Ergebnis des ADFC-Fahrradklimatests 2020
Statement der Stadt Koblenz
Koblenz. Das kürzlich vorgestellte Ergebnis der Umfrage zur Zufriedenheit der Nutzer mit der Radverkehrssituation in ihrer Stadt (Fahrradklimatest des ADFC) fällt für die Stadt Koblenz ernüchternd aus: Gesamtnote 4,65 und Platz 39 von 41 bundesweit in der Kategorie der Großstädte zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern. Gegenüber der letzten Umfrage aus 2018 bedeutet das Ergebnis eine gleichbleibend schlechte Bewertung.
Die Ergebnisse zeigen offenkundig, dass sich Radfahrende in Koblenz nicht ausreichend sicher und wertgeschätzt fühlen. Ganz überraschend kommen die Ergebnisse allerdings nicht, bestätigen sie doch die Ziele und Forderungen, die zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im letzten Jahr mit ihrer Unterschrift im Rahmen der Initiative des Radentscheids unterstützt haben und im Dezember der Stadt vorgelegt haben.
Die Stadt Koblenz nimmt sowohl die Ergebnisse der Umfrage wie auch den aktuellen Radentscheid sehr ernst. Leider hatten Maßnahmen, die im letzten Jahr begonnen bzw. umgesetzt wurden, offenbar keine positiven Auswirkungen auf die Ergebnisse: u.a. neue Radverkehrsanlagen am Berliner Ring auf der Karthause und in der Mainzer Straße, verbesserte Routenführungen für den Rhein-Radweg, neue Radroute zum Maifeld-Radweg und weitere kleinere Verbesserungen an vorhandenen Radwegen.
Ziel der Stadt Koblenz ist, in den nächsten Jahren verstärkt die Radverkehrsmaßnahmen aus dem Verkehrsentwicklungsplan 2030 anzugehen und vorrangig die Entwicklung durchgehender Radverkehrsachsen im Stadtgebiet voranzutreiben. Neben teilweise planerisch aufwendigen Maßnahmen liegt der Fokus auch auf Sofortmaßnahmen in der Unterhaltung und Sanierung aber auch der ergänzenden Ausstattung mit Abstellanlagen.
Die Stadt Koblenz sieht dabei in den neuen Förderprogrammen des Bundes eine attraktive finanzielle Unterstützung, die für zukünftige Maßnahmen genutzt werden sollen (z.B. für den Bau eines Radwegs auf der Horchheimer Brücke).
Der Weg von einer autogerecht geplanten Verkehrsinfrastruktur zu einer rad- und umweltfreundlichen Erschließung wurde mit dem Verkehrsentwicklungsplan 2030 beschlossen. Die Stadt Koblenz wird diesen Weg im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern fortsetzen.
Pressemitteilung der
Stadt Koblenz

Der Verkehrsentwicklungsplan 2030 bedeutet erst einmal garnichts, genauso, wie Klimanotfallplan oder Klimanotstand, dessen Ausrufen, wie man weiß, nur von der Unfähigkeit der Politik ablenken soll, rechtzeitig aktiv zu werden. Das politische Schlagwort in Koblenz lautet immer: "In den nächsten Jahren". Etwas auszurufen woran man ja bereits Jahre angeblich arbeitet ist nichts anderes als Vernebelungstaktik, weil es weiterhin an durchgreifenden Aktivitäten mangelt. Warum deklassiert sich die Stadtpolitik mit solchen Statements immer selbst, anstatt endlich konsequent an einer umfassenden Radwegenetzstrategie und deren Umsetzung zu arbeiten? Die Ziele der Stadt Koblenz sind nichts anderes als Weichspüler, bei denen das Verfallsdatum bis zur Unbrauchbarkeit bereits abgelaufen ist, man diese aber immer weiter verwendet.
Das Radwegenetz in Koblenz, um Koblenz und um Koblenz herum, spottet jeder Beschreibung! Es fängt damit an, dass Radwege, bestenfalls, mit weißer Farbe auf vielbefahrenen Straßen kenntlich gemacht werden, geht weiter über zweifelhafte Untergründe (Feldwege, Rasensteine, Kopfsteinpflaster, Waschbetonplatten, diverse Verbundpflasterarten, viel zu selten Asphalt), bis hin dazu, dass die meisten Radwege mit Fußgängern geteilt werden müssen, da auch hier einfach vorhanden Wege durch Schilder dahingehend "umgewidmet" wurden. Dass diese und überhaupt die meisten "Radwege" viel zu schmal sind kommt erschwerend hinzu! Koblenz ist zu Recht so weit abgeschlagen!