Politik | 25.03.2020

Landrat kritisiert Haltung des Landes zur Kindertagespflege

Trotz Corona-Krise: Kindertagespflege wird weiter angeboten

Symbolbild.Foto: fujikama/Pixabay

Kreis Ahrweiler. Mit Erlass vom 13. März 2020 hat das rheinland-pfälzische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten geregelt. Die Kindertagespflege war von dieser Regelung nicht betroffen und „kann“ gemäß dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz weiterhin stattfinden. Dabei handelt es sich um eine Betreuung, die in der Regel im Haushalt der Kindertagespflegeperson für maximal fünf gleichzeitig anwesende Kinder angeboten wird.

Die Entscheidung des Landes stieß insbesondere bei Kindertagespflegepersonen im Kreis Ahrweiler auf großes Unverständnis, weil die Kindertagespflege nach dem Infektionsschutzgesetz ebenfalls zu den Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten gehört. Der Kreis Ahrweiler hat vor diesem Hintergrund am 18. März beim Landesjugendamt angefragt, ob von Seiten des Landes geplant sei, die Kindertagespflegestellen ebenfalls zu schließen - eventuell mit einer Notbetreuungsregelung wie sie auch für Kitas und Schulen gilt.

Mit Rundschreiben vom 19. März bekräftigt das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung nun, dass die Kindertagespflege von der Schließung nicht betroffen sei. Es handele sich bei der Kindertagespflege in Rheinland-Pfalz um eine sehr familiennahe Betreuung, in der lediglich bis zu fünf Kinder von einer Tagespflegeperson betreut würden.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Fachbereichsleiterin Siglinde Hornbach-Beckers kritisieren das Vorgehen: „Die Haltung des Landes ist für uns nicht nachvollziehbar. Kindertagespflegestellen werden je nach Betreuungsbedarf der Eltern belegt, so dass Tagespflegestellen über die Woche verteilt auch mehr als 5 verschiedene Kinder betreuen können. Das Ziel, unnötige soziale Kontakte möglichst einzuschränken, wird hier nicht konsequent verfolgt.“

Hinsichtlich wirtschaftlicher Einbußen im Falle der Schließung einer Tagespflegestelle hat das Landesamt auf eventuelle Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz sowie auf angekündigte Unterstützung von Bund und Land für Kleinselbstständige verwiesen.

Seitens des Kreisjugendamts wurde den Kindertagespflegepersonen bereits am 17. März mitgeteilt, dass die laufende Förderung weitergezahlt wird, wenn Kinder aufgrund von Krankschreibung, Quarantäne oder vorsorglicher Entscheidung der Eltern nicht zur Betreuung erscheinen. Daneben wird der Kreis die bewilligte laufende Geldleistung auch dann an die Kindertagespflegepersonen zahlen, wenn diese aufgrund von eigener oder Quarantäne einer haushaltsangehörigen Person ihre Tagespflegestelle schließen müssen.

Pressemitteilung Kreisverwaltung Ahrweiler

Symbolbild.Foto: fujikama/Pixabay

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Ein CDU-Mitglied aus Koblenz: Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Wahl! Ich wünsche Ihnen viel Kraft für diese neue Herausforderung! Sie haben uns heute auf dem CDU-Kreistag mit Ihrem „Feuer in den Augen“ voll überzeugt!
  • Boomerang : Ein Problem unserer modernen inclusions Gesellschaft. Einer der die Bestimmungen nicht kennt oder der sie nicht akzeptiert fängt damit an und viele andere folgen dem Negativbeispiel. Abhilfe - Videoüberwachung mit Gesichtserkennung.
  • Peter Heinrichs : Ein sehr ausführlicher Bericht über eine so wunderbare Sache. Ich bin sehr stolz auf meine Tochter Anna Fraser.
Rund ums Haus
Dauerauftrag
Umbau Vulkan Brauerei Mendig
Titel
Rund ums Haus Daueranzeige
Vorsätze 2026
Imageanzeige
Karneval Ettringen 2026
Titelanzeige
Dauerauftrag 2026
Empfohlene Artikel

Kreis Ahrweiler. Die SPD-Frauen im Kreisverband Ahrweiler setzen ihr Veranstaltungsformat fort und laden am Sonntag, 1. Februar 2026, zur fünften „Walk & Talk“-Tour ein. Treffpunkt ist um 14:30 Uhr am Parkplatz Marienköpfchen an der Schutzhütte Brohltalblick in Oberzissen. Von dort aus führt ein gemeinsamer Spaziergang rund um das Rodder Maar, bevor der Nachmittag bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklingt.

Weiterlesen

Remagen. Gemäß der Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene des Bundes setzt die Deutsche Bahn (DB) im Rahmen eines Neustarts schnelle Verbesserungen bei Sauberkeit und Sicherheit an den Bahnhöfen um. DB InfraGO-Chef Philipp Nagl und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder stellten in Remagen das Sofortprogramm für Rheinland-Pfalz vor, mit dem das Stationserlebnis für die Kundinnen und Kunden bereits in diesem Jahr spürbar ansprechender wird.

Weiterlesen

Weitere Artikel

In einer Wohnung befanden sich Angehörige der Ex-Partnerin

24.01.: Brandstiftung wegen Beziehungsende: 20-Jähriger setzt Mehrfamilienhaus in Flammen

Köln. In der Nacht von Freitag auf Samstag (24. Januar) hat die Polizei Köln im Stadtteil Kalk einen 20-jährigen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, einen Brand in einem Mehrfamilienhaus gelegt zu haben. Der Haftrichter ordnete am Sonntag Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts des versuchten Mordes in sechs Fällen, schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung an. Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Weiterlesen

Wut und Unverständnis bei der Stadtratssitzung in Bad Neuenahr-Ahrweiler - Bürgermeister Orthen: „Wir werden nicht auf Sicherheit zulasten der Menschen verzichten!“

Flut-Schutz: Will Mainz das Ahrtal im Regen stehen lassen?

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Gewässer- und Freiraumplanung im Rahmen des Wiederaufbaus.“ Eigentlich ein harmloser und sachlicher Titel für die Haupttagesordnungspunkte im Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Hätte da nicht Hermann-Josef Pelgrim von der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Auszüge aus einem Rundschreiben des Mainzer Umweltministeriums, das am 20. Januar in der Kreisstadt eingegangen ist, per Beamer präsentiert.

Weiterlesen

Der Mann könnte aufgrund seiner Erkrankung örtlich desorientiert sein

Vermisst: Wo ist der 62-jährige F. Geens?

Köln. Seit Sonntagabend, dem 24. Januar, wird der 62-jährige Kölner F. Geens vermisst. Er verließ gegen 21.30 Uhr das Evangelische Krankenhaus in Bergisch Gladbach, wo er zur stationären Behandlung war, und kehrte von seinem Spaziergang nicht zurück.

Weiterlesen

Helfende Hände gesucht
Image
Pellets
Handwerker für Hausmeistertätigkeiten
Karneval in Ettringen 2026
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
 OMG174936/0
Umbau Vulkan
Umbau Vulkan Brauerei
49/307639/2366526/4622273
Werbeplan 2026
Stellenanzeige
Kooperationsgeschäft
Angebotsanzeige (Januar)
Daueranzeige 2026