Politik | 30.01.2019

SPD warnt: Jugendmedizinisches Zentrum auf der Pallottistraße würde noch mehr Verkehr in die Innenstadt ziehen

Verstärkung der Verkehrsprobleme und Belastung der Wohngebiete wären die Folge

Rheinbach. Mit Erstaunen haben die SPD-Mitglieder im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Planung und Verkehr den Plan eines Investors zur Kenntnis genommen, ein Jugendmedizinisches Zentrum mit fünf verschiedenen Praxen auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei der Pallottiner errichten zu wollen.

Das Pallotti-Areal soll nach der Masterplanung Innenstadt zum Wohngebiet entwickelt werden. Dabei muss ein besonderes Augenmerk auf die Verkehrsinfrastruktur gelegt werden. Schon heute ist der Zufahrtsbereich zur Pallottistraße verkehrstechnisch problematisch. Staus im Bereich Koblenzer Straße, der Straße Vor dem Voigtstor, Gymnasiumstraße und Pallottistraße sind an der Tagesordnung. Die geplante Wohnbebauung wird schon deutlich mehr Verkehr in diesen kritischen Bereich ziehen und die Gesamtsituation deutlich verschärfen.

Nun plant der Bürgermeister mit den Fraktionen von CDU und FDP zusätzlich zur Wohnbebauung ein Jugendmedizinisches Zentrum auf dem städtischen Grundstück an der Pallottistraße. Eine Planung für die Verkehrsführung und den Parkraum wurde nicht eingebracht, sondern soll jetzt nur für das Jugendmedizinische Zentrum untersucht werden. Bedenklich ist, dass es immer noch keine Verkehrsuntersuchung und noch keinen Bebauungsplan für den gesamten Bereich inklusive des Wohngebietes gibt.

Die Planung für das Jugendmedizinische Zentrum sieht lediglich 33 Tiefgaragenparkplätze vor, die größtenteils schon von den Ärzten und Mitarbeitern blockiert sein werden. Es ist absehbar, dass Parkplatzsuchverkehr die angrenzenden Wohngebiete zusätzlich belasten würde. Die Annahme des Investors, ein Großteil der Eltern würde mit ihren Kindern zu Fuß zum Arzt kommen, ist eher illusorisch. Zusätzlich zu den Eltern aus Rheinbach, werden verstärkt auch Familien von auswärts diese Praxen aufsuchen und mit dem PKW anreisen, denn die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr an dieser Stelle ist eher ungünstig.

„Offensichtlich steht der Investor unter erheblichem Zeitdruck und ist nicht bereit, seine Planungen auch auf alternative Standorte auszudehnen. Durch die überhastete Beratung im Fachausschuss entsteht der Eindruck, dass es nur darum geht, das städtische Grundstück für ein Jugendmedizinisches Zentrum zu verkaufen, das an sich begrüßenswert ist, aber nicht an diese Stelle gehört. Der Verkehr eines solchen Zentrums ist achteinhalb Mal so groß wie der Verkehr, der durch eine Wohnbebauung verursacht wird. Das ist an der Einmündung Pallottistraße/Vor dem Voigtstor nicht zu verkraften, wie bereits eine Verkehrsuntersuchung 2006 für diese Stelle klar ergeben hat,“ erläutert Dr. Georg Wilmers, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Planung und Verkehr die Bedenken der SPD Fraktion. „Außerdem passt ein solch großes Gebäude, wie es geplant ist, nicht in die vorhandene Bebauungsstruktur in diesem Bereich.“

„Der Bürgermeister muss dem Investor Alternativvorschläge unterbreiten, mit denen eine für alle Beteiligten attraktive Gesundheitsversorgung sichergestellt werden kann. Wir dürfen jetzt nicht unter Zeitdruck Entscheidungen treffen, die die gesamte innerstädtische Verkehrsentwicklung weiter verschlechtert und auch nicht die beste Lösung für den Investor bewirkt“, fasst Martina Koch, SPD Fraktionsvorsitzende, die Position der SPD zusammen.

An einem Standort, beispielsweise in der Nähe des Rheinbacher Bahnhofes, stünden öffentliche Verkehrsmittel gut erreichbar zur Verfügung. Das wäre ein Pluspunkt für das Projekt und würde Rheinbach weitgehend von zusätzlichem innerstädtischem Verkehr entlasten.

Pressemitteilung

der SPD-Ratsfraktion

Rheinbach

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