Politik | 10.07.2019

Neuwieder Kinder- und Jugendbüro: Sechs Schüler erlebten ein ereignisreiches halbes Jahr

„Sozial engagierte Jungs“ ausgezeichnet

Ivan Haj Amin, Daniel Nwokocha, Lukas Rieken, Felix Würtz, Johannes Hachemer und Mick Atzrodt haben in den letzten sechs Monaten viele neue Erfahrungen gemacht.Foto: privat

Neuwied. Soziales Engagement hat einen hohen Stellenwert, doch fast überwiegend sind die dazugehörigen Berufsfelder reine Frauensache. Mit dem Projekt „Sozial engagierte Jungs“ möchte das Neuwieder Kinder- und Jugendbüro (KiJub) männliche Teenager für diese Berufszweige begeistern und zeigen, dass auch hier Karrieren möglich sind. Ob das im Jahr 2018/2019 geklappt hat, verrieten die sechs Jungs in einer kleinen Feierstunde dem Bürgermeister der Stadt Neuwied, Michael Mang. Ivan Haj Amin, Daniel Nwokocha, Lukas Rieken, Felix Würtz, Johannes Hachemer und Mick Atzrodt haben in den letzten sechs Monaten viele neue Erfahrungen gemacht. Vier Stunden pro Woche kümmerten sich die Jungs um Kinder in betreuenden Grundschulen und Kindertagesstätten, halfen bei Hausaufgaben, unterstützten die Erzieher, kochten und spielten gemeinsam. Anfänglich war die Rolle für die 15- und 16-Jährigen ungewohnt, doch mit dem wachsenden Respekt ihrer Schützlinge gewannen sie immer mehr Sicherheit und Spaß an der Sache. Für einen der sechs, Daniel Nwokocha, war das Projekt eine besondere Herausforderung. Als Daniel an der Sonnenlandschule anfing, sprach er selbst kaum deutsch. Durch sein Engagement und seine fröhliche Art konnte er die Kinder für sich gewinnen. Im Gegenzug brachten ihm seine Zöglinge spielerisch die Sprache bei. Aber nicht nur auf Daniel freuten sich die Kinder, sondern auf jeden einzelnen der „Sozial Engagierten Jungs“. Denn noch immer sind männliche Bezugspersonen in sozialen Berufen eher die Ausnahme, wie Bürgermeister Michael Mang augenzwinkernd verdeutlichte: „Wir konnten jetzt im Bereich der Kindertagesstätten endlich nach der Verdopplung nochmal steigern. Somit sind derzeit von den rund 125 Erzieherstellen drei durch Männer besetzt.“ Umso wichtiger ist das Projekt „Sozial Engagierte Jungs“, das in ganz Rheinland-Pfalz nur noch an vier Standorten stattfand. Dabei sind Altenahr und Neuwied die einzigen, die das Projekt neun Mal in Folge durchführten. Sowohl der Einblick in soziale Berufe als auch die erworbene Sozialkompetenz bringt den Jugendlichen bei späteren Bewerbungen einen entscheidenden Vorteil. Damit die Teenager diesen auch ausnutzen können, erhielten sie vom Bürgermeister Michael Mang eine Urkunde der Stadt Neuwied.

Nicht nur die Jungs selbst sind stolz auf das Geleistete und einige können sich auch vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten, sondern auch ihre Betreuerinnen in den Einrichtungen fanden nur lobende Worte. Wie auch Jonas Kern vom Kinder- und Jugendbüro, der die sechs das halbe Jahr betreute und sich in regelmäßigen Gruppentreffen mit den Teenagern austauschte. Für ihn war das allerdings nach mehreren Durchläufen zunächst der letzte, ab der kommenden Runde ist Nils Kaminski der Ansprechpartner. „Ich freue mich, dass nach Jonas Kern, der dieses Projekt mehrere Jahre begleitet hat, weiterhin eine männlich Fachkraft dieses jungenspezifische Projekt betreut“, führt Michael Mang aus. „Ich möchte aber auch der Sparda Bank Südwest danken. Sie unterstützen die ,Sozial Engagierten Jungs´ bereits seit Jahren und haben in diesem Jahr das Projekt mit 1500 Euro gefördert.“ Nur durch diese Mithilfe ist es möglich, den Jungs ihr Ehrenamt mit einem kleinen Taschengeld attraktiver zu machen. Für das nächste Jahr ist die Bewerbungsphase gerade gestartet. Wer also Lust hat in seiner Freizeit Erfahrungen im sozialen Bereich zu sammeln, dafür ein kleines Taschengeld zu bekommen und sich mit den anderen Teilnehmern regelmäßig auszutauschen, kann seine Chance bis zum 11. Oktober ergreifen. Mitmachen können Jungs ab 14 Jahren.

Weitere Informationen bei Nils Kaminski im Jugendzentrum Big House, Tel.: (0 26 31) 80 27 32, jugendzentrum@neuwied.de.

Pressemitteilung

der Stadt Neuwied

Ivan Haj Amin, Daniel Nwokocha, Lukas Rieken, Felix Würtz, Johannes Hachemer und Mick Atzrodt haben in den letzten sechs Monaten viele neue Erfahrungen gemacht.Foto: privat

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