Politik | 07.06.2017, 12:27 Uhr

ADFC-Fahrradklimatest zeigt leicht nachlassendes Fahrradklima

Steigende Bedürfnisse bei den Radfahrenden

(v.l.): Harald Pütz; Leiter des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Sieg-Kreises, Dr. Peter Lorscheid; Sprecher des ADFC Bonn/Rhein-Sieg, Annette Quaedvlieg; Vorsitzende des ADFC Bonn/Rhein-Sie, und Kreis-Verkehrsplaner Sven Habedank. Privat
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Siegburg. Seit April diesen Jahres ist der Rhein-Sieg-Kreis offiziell „fahrradfreundlich“. Wie aber empfinden die Bürgerinnen und Bürger das Radfahrklima im Rhein-Sieg-Kreis? Mit dieser Frage beschäftigt sich der bundesweite ADFC-Fahrradlimatest. Die regionalen Ergebnisse stellten Harald Pütz, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Sieg-Kreises, Kreis-Verkehrsplaner Sven Habedank, Annette Quaedvlieg, Vorsitzende des ADFC Bonn/Rhein-Sieg, und Dr. Peter Lorscheid, Sprecher des ADFC Bonn/Rhein-Sieg, jetzt im Siegburger Kreishaus vor. Der Fahrradklimatest ist eine im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführte Befragung der Radfahrenden; sie wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert und ist weltweit die größte ihrer Art. Bewertet wurden die Städte oder Gemeinden hinsichtlich 27 fahrradbezogener Kriterien auf einer Schulnotenskala von eins bis sechs. Mindestens 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren jeweils nötig, um ins „Ranking“ zu kommen. Bis auf die bergischen Kommunen Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth und Windeck konnten alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden die nötige Mindestzahl erreichen. Der Rhein-Sieg-Kreis kommt im aktuell veröffentlichten Test auf eine Durchschnittsnote von 3,92 (2014: 3,84) und liegt damit etwas schwächer als der ebenfalls geringfügig rückläufige Bundestrend. Dr. Peter Lorscheid, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC, erläutert: „Für mich zeigt sich darin, dass die Infrastruktur mit den steigenden Bedürfnissen von immer mehr und schneller fahrenden Radlerinnen und Radlern nicht Schritt hält“.

Spitzenreiter des Tests sind Meckenheim, Lohmar und Troisdorf

Die Bewertung in den einzelnen Kommunen des Kreises fällt durchaus unterschiedlich aus: Die Rangliste wird angeführt von den drei Kommunen, die Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise NRW (AGFS) sind. Die Ergebnisse bei den „Spitzenreitern“ Meckenheim (Gesamtnote 2,7), Lohmar (3,5) und Troisdorf (3,5) sind gegenüber 2014 weitgehend unverändert. „Die Mitarbeit in der AGFS und vergleichsweise gute Bewertungen gehen offenbar einher, daher könnten nach der im April erfolgten Aufnahme des Kreises in die AGFS auch die kreisweiten Ergebnisse demnächst besser ausfallen“, zeigt sich Annette Quaedvlieg, Vorsitzende des ADFC Bonn/Rhein-Sieg, hoffnungsvoll für die nächste Befragung. Nach den Spitzenreitern folgen acht Kommunen mit Bewertungen im Bereich 3,9 bis 4,1: Niederkassel, Swisttal, Königswinter, Alfter, Hennef, Siegburg, Sankt Augustin und Bad Honnef. Im Durchschnitt die besten Noten erhielten die Kreiskommunen bei der Bewertung der Innenstadt-Erreichbarkeit (2,9), bei der Ermöglichung zügigen Radfahrens (3,0) sowie bei der Fahrrad-Wegweisung (3,1). Dabei fiel die Bewertung der Fahrradwegweisung um 0,1 Notenstufen besser als der Bundesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen aus, ebenso wie der Fahrraddiebstahl. „Mit der neuen Knotenpunktsbeschilderung der RadRegionRheinland haben sich aktuelle Verbesserungen direkt in der Bewertung positiv bemerkbar gemacht“, freute sich Sven Habedank, Verkehrsplaner des Rhein-Sieg-Kreises.

Die schlechtesten Noten erhielten die Kreiskommunen bei öffentlichen Leihradsystemen (4,9) sowie bei der Falschparkerkontrolle auf Radwegen und der Führung an Baustellen (jeweils 4,5).

Es sind auch verkehrsrechtliche Rahmenbedingungen zu prüfen

„Neben den planerischen Ansätzen und der Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen sind allerdings auch die verkehrsrechtlichen Rahmenbedingungen zu prüfen“, so Harald Pütz, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Sieg-Kreises. „Hierzu zählen neben der sicheren Verkehrsführung und Beschilderung auch Erleichterungen wie das Ausräumen von Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern oder auch die Öffnung von Einbahnstraßen für Fahrräder. Dies alles gilt es, im Rahmen von Ortsterminen und speziellen Radverkehrsschauen sicher zu stellen.“ Wichtiger Partner des Rhein-Sieg-Kreises und seiner 19 Kommunen beim Radverkehr ist der Landesbetrieb Straßen.NRW, der für die meisten Radwege an Straßen in der Region zuständig ist.

(v.l.): Harald Pütz; Leiter des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Sieg-Kreises, Dr. Peter Lorscheid; Sprecher des ADFC Bonn/Rhein-Sieg, Annette Quaedvlieg; Vorsitzende des ADFC Bonn/Rhein-Sie, und Kreis-Verkehrsplaner Sven Habedank. Foto: Privat

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