Andernacher Stadtrat tagte
Stadt Andernach tritt Initiative gegen Bahnlärm bei
Andernach. Rund 500 Züge rauschen täglich durchs Mittelrheintal und somit auch durch Andernach. Die daraus resultierende Lärmbelästigung trifft besonders die Bewohner der Kernstadt und Namedy, deren Häuser und Gärten unmittelbar an der Bahnstrecke liegen. Dass der hohe Geräuschpegel so manch einem insbesondere im Sommer den Schlaf rauben kann, weiß FWG-Fraktionsvorsitzender Hartmut Dressel, aus eigener Erfahrung: „Die Rückseite unseres Grundstücks liegt unmittelbar an der Bahn. Es ist kaum möglich, nachts das Fenster zu öffnen, um etwas kühle Luft in die Wohnung zu lassen. Da muss zwingend etwas getan werden.“
Die Idee eine eigene Initiative zu gründen, hat die Stadt Andernach verworfen, da man alleine kaum etwas gegen die Lärmbelästigung durch die Bahn erreichen könne. Nach Gesprächen mit Rolf Papen, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V. hat sich Andernach dafür entschieden, der Initiative beizutreten. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Stadtrates einstimmig beschlossen.
CDU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Masberg erhofft sich dadurch mehr Druck auf die Verantwortlichen ausüben zu können. „Wir müssen die Verantwortlichen vom Schienenverkehr dazu bringen, dass das Leben an der Mittelrheinstrecke wieder lebenswert ist“, hofft er, dass sich die Arbeit der Initiative sich erfolgreich gestalten wird. Dabei müsse jedoch auch berücksichtigt werden, dass von der Bahn viele Arbeitsplätze abhängen.
Marc Ruland, SPD-Fraktionsvorsitzender hofft darauf, dass auch viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt der Initiative beitreten werden. Er begrüßt vor allem, das mit dem Beitritts Andernach, die Aktionslücke zwischen Bad Breisig und Weißenthurm nun geschlossen werde. Dennoch müsse laut Ruland über den Bau von Alternativtrassen dringend nachgedacht werden. „Wer an der Bahn lebt macht nachts kein Auge zu“, so Ruland.
Hartmut Dressel hält den Beitritt zur Initiative für längst überfällig. „Gerade in den vergangenen Jahren habe der Lärm zugenommen“, sagt Dressel, der nach Öffnung des Gotthardtunnels in der Schweiz einen weiteren Anstieg der Zugfrequenz befürchtet. „Wichtig ist es, sowohl parlamentarisch als auch außerparlamentarisch den Druck zu erhöhen.“
Auch Fraktionsvorsitzender der Grünen, Christoph Henrichsen, begrüßt das Andernach der Initiative beitritt. „Wir haben als Stadt alleine wenig Mittel gegen die Lärmbelästigung durch Bahn vorzugehen. Mit der Initiative können wir den Druck überregional erhöhen“.
