Politik | 17.11.2020, 12:16 Uhr

Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), MdB

Umfassende Aufklärung und wirksame Krisenprävention wichtig

Neues Ausmaß des Zugunglücks in Niederlahnstein wird Thema im Beirat leiseres Mittelrheintal

Lahnstein. Anlässlich der Sitzung des Beirats Leiseres Mittelrheintal der Deutschen Bahn AG und den jüngsten Veröffentlichungen über das Ausmaß der Umweltbelastung nach dem Zugunglück in Niederlahnstein erklärt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete, Mitglied im Beirat, Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen): „Wir haben das Thema auf die Tagesordnung der Beitratssitzung gesetzt. Denn es muss nun umfassend aufgeklärt werden, wie groß die Belastung durch den ausgelaufenen Diesel tatsächlich ist und wie das Sanierungskonzept angepasst wird. Es ist mir unverständlich, dass mit 180.000 Litern fast doppelt so viel Diesel in den Boden versickert sind, als anfangs mit 100.000 Litern angenommen. Man sollte doch meinen, dass Unternehmen wissen, wieviel Fracht sie laden und durch das Rheintal transportieren. Wichtig ist aber vor allem, dass jetzt unmissverständlich klar wird, wie die Sanierung des Erdreichs vollumfänglich erfolgen soll. Die Bahn muss schnellstmöglich ein neues Sanierungskonzept vorlegen. Eine Verunreinigung von Grundwasser oder Rhein muss schnellstens gestoppt werden; Bodenverunreinigung ist nicht ohne Grund eine Straftat. Ich kann verstehen, dass die Anwohnerinnen und Anwohner stinksauer sind. Nicht nur die ständige Lärmbelastung, auch das Gefahrenpotenzial, das solche Unfälle für Mensch und Umwelt bergen, thematisieren die Menschen im Rheintal immer wieder. Dies wird aber leider von den Verantwortlichen oft heruntergespielt. Genau damit wird die Akzeptanz der Bevölkerung verspielt, die nötig ist, um die für den Klimaschutz unabdingbare Verkehrswende einzuleiten und den Gütertransport auf die Schiene zu verlagern. Statt einer scheibchenweisen Aufklärung braucht es eine offene und ehrliche Krisenkommunikation und - noch viel wichtiger - eine wirkungsvolle Krisenprävention beispielweise durch Investitionen in das marode Schienennetz wie auch in den Netzausbau. Eine Machbarkeitsstudie für eine Alternativtrasse zum überlasteten Mittelrheintal muss dringend auf den Weg.“

Pressemitteilung

Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), MdB

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