Politik | 01.02.2013, 14:55 Uhr

Vor 68 Jahren wurde das Konzentrationslager in Auschwitz befreit

Swisttal gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Feierliche Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof zum Holocaust-Gedenktag. WEIGERT

Swisttal-Heimerzheim. Hermann Leuning, Ortsvorsteher in Heimerzheim, hatte einen Stein mitgebracht, um ihn zu Beginn des Holocaust-Gedenktages gemäß der alten jüdischen Tradition auf dem jüdischen Friedhof auf den Gedenkstein zu legen, den die Gemeinde Swisttal dort am 8. November 1981 „Zum Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger“ errichten ließ. Mit Bürgermeister Eckhard Maack und der Landtagsabgeordneten Ilka von Boeselager versammelten sich dort zahlreiche Swisttaler Bürgerinnen und Bürger, um an den 68. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Soldaten zu erinnern.

„Wir gedenken heute, am 68. Jahrestag der Befreiung, aller Opfer, die in die Verfolgungs- und Tötungsmaschinerie des nationalsozialistischen Regimes gerieten, wir gedenken aller, die um ihre Würde, Gesundheit, ihr Hab und Gut, am Ende um ihr Leben gebracht wurden: Europäische Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, Künstler, Wissenschaftler, alle, die als sogenannte Feinde des Nationalsozialismus herabgewürdigt wurden“, würdigte Swisttals Bürgermeister die Opfer. Der Holocaust war keine Naturkatastrophe, auch keine höhere Macht sei dafür verantwortlich zu machen, so Maack weiter, daran müsse man sich stets erinnern und Wege finden, diese Verbrechen der nachwachsenden Generation zu erklären.

Schülerinnen und Schüler gestalten Gedenkfeier mit

Es ist daher in Swisttal bereits eine gute Tradition, dass Schülerinnen und Schüler der Verbundschule Heimerzheim an dieser Gedenkveranstaltung teilnehmen. Jetzt waren die Klasse 10a des Realschulzweiges mit ihrer Lehrerin Irmgard Adolph gekommen. Die Schülerinnen Alina Illkner und Natascha Christian lasen einen beeindruckenden Text über die Ängste und Wünsche einer jüdischen Frau vor, die in einem Versteck in einem Hinterhof um ihr Überleben kämpft und in Tag- und Nachtträumen über ihre Befreiung „phantasiert“. Bürgermeister Maack erinnerte an den Swisttaler Philipp von Boeselagers, dessen Namen die Schule der Klasse 10a trägt. Für den Offizier von Boeselager war der Holocaust einer der Hauptgründe, sich dem Widerstand gegen das NS-Regine anzuschließen. Ilka von Boeselager erinnerte an die heutigen Verfolgungen weltweit, die täglich in den Medien zu verfolgen sind. „Trotz der damals verübten Grausamkeiten gibt es immer noch Antisemitismus, Ausgrenzung und zu wenig Toleranz in unserer Welt“, so die Landtagsabgeordnete. RFW

Zur Erinnerung an die sogenannte „Reichskristallnacht“ im November 1938 ließ die Gemeinde Swisttal diesen Gedenkstein aufstellen.

Zur Erinnerung an die sogenannte „Reichskristallnacht“ im November 1938 ließ die Gemeinde Swisttal diesen Gedenkstein aufstellen.

Feierliche Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof zum Holocaust-Gedenktag.Fotos: WEIGERT

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Monatliche Anzeige
Rund ums Haus
2+1 Aktion
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Anzeige Beratertage Schlafexperte
Stellenanzeige 087-2026
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Ein Neubau aus den 1970er Jahren neben einer historischen Villa im Stadtteil Bad Godesberg.
74

Unteres Mittelrheintal. Aktuell steht es um die Denkmäler und historischen Gebäude in der Region des Unteren Mittelrheintals nicht besonders gut. Zahlreiche Gebäude wurden oder werden derzeit zum Abriss freigegeben oder stehen für einen solchen zur Diskussion. In Rheinbreitbach die Burg Steineck, in Unkel das Mieshaus, in Andernach das Rheinhotel und in Rolandseck das ehemalige Hotel „Zum Anker“ – um nur einige Beispiele zu nennen.

Von Thomas Napp

Weiterlesen

Thomas Schmidt
458

Vortrag zur Geschichte und Zukunft von Brücke & Tunnel

Erpel - Die Brücke und der Tunnel

Ockenfels. Die Grünen in Ockenfels führen ihre Veranstaltungsreihe „Angeschnitten“ fort, die im Jahr 2025 ins Leben gerufen wurde. Am 16. September 2026 laden sie zu einem besonderen Themenabend ins Bürgerhaus Ockenfels ein. Unter dem Titel „Erpel – Die Brücke und der Tunnel“ steht die Geschichte der Ludendorff-Brücke sowie des Tunnels in der Erpeler Ley im Mittelpunkt.

Von St. Becker aus Unkel

Weiterlesen