Politik | 20.04.2020

Freie Wähler fordern Regionalmarketing als Hilfe in der Nach-Corona-Zeit

Standortmarketing statt Stadtfeste

V.li. Edgar Kühlenthal und Christian Altmaier.Foto: Freie Wähler Koblenz

Koblenz. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden auch in den kommenden Monaten bestehen bleiben. Doch den Blick in die Zukunft nach der Corona-Pandemie wollen Freie Wähler richten und haben daher eine Anfrage an die Stadt Koblenz gerichtet. Sie basiert auf den bisherigen Vorstößen der FW-Ratsfraktion, die eine Öffnung des Geschäftslebens fordern, aber auch Regionalmarketing vorschlagen.

„Die Stadt Koblenz und die Region von Rhein und Mosel haben jetzt die Chance, mit einer gewitzten Kampagne die Schönheiten der Heimat und des Urlaubs im Welterbe der UNESCO Mittelrheintal oder der romantischen Mosel schmackhaft zu machen“, erläutert Christian Altmaier, Sprecher für Kultur & Tourismus der Freie Wähler Ratsfraktion, „eine Kampagne im Sinne von ‚Heimat (er)l(i)eben‘ könnte Urlauber in 2020 und danach ansprechen.“ Es sei auch Aufgabe der Kommunen, jetzt Hotel und Gastronomie zu unterstützen.

Sein Kollege als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Edgar Kühlenthal, verstärkt die Idee von Altmaier und hat den Stadtvorstand nun angefragt, ob aus den Corona-Millionen der Landesregierung Rheinland-Pfalz eine Kampagne für Koblenz und die Region finanziert werden könnte. Der Verein SMART e.V. (Verein für Standortmarketing und Tourismusförderung) hatte sich ebenfalls schon an die Kommunalpolitik gewandt und einen Betrag von 250.000 Euro ins Spiel gebracht.

„Wir wissen bereits, dass die Koblenz Touristik aktiv ist, auch in Zusammenarbeit mit der überregionalen Tourismusvermarktung“, berichtet Altmaier, „indes wird eine Kampagne nur Wirkung zeigen, wenn sie finanziell breit aufgestellt ist.“ Daher könne nicht nur Koblenz allein finanzieren, sondern auch in schweren Zeiten müssen Leistungserbringer des Tourismus und andere Kommunen eine Co-Finanzierung sicherstellen, um nachhaltige Durchschlagskraft zu entfalten.

Im Tourismus und Gastronomie sind schätzungsweise über 5.000 Beschäftigte in Koblenz zu zählen, die rund 270 Millionen Euro Umsatz zuletzt generieren konnten. „Wenn wir die touristische Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre fortschreiben wollen, müssen wir uns jetzt Gedanken machen und kreative Ideen entwickeln“, erklären Altmaier und Kühlenthal.

Mit der vorsichtigen Öffnung von Geschäften, auch mit besonderen Vorkehrungen für Hygiene und Gesundheit der Kunden, setzen Bundes- und Landespolitik erste richtige Zeichen. Auch die Gastronomie sollte wie in Österreich öffnen können, also mit Sicherheitsabständen von zwei Metern je Tisch, größerer Außenbestuhlung für die wärmeren Tage. Hierzu stellen Freie Wähler einen Antrag für den Stadtrat im Mai 2020.

„Wir sind alle gefordert gemeinsam die heimische Wirtschaft und den regionalen Tourismus zu unterstützen, wir werden uns auch alle umstellen müssen, was den eigenen Urlaub betrifft“, prophezeien Altmaier und Kühlenthal. Sie sehen noch nicht, dass Urlaub im Ausland in 2020 und mutmaßlich auch 2021 möglich sein wird. „Insofern ist ‚Heimat er-l-i-eben‘ ein Ansatz.“ Denn mit Blick auf die Ausbreitung des Corona-Virus sehen Altmaier und Kühlenthal die Ausrichtung von Stadtfesten kritisch. „Ein Schängel-Markt oder andere zusätzliche Anreize, in Massen nach Koblenz zu kommen, sind aktuell nicht zu verantworten“, warnen die Kommunalpolitiker, „ein mahnendes Beispiel muss hier Ischgl sein.“ Dem Wintersportort wird nachgesagt ein Hotspot von CoVid19 gewesen zu sein und für die Verbreitung in ganz Europa gesorgt zu haben, da Warnungen nicht ernsthaft nachgegangen worden seien. Derzeit prüfen Anwälte wohl Sammelklagen gegen Verantwortliche aus dem Ort im Paznauntal. „Dieses Risiko sollte Koblenz aber nicht eingehen, so dass die Absage von Veranstaltungen bis 31. August 2020 richtig ist, klug wäre aber auch das Aussetzen von weiteren Veranstaltungen, bei denen nicht n Einhaltung von Abständen und Hygiene kontrolliert werden kann, bis zum Jahresende.“

Eine Stellungnahme der Stadt zur Anfrage der Freie Wähler-Fraktion liegt bislang nicht vor, ist aber innerhalb von 14 Tagen abzugeben.

Pressemitteilung

Freie Wähler Koblenz

V.li. Edgar Kühlenthal und Christian Altmaier.Foto: Freie Wähler Koblenz

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Kommentare
21.04.202000:51 Uhr
juergen mueller

"BEIDE" sind sich offensichtlich nicht bewusst,dass es doch erst einmal darum geht,der Gastronomie auf die Beine zu helfen u.zwar nicht nur in Koblenz,sondern auch in den Stadtteilen,in denen diese eh schon am Limit ihrer Existenz stehen,Existenzen,die auch für heimische Wirtschaft u.Tourismus stehen.Dieses großkotzige,offensichtlich nur auf bestimmte Bereiche auf bewusster Sparflamme gerichtete Denken ist a`typisch für die Stadtpolitik.Standortmarketing - das vermitteln SIE Herr Altmaier/Kühlenthal denjenigen einmal,die am Abgrund stehen.Ihre Gedankengänge sind irrelevant, abgehoben, klugscheisserisch und dem eigenen Ego zugetan.
SIE sollten sich einmal darauf berufen,darüber nachzudenken,WAS in unserer heutigen Gesellschaft noch an WERT Bedeutung hat.

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