Politik | 29.06.2023

Erwin Rüddel sieht andere europäische Staaten beim Wolf besser aufgestellt

Tanzt der Wolf den Deutschen bereits auf der Nase?

Kreis Neuwied. „Die Wolfpopulation wächst jährlich um 30 Prozent. Bei immer mehr Menschen, auch in meinem Wahlkreis, wie ich in zahlreichen Gesprächen erfahren habe, nehmen Ängste und Sorgen, nicht zuletzt existenzielle, zu. Diese Personen fühlen sich insbesondere von der Ampel im Bund, und hier muss ich auch die Ampel im Land mit einbeziehen, nicht wahrgenommen und allein gelassen“, berichtet aktuell der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

Der Parlamentarier weist darauf hin, dass quasi alle vom Wolf betroffenen europäischen Länder dringenden Handlungsbedarf sehen, nur eben die amtierende Bundes- und Landesregierung nicht. So seien Bär und Wolf unter anderem Thema des EU-Agrarrats in Luxemburg gewesen. Dazu habe der österreichische Landwirtschaftsminister Totschnig erneut länderübergreifende Maßnahmen und eine „praxisnahe Ausnahme vom strengen Schutz des Wolfs“ gefordert.

„Eine Forderung, die ich bei Gesprächen im Wahlkreis, u.a. mit Bürgerinnen und Bürgern, Nutz und Weidetierhaltern, immer wieder und vermehrt zu hören bekomme“, so Rüddel mit dem Hinweis, dass Rumänien einen Paradigmenwechsel der bisherigen EU-Politik gegenüber „Beutegreifern“ und „innovative Lösungen“ gefordert hat, um ein gedeihliches Zusammenleben von Mensch und Tier weiter zu ermöglichen: Man müsse der „realen Situation Rechnung tragen“.

Hierzu müsse man wissen, dass in Rumänien zwei Drittel des europäischen Braunbärenbestands angesiedelt seien, der durch die wachsende Zahl vermehrt Probleme in Landwirtschaft und Tourismus verursache, was die rumänische Vertreterin konkretisierte: „Wir sprechen von 8.000 Bären. Und die Zahl steigt!“

Die größten Probleme verursachten aber Wölfe. In der Slowakei habe ein Wolfsrudel in der zurückliegenden Woche 300 Schafe angegriffen, von denen zwei Drittel dabei getötet oder verletzt wurden. „Österreich und Tschechien unterstützten Rumäniens Vorstoß auf EU-Ebene. Die Bundesregierung bleibt tatenlos. Dies vor dem Hintergrund, dass die Wolfspopulation weiter dynamisch und unbegrenzt wächst. Ebenso stetig wächst die Zahl der Nutztiere, die von Wölfen gerissen werden“, konstatiert der Abgeordnete.

Laut Experten sei der gute Erhaltungszustand des Wolfes, mit weit über 2.000 Tieren in Deutschland, deutlich mehr als erreicht. Deshalb müsse endlich gehandelt werden und „die Menschen in ländlichen Regionen, wie dem Wahlkreis, darf man nicht länger alleine lassen.“ Es sei gefordert – wie von Ministerseite anderer EU-Staaten auch – gesetzliche Spielräume dafür nutzen und sich auf EU-Ebene für eine Herabsetzung des Wolf-Schutzniveaus einsetzen: „Wir brauchen schnell bundesweit einheitliche unbürokratische Regeln für die Bejagung von verhaltensauffälligen Wölfen.“ Doch das Bundesumweltministerium plane keinen echten Dialog aller Beteiligten, sondern schmücke sich mit einem Feigenblatt.

„So werden die in vielen Regionen Deutschlands auftretenden Probleme durch die wachsende Wolfspopulation schlichtweg ignoriert, was nur das Fazit zulässt: Am laxen Umgang mit dem Wolf wird sich unter diesen Ampel-Regierungen im Bund und im Land wohl nichts ändern. So kann der Wolf, gelinde gesagt, den Deutschen auf der Nase tanzen“, bekräftigt Erwin Rüddel.

Pressemitteilung

Büro Erwin Rüddel, MdB

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Kommentare
30.06.202306:51 Uhr
Amir Samed

In vielen Ländern der Welt ist der Wolf (wieder) heimisch geworden, auch in Deutschland. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass dies auch so bleiben wird. Es hat sich gezeigt, dass ein vernünftiges Wildtiermanagment, allen Seiten zuträglich ist und dies zu einem vernüftigen Miteinander hinsichtlich Natur-, Wolf- und Nutztier- sowie dem Menschenschutz beiträgt. Anstatt sich also Gegenüber zu stehen müssen alle involvierten ein Managment erarbeiten, worin die zuvor genannten Prioritäten eingearbeitet werden. Das "Rad" brauch nicht neu erfunden werden, viele Länder auf der Welt haben damit gute Erfahrungen gesammelt, wir könnten davon Partizipieren. Auch hnsichtlich einer möglichen dauerhaften Ansiedlung von Bären, brauch es ein solches Managment. Vorraussetzung ist dafür ein Ideologiefreies und pragmatisches Zusammenarbeiten aller.

29.06.202311:51 Uhr
juergen mueller

Dass Herr Rüddel bekennender Wolfsgegner ist u. es für ihn alternativlos nur eine Lösung gibt ... DIE BEJAGUNG ... ist hinlänglich bekannt.
Anstatt sich einmal konstruktiv mit dem für ihn ausnahmslos bestehenden Problem auseinanderzusetzen setzt er seinen Fokus auf die Erhaltung seines Wahlkreises u. kommentiert so wie es dafür notwendig ist u. das ohne Rücksicht darauf, dass es auch sogen. Experten gibt, die mit Recht seine Auffassung NICHT teilen.
Immer nur das zu sagen, was andere hören wollen, entspricht genau der politischen Profilierungssucht, mit der sich (zu)viele Politiker umgeben. Es zählt nicht fundierter Sachverstand, sondern einzig u. alleine oberflächliches Wissen bzw. gar keines. Ich komme aus einer 3-Generationen Försterfamilie u. weiß im Gegensatz von Herrn Rüddel wovon ich rede. Beurteilen zu können, wer hier wem auf der Nase tanzt, gehört dazu.

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