Elektronisches Stellwerk an der Ahrtalbahn - DB beabsichtigt Realisierung bis Ende 2017
Vorarbeiten gehen voran
GSM-R Mobilfunknetz ersetzt analoge Funksysteme der Deutschen Bahn
Dernau. Die Vorarbeiten zum Bau eines elektronischen Stellwerkes (ESTW) an der Ahrtalbahnstrecke gehen voran. Wie in Blick aktuell bereits exklusiv berichtet, beabsichtigt die Deutsche Bahn (DB) Netz AG die Realisierung dieses Systems bis Ende 2017. So laufen derzeit Vermessungsarbeiten an den Bahnsteigen am Dernauer Bahnhof sowie am bislang unbeschrankten Bahnübergang „Steinbergsmühle“ in Dernau. An diesem gefährlichen Kreuzungsbereich sollen mit Einführung des ESTW Halbschranken zur Sicherung des Personen- und Autoverkehrs installiert werden. Die Planungen für den Umbau des Bahnüberganges in der Dernauer Ortsmitte („Posten 6“) hingegen sind indes noch nicht weiter fortgeschritten, nachdem das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) diese verworfen hatte (Blick aktuell berichtete bereits exklusiv). Auch in Dernau selbst hat es Bedenken gegen die ursprünglichen DB-Planungen gegeben. Modulgebäude für die elektronischen Stellwerke sollen nach Informationen von Blick aktuell demnach an den Bahnhöfen Kreuzberg und Dernau sowie in Höhe des Hotels „Zum Sänger“ entstehen (Bahnkilometer 15) entstehen. Voraussetzung zur Einführung eines ESTW ist jedoch ein funktionierendes GSM-R-Funknetz entlang der Ahrtalbahnstrecke.
Lückenloses Funknetz
Es ist erforderlich, dass die Triebwagenführer künftig über ein lückenloses Funknetz verfügen. Derzeit laufen gegen die Standorte der hierzu erforderlichen, wuchtigen Funkmasten jedoch noch Widersprüche, so in Dernau und Mayschoß. Im Zuge der Einführung des ESTW sollen, wie ebenfalls bereits berichtet, die Fahrdienstleiter und damit das letzte Personal an den Bahnhöfen eingespart werden. Die Deutsche Bahn, Regionalnetze Mitte in Frankfurt, teilte auf Rückfrage von Blick aktuell hierzu mit, dass die Überarbeitung des Planrechtsantrages weitestgehend abgeschlossen ist. Auch die Planung für den Bahnübergang in km 19,120 (Neubau einer technischen Sicherung) sei inzwischen im Entwurf erstellt. Es fehle hierzu nur noch die Fertigstellung einiger Gutachten (Baugrund, Baulärm). Wegen des ebenfalls vorgesehenen Umbaus des Bahnübergangs in der Dernauer Ortsmitte soll in Kürze eine Abstimmung mit der Ortsgemeinde Dernau stattfinden, damit die Planungen mit dem Straßenbaulastträger abgestimmt werden können.
Überblick über die Technik GSM-R
Das GSM-R Mobilfunknetz ersetzt nahezu alle analogen Funksysteme der Deutschen Bahn AG. Es realisiert die wichtigsten für den Bahnbetrieb erforderlichen Funkanwendungen durch spezielle Dienstfunktionen, die sogenannten R-Merkmale. Das GSM-R Mobilfunknetz stellt eine einheitliche, standardisierte und europaweit interoperabel Systemplattform zur Verfügung, auf der die mobilen Sprach- und Datenfunkanwendungen der Deutschen Bahn AG aufsetzen. Die Netzarchitektur ist entsprechend den relevanten GSM-Standards geplant und entspricht weitgehend der bestehender öffentlicher GSM Mobilfunknetze. Sie orientiert sich an den geforderten Verkehrsbelastungen und funktionalen Verfügbarkeiten. Die technische Realisierung setzt die Nutzung öffentlicher Standards für Schnittstellen und Interworking-Funktionen voraus. Daraus abgeleitet ergibt sich generell ein modular aufgebautes Netz, das durch verschiedene Standard-Netzelemente gekennzeichnet ist. Die Verfügbarkeit des Gesamtnetzes bei gleichzeitiger Optimierung der Übertragungswege steht dabei im Vordergrund (Quelle: Deutsche Bahn).
Der Bahnübergang in Dernau an der Steinbergsmühle erhält Halbschranken.Foto: WITE
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