Demografie Bürgerzentrum in Wolken präsentiert sich als multifunktionales Gebäude
„Starkes Beispiel für multiple Häuser, die wir im Kreis etablieren wollen“
Kreis MYK. Das neue Bürgerzentrum in Wolken ist nicht nur „schön“ geworden. Die Gemeinde wollte bei den Planungen sämtliche Möglichkeiten des Gebäudes ausschöpfen. Laut Landrat Dr. Alexander Saftig ist der Bau „ein ganz starkes Beispiel für multiple Häuser, die wir im Landkreis etablieren wollen“. Aber der Reihe nach: Die Gemeindeverwaltung in der alten Schule war beengt, das Gebäude energetisch veraltet, es bestand Sanierungsbedarf. Die Lösung war das ehemalige Gebäude der Raiffeisenbank. Es ist ideal gelegen, da vor dem Haus Platz für eine neue Ortsmitte wäre. Die Multifunktionalität erläuterte Bürgermeister Walter Hain: „Der ehemalige Schalterraum ist jetzt unser Sitzungssaal, der auch für weitere Veranstaltungen genutzt werden kann. Wir haben eine Akustikdecke eingebaut, neueste LED-Technik und zwei getrennte EDV-Netze.“ So lässt sich WLAN ohne Sicherheitslücke bereitstellen. Neben einem Büro für den Bürgermeister und die Gemeindesekretärin (mit Tresen, damit der Datenschutz bei offenliegenden Dokumenten gewahrt bleibt), findet im ehemaligen Tresorraum jetzt eine Küche Platz. Wichtig waren Hain die separaten Zugänge für alle Bereiche des Gebäudes. Etwa zu den Toiletten, die auch bei Festen auf dem Platz genutzt werden können. Oder der Platz der Sparkasse, um kleinere Bankgeschäfte zu erledigen. Es war viel Eigenleistung dabei, wie Hain betont. Dabei spart er nicht mit Lob für die Jugendlichen aus Wolken: „Da wird nicht lange diskutiert. Die packen an, wenn´s nötig ist“, sagt er stolz.
„Wir müssen eine gewisse Grundversorgung bieten“
Das multifunktionale Konzept durchzieht auch das Obergeschoss. Wiederum eigene Zugänge, wie zum zweiten Saal, den Vereine oder Pfarrgemeinderat nutzen können. Wände wurden versetzt, um weitere Räume zu schaffen, eine kleine Küche, ein Bad, das auch für Rollifahrer zugänglich ist. Und ein Praxisraum: Zweimal pro Woche wird eine Ärztin Sprechstunden anbieten. Eine Ergotherapeutin hat bereits angefragt, die den Raum ebenfalls nutzen möchte.
Für Hain ist klar: „Wir müssen eine gewisse Grundversorgung bieten. Wir haben 27 Ärzte in Wolken, aber alle arbeiten in den umliegenden Krankenhäusern. Ärztliche Versorgung, eine Kita, Lebensmittel, Gastronomie und ein reges Vereinsleben gehören dazu.“ Und Mobilität. So freute man sich über die Ankündigung des Landrats, dass mit dem neuen Fahrplan ab August die Anbindung Richtung Koblenz deutlich verbessert werden konnte.
Saftig sprach der Gemeinde seine „Hochachtung“ aus. Besonders beeindruckend sei die vielfältige Nutzung des Gebäudes: „Das ist ein äußerst gelungenes Beispiel, wie wir uns auf den demografischen Wandel einstellen können.“ Ausdrücklich bat der Landrat um eine intensive Diskussion zu der Frage, was dörfliches Leben im Kern ausmacht: „Klar ist, dass wir uns in Zukunft umstellen müssen. Wenn nicht in jedem Dorf ein Arzt seine Praxis hat, dann müssen wir Alternativen finden, wie hier in Wolken mit der Sprechstunde im Gemeindehaus. Und das durchzieht alle Bereiche. Was ist notwendig, was können wir realisieren? Das sind die entscheidenden Fragen.“
Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
