Stadtrat Rheinbach beschäftigt sich mit Verkehrssituation in Wormersdorf
Stadtverwaltung sieht keine Chance für eine Ortsumgehung von Wormersdorf
Autobahn A 61 übernimmt bereits diese Funktion für den überörtlichen Verkehr – Hohes Tempo und Lärmbelästigung waren ebenfalls Themen
Wormersdorf. Die Verkehrssituation in Wormersdorf war ein Thema bei der jüngsten Sitzung des Rheinbacher Stadtrates in der Stadthalle. Dabei beantwortete Bürgermeister Stefan Raetz (CDU) eine Bürgeranfrage, die sich mit der Ortsdurchfahrt befasste und nach Möglichkeiten fragte, wie eine Verkehrsentlastung in beide Richtungen erreicht werden könne. Vor allem der Bau einer Ortsumgehung wurde dabei erwogen.
Doch da machte Raetz wenig Hoffnung: „Bei der Ortsdurchfahrt Wormersdorf handelt es sich um eine Landesstraße mit mindestens regionaler Verkehrsbedeutung, die den überörtlichen Verkehr bündelt und zusammen mit den Bundesfernstraßen ein über das Gebiet eines Landkreises hinausgehendes zusammenhängendes Netz bildet.“ Sie stelle zudem als „U 29“ die Bedarfsumleitung für die A 61 zwischen dem Kreuz Meckenheim und der Anschlussstelle Rheinbach dar. Die starke Frequentierung trete vor allem bei Staus auf der A 61 auf, ansonsten übernehme die A 61 bereits die Funktion einer Ortsumgehung für den überörtlichen Verkehr, stellte Raetz klar. „Die Stadt Rheinbach sieht aktuell keine Möglichkeiten, bei der Landesregierung die Errichtung einer Ortsumgehung zu erreichen.“ Entsprechende Initiativen habe man nicht ergriffen, da diese völlig aussichtslos seien.
Durchfahrtsverbot ist Sache der Polizei
Die Kontrolle des geltenden Durchfahrtsverbots für Lastwagen obliege der Polizei, so Raetz weiter. Häufigere Kontrollen als bislang seien allerdings nicht möglich. Das gelte auch für die Geschwindigkeitskontrolle von Tempo 30 auf der Wormersdorfer Straße, für die die Polizei und der Rhein-Sieg-Kreis zuständig sein. Im vergangenen Jahr seien vier Kontrollen durchgeführt worden. Die Geschwindigkeiten lägen in einem moderaten Bereich, und es gibt derzeit keinerlei Unfälle. Allerdings werde beim nächsten Verkehrstermin mit Polizei und der Landesbetrieb Straßen NRW überprüft, ob die ehemalige Haltestelle auf der Höhe der Turnhalle künftig als Parkfläche ausgewiesen werden könne.
In der Tomberger Straße habe die Stadt jedoch im vergangenen Jahr Geschwindigkeitsmessungen mittels eines Radarmessgerätes durchgeführt und dabei festgestellt, dass im unteren Teilstück zu schnell gefahren wurde. Daraufhin habe der zuständige Ausschuss beschlossen, dort eine Parkregelung anzuordnen und den Einbau von „Berliner Kissen“ zu veranlassen, was in den nächsten vier Monaten umgesetzt werden solle.
Gefährliches Parken im Kurvenbereich
Kritisiert wird von den Bürgern weiter, dass im Bereich der Einmündung Ellig in die Wormersdorfer Straße ein Halteverbotsschild aufgestellt wurde. Das habe zur Folge, dass die Geschwindigkeit nicht mehr wie vorher wegen parkender Fahrzeuge reduziert werde. Auch hier konnte Raetz wenig tun: „Das Schild kann nicht entfernt werden. Durch das Parken im dortigen Kurvenbereich ist es zu vielen gefährlichen Situationen im Gegenverkehr gekommen, da keine Sichtbeziehung zum Gegenverkehr besteht.“
Zum Schluss beschäftigt sich der Bürger noch einmal mit der Lärmbelästigung der Wormersdorfer durch die Autobahn A 61 ein. Je nach Windrichtung und Windstärke bestehe trotz der errichteten Schallschutzwand eine erhebliche Lärmbelästigung auch im oberen Ortsteil, heißt es. Doch die Stadt habe weder auf der Höhe noch auf die Länge der Lärmschutzmauer einen Einfluss, denn dafür sei der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig, führte Raetz aus. Allerdings sei der sechsspurige Ausbau der A61 zwischen Meckenheim und Bliesheim als „vordringlicher Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan 2030 enthalten. Ob mit diesem Ausbau auch eine Veränderung der Schallschutzwand verbunden sei, werde erst im Planung- und Genehmigungsverfahren ermittelt.
JOST
