Polizeiinspektion Adenau
Straftaten sind deutlich zurückgegangen
Entwicklung der Kriminalität im Bereich der PI Adenau nach der polizeilichen Kriminalstatistik (Pks) im Jahr 2015
Adenau. Die Kriminalitätsbelastung einer Polizeidienststelle lässt sich anhand der polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PkS) darstellen. Dabei wird unterschieden zwischen allen bei einer Dienststelle angefallenen Straftaten und den bei dieser Dienststelle abschließend bearbeiteten Kriminalfällen.
Die Trennung und Zuteilung der Strafverfahren richtet sich nach einer festen Zuständigkeitsregelung.
Galt für die PI Adenau seit Jahren relativ konstant, dass etwa die Hälfte der angefallenen Straftaten auch bei der PI Adenau abschließend bearbeitet wurden und die andere Hälfte in die Zuständigkeit der Kriminalinspektion Mayen fiel, so hat sich dieser Umstand im vergangenen Jahr deutlich verändert. Die Gründe hierfür werden bei der Betrachtung einzelner Deliktsfelder deutlich.
PI Adenau
Die Gesamtzahl der bei der PI Adenau angefallenen Straftaten lag in den Jahren
2011 bei 1891
2012 bei 1913
2013 bei 2148
2014 bei 2024
2015 bei 1255
Damit ging die absolute Fallzahl um 769 Fälle zurück und liegt damit erstmals seit vielen Jahren deutlich unter der für die PI Adenau bislang geltende Zahl 2000.
Gleichzeitig sank auch die Gesamtaufklärungsquote aller angefallenen Straftaten von 52,9 auf 48,8 Prozent und damit um 4,1 Prozent.
Einzelbetrachtungen der absoluten Fallzahlen
Die Fallzahlen im Bereich des einfachen Diebstahls sind in 2015 um 443 auf 124 Fälle gegenüber 2014 und damit um fast 80 Prozent auf ein absolutes Tief gesunken. Insbesondere die Zahl der Taschendiebstähle sank von 129 auf 14 Fälle. Nochmals abgenommen haben die Fallzahlen im Bereich der Rohheitsdelikte. Hierunter versteht man vornehmlich die Körperverletzungs- und Raubdelikte, die mit 204 Fällen um 17 Fälle niedriger liegen als im Vorjahr. Die Zahl der Tageswohnungseinbrüche fiel von 21 auf 13 Fälle, die Zahl der sonstigen Wohnungseinbrüche fiel von 38 auf 35 Fälle. Für die PI Adenau sind die Fallzahlen damit einerseits merklich gesunken oder blieben zumindest entgegen dem allgemeinen Trend relativ konstant. Die Zahl der Betäubungsmitteldelikte fiel von 404 auf 35 Fälle. 14 dieser Fälle bezogen sich auf den Umgang mit Cannabis. Diese Zahlen stellen ein nahezu historisches Tief dar. An dieser Stelle sei aber erstmals auf den Ausfall der Großveranstaltung „Rock am Ring“ hingewiesen. Die Zahlen sind ganz sicher kein Indiz für insgesamt sinkende Zahlen im Rauschgiftbereich. Die Zahl der Vermögensdelikte insgesamt ist mit 235 Fällen um 17 Fälle gesunken. Tankbetrügereien blieben mit 50 Fällen (-2) konstant. Die Anzahl der Umweltdelikte blieb mit 13 Fällen genau gleich.
Erklärungsansatz für massiven Rückgang der Massendelikte
Örtlicher Schwerpunkt für den Deliktsbereich „Diebstahl“ und „Betäubungsmittel“ bildeten bislang die Ortsgemeinden rund um die Veranstaltungsregion „Nürburgring“ mit ihren turnusmäßigen Großveranstaltungen. Bei „Rock am Ring“ handelte es sich durchgängig um die mit Strafverfahren am meisten belastete Veranstaltung überhaupt. Dies betraf insbesondere die Deliktsbereiche Diebstahl und Betäubungsmittel. Die geografische Erfassung dieser Fälle erfolgte in den weitaus meisten Fällen über die Gemeindeschlüssel der umliegenden Ortschaften. Im vergangenen Jahr sind die Großveranstaltungen „Rock am Ring“ und „Formel 1“ ersatzlos ausgefallen. Gleichzeitig fielen die Fallbelastungen in Nürburg von 756 auf 144 erfasste Straftaten. Bestätigt wird die These weiterhin durch die Fallbelastungen übriger Nachbargemeinden wie Müllenbach, -32 auf 29 Fälle, Kaltenborn, - 30 auf 17 Fälle, Müsch, -33 auf 10 Fälle und Welcherath, - 27 auf 2 Fälle. Insbesondere der Wegfall der Vorkontrollen im Rahmen des Einsatzes „Rock am Ring“ ist hier besonders zu erwähnen. Es fehlen also sowohl im Großraum Nürburgring als auch in der Gesamtzahl der Straftaten ca. 700 Fälle. Im Gegensatz dazu blieben die Zahlen bei der Stadt Adenau mit 288 Fällen (-10) nahezu gleich.
Ausgesuchte Fälle in der Zuständigkeit der PI Adenau
Die PI Adenau hat im vergangenen Jahr in eigener Zuständigkeit insgesamt 1007 Straftaten abschließend bearbeitet, 72 Fälle weniger als 2014. Im Vergleich dazu lagen die Fallzahlen
2011 bei 1065
2012 bei 1174
2013 bei 1117
2014 bei 1079 Fällen
Im vergangenen Jahr konnten 491 Fälle und somit 48,8 Prozent (-4,9 Prozent) aufgeklärt werden.
Die höchsten Belastungszahlen der PI Adenau liegen in den Deliktbereichen der (in Klammern Zahlen aus 2014)
Rohheitsdelikte 193 (185)
davon einfache Körperverletzungen 131 (137)
einfacher Diebstahl 290 (275)
schwerer Diebstahl 47 (60)
Vermögensdelikte 168 (196)
Sonstige Straftatbestände 295 (316)
davon Sachbeschädigungen186 (174)
Strafrechtliche Nebengesetzte 15 (47)
Besonders ausgewiesene Erscheinungsformen
Tatmittel „Internet“
In Verbindung mit dem Tatmittel „Internet“ wurden 2015 insgesamt 50 (-8) Straftaten erfasst.
Gewalt in engen sozialen Beziehungen (Gesb)
Hierzu wurden insgesamt 39 (+6) Fälle erfasst. In 24 Fällen lagen Körperverletzungen, in vier Fällen Stalking zugrunde. Von insgesamt 33 Tatverdächtigen waren 26 männlich und sieben weiblich.
Tatverdächtige nach Alter und Geschlecht
Bei der PI Adenau sind insgesamt 565 Tatverdächtige (-402) ermittelt worden, 128 davon waren weiblich. Auch hier fallen die gesunkenen Fallzahlen, aber auch die gesunkene Aufklärungsquote ins Gewicht. Unter diesen Tatverdächtigen fanden sich insgesamt sechs Kinder, 46 Jugendliche und 96 Heranwachsende (insgesamt 17 Prozent der Gesamttatverdächtigen).
Jugendliche und Heranwachsende sind vornehmlich im Bereich der Körperverletzungen (126 Fälle), einfachen Diebstähle (87 Fälle), Beleidigungen (46 Fälle) und Sachbeschädigungen 44 Fälle) aufgefallen. 31 der insgesamt 35 BTM-Fälle wurden von Nicht-Erwachsenen begangen.
Nichtdeutsche Tatverdächtige
Die Statistik 2015 weist insgesamt 76 (-33) nichtdeutsche Tatverdächtige aus. Zehn Straftaten wurden Asylbewerbern zugeschrieben, davon vier Fälle von Körperverletzung und drei Ladendiebstähle.
Fazit
Die absoluten Fallzahlen der PI Adenau sind im vergangenen Jahr um 769 Fälle, die Anzahl der bei der PI Adenau abschließend bearbeiteten Fälle ist um 72 Fälle gesunken. Dieser signifikante Abfall der absoluten Fallzahlen dürfte durch den Wegfall der Großveranstaltungen „Rock am Ring“ und den Ausfall des Formel 1-Rennens zu erklären sein. So fielen allein die Diebstahlsfälle um rd. 450 und die Btm-Fälle um 330 Fälle. Diese These wird auch durch die Fallbelastungen der unmittelbar am Nürburgring liegenden Ortschaften bestätigt, unter denen die Straftaten lokalisiert werden.
Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote 4,9 Prozent auf nunmehr 48,8 Prozente und damit auch die Zahl der erfassten Tatverdächtigen. Hier dürften sich insbesondere die gesunken Fallzahlen im Betäubungsmittelbereich auswirken, welche ja zu nahezu 100 Prozent mit bekanntem Täter anfallen.
Die Zahl der in Adenau abschließend bearbeiteten Strafanzeigen ist zwar ebenfalls gesunken (- 72 Fälle), bewegt sich aber in einem üblichen Rahmen eines alljährlichen, kaum zu beeinflussenden Auf und Ab.
Bei den insgesamt 647 bei der PI Adenau angefallenen Straftaten, bei denen Sachschaden entstanden ist, summiert sich dieser auf rund 1,6 Millionen Euro.
Pressemitteilung
Polizeiinspektion Adenau
