Fast 60 Prozent der Wähler gingen bei der Kommunalwahl in Remagen an die Urne
Starke Verluste für CDU und SPD
Deutliche Gewinne für die FBL und die Grünen - Kripper Ortsvorsteher Axel Blumenstein holte über 85 Prozent der Stimmen
Remagen. Eine lange und arbeitsreiche Nacht lag am Montagmorgen hinter den zahlreichen Wahlhelfern in den Wahllokalen und in der Stadtverwaltung in Remagen. Nicht nur die Europawahlen, sondern auch die Kreistagswahlen, die Stadtratswahlen, die Ortsbeiratszahlen und die Ortsvorsteherwahlen mussten ausgezählt werden. „Aus den einzelnen Wahllokalen liefen um 2:25 Uhr und um 2:33 Uhr die letzten Ergebnisse ein, sodass wir erst nach 3 Uhr das Remagener Rathaus von außen abschließen konnten“, zog Marc Göttlicher von der Finanzabteilung am Montagmorgen kurz Bilanz. Reger Betrieb herrschte im Rathaus, wo Bürgermeister Björn Ingendahl und das Verwaltungsteam im Einsatz waren, um sämtliche Daten zusammenzutragen. Alle einlaufenden Daten wurden ins Internet auf der Stadtseite übertragen.
Überraschende Ergebnisse gab es bei den Stadtratswahlen. Mit 12,9 Prozent verlor die CDU am meisten im Verhältnis zur Wahl 2014 und rutschte von 38,8 Prozent auf 25,9 Prozent der Stimmen. Die SPD verlor 6,2 Prozent und landete bei 15,4 Prozent. In 2014 konnte die SPD noch 21,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen.
Größter Wahlgewinner war die FBL, die mit 7,6 Prozent mehr an Stimmen 20,8 Prozent erreichen konnte (2014 13,2 Prozent). Deutlich zugenommen haben auch die Grünen bei ihren Stimmen. Sie kamen um 5 Prozent höher von 19,3 Prozent in 2014 auf 24,3 Prozent aktuell.
Neu im Stadtrat ist die AfD mit 2,8 Prozent. Die FDP konnte sich ebenfalls über einen Zugewinn um 2,5 Prozent auf 6,5 Prozent freuen. Ebenfalls neu im Rat ist die Linke mit 1,7 Prozent. Die WGR verlor 0,4 Prozent und landete bei 2,7 Prozent.
Die 32 Sitze im Rat werden folgender Maßen verteilt: CDU acht Sitze, Grüne acht Sitze, FBL sechs Sitze, SPD fünf Sitze, FDP zwei Sitze, die Linke ein Sitz, WGR ein Sitz und die AfD ein Sitz.
Gewählte Stadtratsmitglieder sind in Reihenfolge der meisten Stimmen: SPD: Beate Reich, Rolf Plewa, Christine Wießmann, Sabine Glaser und Hans Metternich; CDU: Claus-Peter Krah, Jürgen Walbröl, Heinz-Peter Hammer, Norbert Matthias, Rita Höppner, Olaf Wulf, Andreas Köpping und Sebastian Schmickler; FDP: Christina Steinhausen und Jürgen Preuß; Bündnis90/Die Grünen: Antonio Lopez Gonzales, Volker Thehos, Stefani Jürries, Dr. Frank Bliss, Fokje Schreurs, Bettina Fellmer, Karin Keelan und Iris Loosen; FBL: Wilfried Humpert, Rainer Doemen, Thomas Nuhn, Egmond Eich, Michael Berndt und Axel Blumenstein; WGR: Dr. Peter Wyborny, AfD: Wolfgang Seidler; Die Linke: Nicolas Zipp.
Gewählte Ortsvorsteher
In Kripp holte Axel Blumenstein von der FBL als einziger Kandidat 85,7 Prozent der Stimmen. In Remagen konnte FBL-Kandidat Wilfried Humpert 57,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen und ist Ortsvorsteher. CDU-Kandidat Claus-Peter Krah holte 29,8 Prozent der Stimmen und auf den WGR-Kandidaten Dr. Peter Wyborny entfielen 13,1 Prozent der Stimmen.
Sehr knapp ging es bei der Ortsvorsteherwahl in Oberwinter zu. Hier konnte sich die SPD-Kandidatin Angela Linden-Berresheim mit 51,5 Prozent der Stimmen knapp gegen ihre CDU-Konkurrentin Rita Höppner durchsetzen, auf die 48,5 Prozent der Stimmen entfallen waren.
In Oedingen setzte sich der CDU-Kandidat Olaf Wulf bei der Ortsvorsteherwahl ganz deutlich mit 68,1 Prozent gegen die FBL-Kandidatin Farah Fahim (16,7 Prozent) und WGR-Kandidaten Holger Kowalewski (15,1 Prozent) durch.
In Rolandswerth konnte der einzige Ortsvorsteherkandidat von der FBL, Michael Berndt, 79 Prozent der Stimmen einheimsen.
Noch deutlicher war das Ergebnis in Unkelbach, wo sich der einzige Kandidat von der FBL, Egmond Eich, über stolze 84,1 Prozent freuen konnte.
Ergebnisse der Ortsbeiratswahlen
Im Ortsbeirat Remagen verlor die SPD 5,9 Prozent, landete bei 15,3 Prozent und ist mit zwei Sitzen vertreten. Die CDU verlor 13,2 Prozent, holte 26,4 Prozent und ist mit drei Sitzen vertreten. Die Grünen gewannen 3,1 Prozent hinzu, landeten bei 26,7 Prozent und sind mit vier Sitzen vertreten. Die FBL konnte sich über einen Zuwachs von 13,9 Prozent freuen und holte damit 24,5 Prozent und drei Sitze. Die WGR gewann 1,6 Prozent und holte damit 4,6 Prozent und einen Sitz.
Absoluter Ausreißer ist das Ergebnis für den Ortsbeirat Kripp. Hier gewann die FBL mit ihrem Ortsvorsteherkandidaten Axel Blumenstein 32,1 Prozent der Stimmen hinzu, hatte damit 60,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt und hat sechs Sitze im Ortsbeirat. Die CDU verlor 25,2 Prozent, wurde auf 12,8 Prozent der Stimmen zurückgesetzt und hat nur noch einen Sitz. Die Grünen steigerten sich um 12 Prozent auf 27 Prozent und haben drei Sitze.
Ganz anders sah es bei der Wahl zum Ortsbeirat Oberwinter aus. Hier verlor die SPD nur 0,8 Prozent, blieb bei 24 Prozent und hat drei Sitze. Die CDU verlor 13,5 Prozent, landete bei immerhin noch 32 Prozent und ist mit vier Sitzen vertreten. Die Grünen gewannen 10 Prozent hinzu, holten 24,6 Prozent und sind mit drei Sitzen vertreten. Die FBL hatte nur 2,4 Prozent Zuwachs, landete bei 7,5 Prozent und ist mit einem Sitz vertreten. Die FDP konnte 2,5 Prozent gewinnen, sicherte sich das Ergebnis von 9,1 Prozent und ist mit einem Sitz vertreten. Die WGR holte 0,4 Prozent weniger Stimmen, landete bei 2,9 Prozent und hat keinen Sitz im Oberwinterer Ortsbeirat.
Im Ortsbeirat Oedingen verlor die SPD 15,6 Prozent der Stimmen, holte nur noch 9,5 Prozent und ist mit einem Sitz im Beirat. Die CDU legte in Oedingen, ganz entgegen des städtischen Trends, 8,1 Prozent zu, sicherte sich stolze 61,3 Prozent und ist mit vier Sitzen vertreten. Die FBL legte 2,5 Prozent zu, landete bei 15,8 Prozent und hat einen Sitz. Einen Sitz hat auch die WGR, die um 4,9 Prozent auf 13,3 Prozent zulegte.
Ganz einfach ist das Prozedere in Rolandswerth. Dort holte sich die FBL, die keine Mitbewerber hatte, 100 Prozent und haben somit auch die sieben Sitze im Ortsbeirat inne.
Auch nicht ganz im Trend lagen die Ergebnisse beim Ortsbeirat Unkelbach. Hier legte die FBL um 14,8 Prozent zu, landete bei stolzen 58,8 Prozent und hat somit vier Sitze.
Die CDU gewann 2,2 Prozent und holte somit 20,7 Prozent und zwei Sitze. Die Grünen verloren 4,5 Prozent, konnten noch 17,5 Prozent auf sich vereinigen und sind mit einem Sitz vertreten. Die WGR verlor 5 Prozent, landete bei 3 Prozent und ist nicht im Ortsbeirat vertreten. Die SPD hatte keinen Kandidaten ins Rennen geschickt.
AB
Beginn der Auszählung im Wahllokal in der Kulturwerkstatt.
