Politik | 25.07.2023

Unter dem Motto „Marko kann MYK“ will der 47-jährige Nickenicher 2024 neuer Chef im Kreishaus werden

Sozialdemokraten nominieren Marko Boos als Landratskandidaten

Dirk Meid, Maximilian Mumm, Faisal El Kasmi, Sebastian Busch, Marko Boos, Marc Ruland, Dr. Alexander Wilhem und Karin Küsel (v.l.).

Nickenich. Marko Boos soll neuer Landrat werden – zumindest, wenn es nach dem Willen des SPD-Kreisvorstandes geht. Ihren einstimmig nominierten Kandidaten präsentierten die Sozialdemokraten am 24. Juli auf der Pressekonferenz in der Nickenicher Kulturscheune. Aber wer ist der Anwärter, der Dr. Alexander Saftig beerben und 2024 neuer Chef im Kreishaus werden will?

Der 47-jährige Winzersohn ist im elterlichen Betrieb an der Mosel aufgewachsen und wohnt mit seiner Frau und vier Kindern zwischen acht und 15 Jahren in Nickenich. Als Direktor und Geschäftsführer des Jugendhilfezentrums Bernardshof in Mayen ist er seit 2020 für rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für rund 200 Kinder und Jugendliche verantwortlich. Marko Boos verfüge nicht nur über Kompetenz und Führungserfahrung, sondern habe die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, beschreibt Marc Ruland, Kreisvorsitzender, den Kandidaten. Was ihn auszeichne seien zudem Authentizität, Kreativität und Bürgernähe. „Er hat Haltung, packt an, hat Kondition und einen wertschätzenden Umgangston. Marko Boos ist kein Aalglatter und keiner, der aufgeplustert ist, sondern ein Mensch wie du und ich“, so Ruland weiter. Denn Politik werde von Menschen für Menschen gemacht.

Der Diplom-Sozialarbeiter arbeitet seit 16 Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe und ist auch politisch kein unbeschriebenes Blatt. 2007 trat Boos in die SPD ein, hatte den Vorsitz des SPD Ortsvereins Nickenich inne und gestaltete von 2009 bis 2019 die örtliche Politik als Mitglied im Gemeinderat Pellenz mit. 2019 habe er nicht mehr für den Gemeinderat kandidiert, um sich auf seine berufliche Weiterentwicklung konzentrieren zu können. Die Politik und insbesondere die politische Diskussion hätten ihn aber nie ganz losgelassen, so Boos. Die Themen, die ihn beschäftigten, betreffen die alltäglichen Probleme und Nöte von Nachbarn und Menschen in seinem Umfeld. Mitmenschen, die sich zum Beispiel über die Erreichbarkeit der Verbandsgemeinde oder Kreisverwaltung beschweren, sich fragen, warum der gelbe Sack nicht längst durch eine gelbe Tonne ersetzt wurde, oder keinen neuen Hausarzt finden, weil ihr langjähriger Arzt in Rente gegangen ist und kein Nachfolger gefunden wurde. Oder Menschen, die rund 40 Kilometer Fahrt in Kauf nehmen müssen, um einen Kinderarzt aufzusuchen. Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sei ein Riesenthema, für das er sich als neuer Landrat einsetzen wolle. Thematisch setzt Boos, der dafür bekannt ist, dass sein Büro immer offen steht, außerdem auf ein gutes Betriebsklima, Transparenz und einen wertschätzenden Führungsstil innerhalb der Kreisverwaltung, eine Stärkung des Katastrophenschutzes und der Feuerwehren, eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der Landwirtschaft sowie auf einen klimafreundlichen und nachhaltigen öffentlichen Personennahverkehr mit dem Einsatz kleinerer E-Busse in ländlichen Gebieten mit weniger Fahrgästen. „Denn die Menschen verstehen nicht, weshalb täglich im Stundentakt leere Doppeldeckerbusse an ihrer Haustür vorbeifahren, während wir über den Klimawandel diskutieren“, sagt Boos.

Die offizielle Nominierung Boos‘ durch die SPD-Basis soll im September auf der Mitgliederversammlung besiegelt werden. Hier kann der Kandidat auf einen breiten Rückhalt innerhalb der Ortsvereine bauen. Denn seit 2022 habe man intensive Gespräche geführt und ein umfangreiches Meinungsbild eingeholt, so Ruland. Auch anderen Parteien gegenüber hält der Kreisvorsitzende seine Hand ausgestreckt und wirbt bei FDP, Grünen und FWG für die Unterstützung des sozialdemokratischen Kandidaten.

Als Glücksbringer überreichte Marc Ruland Marko Boos (l.) die roten Kult-Sportschuhe, mit denen auch Bürgermeister Christoph Mohr seinen Wahlkampf erfolgreich bestritten hat.  Fotos: KLE

Als Glücksbringer überreichte Marc Ruland Marko Boos (l.) die roten Kult-Sportschuhe, mit denen auch Bürgermeister Christoph Mohr seinen Wahlkampf erfolgreich bestritten hat. Fotos: KLE

Dirk Meid, Maximilian Mumm, Faisal El Kasmi, Sebastian Busch, Marko Boos, Marc Ruland, Dr. Alexander Wilhem und Karin Küsel (v.l.).

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