Mitgliederversammlung der CDU-Ortsverbände Bad Breisig und Brohl-Lützing

Stadtkämmerer Marcel Caspers nominiert

Nominierung zum Kandidaten für das Amt des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters

17.03.2020 - 09:08

Bad Breisig. Nachdem CDU-Chef Norbert Heidgen am Dienstag letzter Woche im Rheinhotel „Vier Jahreszeiten“ die Mitgliederversammlung eröffnet und die Teilnehmer begrüßt hatte, wurden die Tagesordnungspunkte schnell auf den Kopf gestellt.


Der parteilose Stadtkämmerer Marcel Caspers, der eigentlich laut Einladung als CDU-Kandidat für das Verbandsbürgermeisteramt zur Wahl stand, stellte sich den Mitgliedern nun aber als unabhängiger Kandidat vor. Als solcher ist Caspers jetzt verpflichtet, eine Liste von 80 Unterschriften vorzulegen. Dies ist offensichtlich eine Reaktion auf die Kritik des SPD-Vorsitzenden Sebastian Goerke, Marcel Caspers sei kein unabhängiger Kandidat, wenn er sich als CDU-Kandidat auf den Schild heben ließe. Damit hatte der Sozialdemokrat auf die „Schilderhebung“ angespielt, mit der keltische Stämme ihren Anführer bestimmten und die wir aus den Asterix-Heften kennen.

Durch diese Änderung und die Abstimmung zugunsten einer offenen Wahl per Handzeichen entfielen eine Reihe von Formalitäten. Der Kämmerer hielt seine Rede, die er fließend und an mehreren Punkten durch Beifall unterbrochen, vortrug. Er stellte sich, seinen beruflichen Werdegang und die Schwerpunkte vor, die er bei einem positiven Wahlausgang in seiner Tätigkeit als VG-Bürgermeister sieht: „Es ist mein Ziel, die vor uns liegenden großen Herausforderungen als unabhängiger und überparteilicher Kandidat sachorientiert anzugehen. Ich möchte alle Parteien um Unterstützung bitten und überparteilich für alle Generationen da sein“, erklärte der Kandidat.


Slogan: „Gemeinsam für alle“


In diesem Sinne trete er unter dem Slogan „Gemeinsam für alle“ an, den man in allen Veröffentlichungen wiederfinden werde, erklärte der 34-Jährige, der seit 2008 in Rheineck wohnt. Nach seiner Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten in der Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal wurde er in der Abteilung Finanzen eingesetzt. 2006 dann der Wechsel zur Verbandsgemeindeverwaltung Bad Breisig, Haushaltsplanung, seit Dezember 2017 Fachbereichsleiter und seit 2019 zusätzlich stellvertretender Büroleiter. Zwischenzeitlich absolvierte Caspers von 2010 bis 2019 die Zusatzausbildung zum Verwaltungsfachwirt in Koblenz. „Alle Haushaltspläne“, blickt der Kämmerer auf seine Tätigkeit zurück, „nämlich die von der Verbandsgemeinde und Stadt Bad Breisig und den Ortsgemeinden Brohl-Lützing, Gönnersdorf und Waldorf wurden von der Kreisverwaltung Ahrweiler genehmigt. Dies ist aufgrund der angespannten Finanzsituation nicht selbstverständlich“. Der Bereich „Finanzen“ sei ihm also sehr vertraut, resümiert Caspers. Er sei der Überzeugung, dass man eine Verwaltung nur führen könne, wenn man sie auch von innen heraus verstehe.


Kinder und Senioren


Den Zuzug junger Familien sieht Caspers als Chance für die Verbandsgemeinde, die man mit weiteren Kitaplätzen und sicherer Betreuung der Kinder in Kindergärten und Schulen sowie der Linderung der dortigen Personalsituation stützen müsse. Dazu gehöre auch die Grundschulerweiterung in Bad Breisig sowie die stetige Sanierung der Grundschule samt Turnhalle in Brohl. Unter dem Motto „Kinder planen ihren Ort“ sieht der Kämmerer und Familienvater auch eine Beteiligung der Kinder vor, z. B. was die Verbesserung der Spielplätze und anderer Einrichtungen und Angebote angeht. Das Motto „Gemeinsam für alle“ schließt auch die Senioren ein. Hier plant Caspers als bezahlbares, am Bedarf orientiertes Mobilitätsangebot den „Seniorenbus“, den man am Vortag per Telefon bestellt, und der „nach Hause kommt“, um Senioren zum Arzt oder zum Amt zu fahren. Benötigt würden ein barrierefreies Fahrzeug, dessen Anschaffung durch Firmen-Werbung unterstützt werden kann und ein bis zwei Fahrer. Spezielle Seniorenwegweiser, ein Seniorenbüro oder mehr Barrierefreiheit sind weitere Ideen.


Infrastruktur modernisieren und sichern


Die Digitalisierung und die Breitbandversorgung vorantreiben, will Caspers und so den Wirtschaftsstandort und die Möglichkeiten des Homeoffice verbessern. Es fällt das Stichwort 5G Region im Rahmen des Programms „Starke Kommune - starkes Land“. Auch in Bezug auf seine Pläne über den „Digitalpakt Schule“ hinaus Kinder bei der Digitalisierung zu begleiten, sieht Caspers einen Marathon vor sich.

Den günstigen Standort zwischen Bonn und Koblenz an der A61 will der Kandidat mit neuen Gewerbegebieten stärken, ohne dabei die bereits angesiedelten Gewerbebetriebe zu vergessen, neues Bauland anbieten, den günstigen Wohnraum nutzen, Bürgerinnen und Bürger aktiv beim Aufstellen des Haushalts beteiligen. Einsetzen will sich der Kandidat für die umweltfreundliche Energiegewinnung durch das 32 Grad warme Thermalwasser für ein Nahwärmenetz, mehr E-Mobilität schaffen, den Wald anders bewirtschaften und eine Stelle „Klimaschutzmanager“ schaffen. Den sanften Tourismus will Caspers fördern, z. B. den Rheinecker „Hoffungsstollen“ für Besucher öffnen und sich besonders für die Einbeziehung der Verbandsgemeinde in den UNESCO-Weltkulturerbe-Antrag „Nasser Limes“ einsetzen.


Kandidat einstimmig gewählt


In der Verwaltung soll es in Zukunft ein zentrales Bürgerberatungszentrum und Barrierefreiheit geben, das Onlinezugangsgesetz bis 2022 eingeführt sein.

Zu erreichen seien diese Maßnahmen mehr über Umstrukturierungen als über Mehrkosten. Vereine will der Kämmerer durch erweiterte und punktgenaue Koordination unterstützen und eine finanzielle Förderung am Beispiel Landkreis Ahrweiler einführen.

Welch unbezahlbarer Faktor das Ehrenamt ist, weiß der Feuerwehr-Wehrführer Bad Breisig selbst am besten. „All das Aufgezählte muss auch realistisch und durchführbar sein und das kann ich bestätigen“, schloss Caspers. Bei der Abstimmung zeigte sich ein eindeutiges Ergebnis, wurde Marcel Kaspers doch einstimmig als Kandidat bestätigt, wozu ihm Norbert Heidgen und der Vorsitzende der CDU-Brohl-Lützing, Günter Uhlmann herzlich gratulierten. Mit „Gemeinsam für alle“-Kandidat Marcel Caspers gegen SPD-“Vorwärtsmacher“ Sebastian Goerke im Ring schlägt nun der Gong zur nächsten Runde.

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