Politik | 15.02.2016

CDU in der Verbandsgemeinde Dierdorf

Über Lösungen für drohende Leerstände diskutiert

Beim Neujahrsgespräch stellte eine fachkompetente Runde Konzepte vor

Eine Expertenrunde diskutierte über die Folgen der demografischen Entwicklung.privat

Großmaischeid. Über demografische Entwicklungen wird schon länger in Politik und Gesellschaft gesprochen. Gerade in ländlichen Regionen werden Menschen weniger, dafür älter. Eine Folge daraus sind Wohnhäuser, die leer stehen, und Ortskerne, die an Attraktivität verlieren. Über Lösungen zu diesen Herausforderungen diskutierte die CDU in der Verbandsgemeinde Dierdorf im sehr gut besuchten Bürgerhaus in Großmaischeid. Der Vorsitzende Markus Wagner konnte neben zahlreichen CDU-Mitgliedern und interessierten Bürgern auch Vertreter anderer politischer Gruppierungen begrüßen. „Das zeigt, dass das Thema für alle wichtig ist“, betont Wagner und erklärt weiter, dass die demografischen Entwicklungen nicht nur mehr auf dem Papier existierten. Es zeige sich deutlich, dass Unternehmen nach Fachkräften suchten, Vereine um Mitglieder werben, Geschäftsräume zunehmend leer stünden und die Nahversorgung in den Gemeinden sich schwieriger gestalte als in der Vergangenheit. Die erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Dierdorf und Moderatorin der Expertenrunde am Abend, Martina Jungbluth, konnte unter anderem den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod, Klaus Lütkefedder, zu diesen Herausforderungen befragen. Lütkefedder, der Initiator des Projektes „Leben im Dorf – leben mittendrin“ ist, hatte konkrete Antworten auf diese Fragen. Das Wallmeroder Modell sieht dabei in der sehr stark ländlich und kleinteilig strukturierten Westerwälder Verbandsgemeinde eine konsequente Innenentwicklung vor. Potenzielle Häuslebauer und -sanierer werden mit finanziellen Anreizen für Investitionen in den Ortszentren belohnt. Auf diese Weise wurden seit 2004 rund 230 Projekte gefördert. In über 70 Prozent der Fälle geht die Förderung an junge Familien mit ein oder zwei Kindern. Die Förderung wirkt dabei wie ein kleines Konjunkturprogramm, das rund 36 Millionen Euro Investitionen in der Verbandsgemeinde Wallmerod auslöste. „Seitdem ist Wohnen im Ortskern unserer Gemeinden wieder chic“, freut sich Bürgermeister Lütkefedder. Den richtigen Zeitpunkt zum Einlenken nicht zu verpassen, sei die größte Hera®usforderung für die Kommunen, ist sich die Kommunalplanerin Christine Hicking sicher. Man müsse abwägen, wie man den berechtigten Anspruch auf Bauplätze im Neubaugebiet in sinnvollen Einklang mit der innerörtlichen Entwicklung bringe. Entscheidend hierbei sei auch die Struktur und Größe der zu betrachtenden Kommune. „Wichtig ist aber, dass man etwas tut“, betonte Planerin Hicking. Der CDU Landtagskandidat Jörg Röder mahnte, „dass man nicht auf Konzepte oder Lösungen aus Mainz oder Berlin warten sollte, wenngleich das Land die Kommunen endlich auch mit den notwendigen finanziellen Mitteln für diese Herausforderungen ausstatten muss. Das wäre die notwendige Hilfe zur Selbsthilfe.“ Der Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach rundete die Expertenrunde ab. Er warb für das im Kreis Neuwied implementierte Modell der „Leerstandslotsen“, das die Einbindung ehrenamtlicher Berater vor Ort vorsieht. Die CDU unter Führung des Vorsitzenden Wagner und der Beigeordneten Jungbluth wollen das Thema der innerörtlichen Entwicklung für die Verbandsgemeinde Dierdorf im Auge behalten und in ihrer politischen Agenda fest verankern.Pressemitteilung CDU VG Dierdorf

Es wurden verschiedene Projekte und Modelle vorgestellt.privat

Es wurden verschiedene Projekte und Modelle vorgestellt.Foto: privat

Eine Expertenrunde diskutierte über die Folgen der demografischen Entwicklung.Foto: privat

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