grafschafter Bürgerinnen und Bürger nach dem Vorbild des Modells aus dem Jahr 2016 ausgleichen. Hierfür werden im Haushalt 200.000 Euro bereitgestellt. „Bei dem Starkregenereignis 2016 haben wir mit unserem Schadensausgleichmodell gute Erfahrungen gemacht. Wir gehen davon aus, dass so auch dieses Mal den Grafschafter Geschädigten angemessen geholfen werden kann“, so SPD-Ratsmitglied Hans-Peter Moog.

Die Maßnahmen beinhalten ein Sofort-Handgeld von 200 Euro je im Haushalt lebender Person für Bekleidung und weitere Dinge des täglichen Bedarfs. Die Auszahlung erfolgt über die jeweiligen Ortsvorsteher. Weiterhin erhalten betroffene Bürgerinnen und Bürger, die keinen Versicherungsschutz haben, für Hausratsschäden in Wohnräumen eine Hilfeleistung. Diese richtet sich nach der Höhe der Schäden, analog der Leistungen aus dem Jahr 2016. Die genauen Regelungen werden noch veröffentlicht. Zudem arbeitet die Gemeinde daran, Bautrockner zu besorgen, die dann kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

„Wie kann die Gemeinde Grafschaft sinnvoll ihre Solidarität mit ihren Nachbargemeinden zeigen und in dieser absoluten Ausnahmesituation schnell und effektiv helfen? Das ist im Augenblick die entscheidende Frage“, so SPD Fraktionsvorsitzender Hubert Münch. „Wir müssen zügig auf die zerstörte Infrastruktur im Kreis reagieren. Deshalb war es gut, dass der Rat in großer Gemeinsamkeit den Vorschlag von Bürgermeister Juchem aufgegriffen hat, schnellstmöglich in der Grafschaft eine Kindertagesstätte in Modulbauweise zu errichten. Damit unterstützen wir unsere Nachbargemeinden, deren Einrichtungen größtenteils nicht mehr benutzt werden können. Hierfür haben wir zunächst eine Million Euro veranschlagt. Details wird die Verwaltung mit den zuständigen Behörden schnellstens abstimmen“, so SPD Fraktionsvorsitzender Hubert Münch.

„Es ist richtig, dass wir in dieser Katastrophe den Schwächsten, den Kindern und ihren Familien, schnellstens dabei helfen, wieder einen geregeltes Betreuungsangebot nutzen zu können“, so abschließend Udo Klein.

Udo Klein,

Vorsitzender SPD Grafschaft

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