Politik | 11.03.2022

CDU-Landtagsabgeordnete zu Besuch im Forstamt Neuhäusel

Unterstützung für den Wald ist notwendig

Jenny Groß. Foto: CDU

Neuhäusel. Seit Beginn ihrer Tätigkeit als CDU-Landtagsabgeordnete im Jahr 2019 sucht Jenny Groß den engen Austausch mit dem Forstamt Neuhäusel. Im Fokus der heimatverbundenen Politikerin liegt die Entwicklung des Waldes, doch auch nachhaltige Projekte, die in eine richtungsweisende Zukunft führen, sind für sie von großer Bedeutung. Friedbert Ritter, der Leiter des Forstamtes Neuhäusel, empfindet das stetige Gespräch ebenfalls als sehr gut. „Es ist der Austausch zwischen der Politik und der Praxis, der uns zusammen voranbringt.“ Vorangebracht wird in manchen Verbandsgemeinden des Westerwaldes auch die Windenergie. Vor Jahren schon wurden mit der Planung des Windparks Haiderbach begonnen sowie die vertraglichen Voraussetzungen für Windkraftanlagen im Staatswald geschaffen. Diese Schritte wurden in der frühen Phase mit einer Informationsveranstaltung begleitet. Jetzt, so berichtet Ritter, sind die Pläne sowie die Standorte noch einmal überarbeitet worden. Nach einem aufwendigen Verfahren unter Beteiligung aller Behörden und der Öffentlichkeit, wurde 2016 der Flächennutzungsplan „Teilplan Windenergie“ der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach genehmigt. Wichtig war es, dass durch diesen „Teilplan Windenergie“ raumordnungsrechtlich die Voraussetzungen für ein geordnetes Verfahren, auf den ausgewiesenen Vorrangflächen, für die Windenergie geregelt wurde. Durch den „Teilplan Windenergie“ als Teil der kommunalen Bauleitplanung ist bauordnungsrechtlich vermieden worden, den sogenannten Planvorbehalt nach Paragraf 35 des Baugesetzbuches zu nehmen. Damit, so sind sich Groß und Ritter einig, wurde die „Wildwuchs-Planung“ verhindert. Nun läuft die Prüfung zur Genehmigung von drei Windkraftanlagen auf Flächen des Staatswaldes. Wenn alle notwendigen Antragsunterlagen eingegangen und geprüft sind, beginnt das öffentliche Beteiligungsverfahren.

Ritter selbst zeigt sich offen für den stetigen Dialog mit beteiligten Behörden, Kommunen und der Öffentlichkeit, wie der Bürgerinitiative, sodass mit ihm als Vertreter von Landesforsten die stets notwendigen Fragestellungen erörtert werden können. Erste Fortschritte gibt es bei der Entwicklung bei dem, durch Windwurf und Borkenkäfer, geschädigten Wald. Ritter zeigt sich hoffnungsvoll optimistisch: „Unsere Anstrengungen der letzten Jahre im Waldumbau zeigen Wirkung, die Naturverjüngung des Waldes auf den Schadflächen ist im Gange. Auf vielen Flächen wurden bereits seit den 1990er Jahren unter Fichtenaltbeständen Buche als zentrale Mischbaumart für die kommende Waldgeneration von den Förstern eingebracht. Zusammen mit der auf großen Flächen zu erwartenden Naturverjüngung und einem punktwirksamen bis kleinflächigen Pflanzen von klimaresilienten standortsangepassten und standortsheimischen Mischbaumarten schließt sich das Konzept für die Wälder der Zukunft. Das Konzept setzt auf eine zielgerichtete Förderung der Anpassungsfähigkeit von Mischwäldern. Das Forstamt hat hier beim Pflanzenankauf bei den Baumschulen auf angepasste Sonderherkünfte aus Rheinland-Pfalz geschaut, so auch bei der Buche mit der Sonderherkunft „Neuhäusel“.

Als hilfreich hat sich dabei auch die finanzielle Förderung aus dem GAK (Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes) - Programm erwiesen. 6,5 Millionen Euro haben die kommunalen wie auch privaten Waldbesitzer im Forstamt Neuhäusel bisher erhalten. Fördergelder wurden vom Bund und vom Land Rheinland-Pfalz ausgezahlt für den Waldschutzansatz bei der Entnahme der vom Borkenkäfer befallenen Bäume, für die Wiederbewaldung, die Verkehrssicherung und die Holzkonservierung des Sturmwurfholzes aus dem Jahr 2020 im Nasslager und in Folienlager. Das GAK-Förderprogramm mit einer Fördersumme von 800 Millionen Euro hatte seinerzeit die damalige Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner ins Leben gerufen, um den schwer geschädigten Waldbesitzern Hilfe zur Wiederaufforstung zu geben. Das GAK-Förderprogramm läuft noch bis 2023. Wie die Förderung der Zukunft aussehen wird, ist derzeit noch ungewiss. Eine weitere Unterstützung für den Wald ist dringend notwendig, wie der Forstamtsleiter die sich derzeit darstellende Situation beurteilt. „Wir brauchen für die Waldbesitzer ein Zukunftsmodell der Finanzierung des Waldes, ein neues Finanzierungsmodell, um unseren Wald wieder zukunftsfähig zu machen für die Sicherung der wichtigen Ökosystemleistungen, der Klimaschutzleistungen sowie der Erholungs- und Freizeitleistungen des Waldes. Nicht vergessen werden darf die Bedeutung des Waldes als Rohstofflieferant.“ Besonders zu bemerken war und ist es, dass innerhalb der letzten zwei Jahre viele Initiativen zur Wiederaufforstung stattfanden, unterstützt und durchgeführt von Vereinen, Privatpersonen, Firmen und Dachverbänden. „Der Wald ist unsere Heimat, und die massiven Kahlflächen im Kreis lassen niemanden, der hier lebt, kalt. Bekannt ist auch, dass die Aufforstung eine Mammutaufgabe ist und wir diese nur mit vielen Akteuren lösen können, daher danke ich allen, die sich hier engagieren,“ so Jenny Groß, MdL (CDU) Und ganz zum Schluss des Gespräches lässt Ritter sich noch ein bislang nicht öffentlich bekanntes Forschungsprojekt, entlocken, welches kurz vor der Ausweisung, die im April erwartet wird, steht: Auf der Montabaurer Höhe wird ein etwa 65 Hektar großes Gebiet als Naturwaldreservat ausgewiesen. Naturwaldreservate sind wissenschaftliche Forschungsgebiete, mit dem Ziel eine vom Menschen unbeeinflusste Naturwaldentwicklung zu erforschen. Die daraus gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen in die Konzepte einer ökologisch ausgerichteten naturnahen Forstwirtschaft ein. Ritter verweist darauf, dass neben dem neu in der Ausweisung befindlichen Naturwaldreservat „Montabaurer Höhe“ seit 40 Jahren ein weiteres über 40 ha großes Buchen-Naturwaldreservat im Forstamtsbereich einer Naturwald-Forschung überlassen wird.

Pressemitteilung

Büro Jenny Groß, MdL (CDU)

Jenny Groß. Foto: CDU

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