Vor 68 Jahren wurde das Konzentrationslager in Auschwitz befreit
Swisttal gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus
Swisttal-Heimerzheim. Hermann Leuning, Ortsvorsteher in Heimerzheim, hatte einen Stein mitgebracht, um ihn zu Beginn des Holocaust-Gedenktages gemäß der alten jüdischen Tradition auf dem jüdischen Friedhof auf den Gedenkstein zu legen, den die Gemeinde Swisttal dort am 8. November 1981 „Zum Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger“ errichten ließ. Mit Bürgermeister Eckhard Maack und der Landtagsabgeordneten Ilka von Boeselager versammelten sich dort zahlreiche Swisttaler Bürgerinnen und Bürger, um an den 68. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Soldaten zu erinnern.
„Wir gedenken heute, am 68. Jahrestag der Befreiung, aller Opfer, die in die Verfolgungs- und Tötungsmaschinerie des nationalsozialistischen Regimes gerieten, wir gedenken aller, die um ihre Würde, Gesundheit, ihr Hab und Gut, am Ende um ihr Leben gebracht wurden: Europäische Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, Künstler, Wissenschaftler, alle, die als sogenannte Feinde des Nationalsozialismus herabgewürdigt wurden“, würdigte Swisttals Bürgermeister die Opfer. Der Holocaust war keine Naturkatastrophe, auch keine höhere Macht sei dafür verantwortlich zu machen, so Maack weiter, daran müsse man sich stets erinnern und Wege finden, diese Verbrechen der nachwachsenden Generation zu erklären.
Schülerinnen und Schüler gestalten Gedenkfeier mit
Es ist daher in Swisttal bereits eine gute Tradition, dass Schülerinnen und Schüler der Verbundschule Heimerzheim an dieser Gedenkveranstaltung teilnehmen. Jetzt waren die Klasse 10a des Realschulzweiges mit ihrer Lehrerin Irmgard Adolph gekommen. Die Schülerinnen Alina Illkner und Natascha Christian lasen einen beeindruckenden Text über die Ängste und Wünsche einer jüdischen Frau vor, die in einem Versteck in einem Hinterhof um ihr Überleben kämpft und in Tag- und Nachtträumen über ihre Befreiung „phantasiert“. Bürgermeister Maack erinnerte an den Swisttaler Philipp von Boeselagers, dessen Namen die Schule der Klasse 10a trägt. Für den Offizier von Boeselager war der Holocaust einer der Hauptgründe, sich dem Widerstand gegen das NS-Regine anzuschließen. Ilka von Boeselager erinnerte an die heutigen Verfolgungen weltweit, die täglich in den Medien zu verfolgen sind. „Trotz der damals verübten Grausamkeiten gibt es immer noch Antisemitismus, Ausgrenzung und zu wenig Toleranz in unserer Welt“, so die Landtagsabgeordnete. RFW
Zur Erinnerung an die sogenannte „Reichskristallnacht“ im November 1938 ließ die Gemeinde Swisttal diesen Gedenkstein aufstellen.
