Politik | 07.09.2021, 16:46 Uhr

Nach langen Bemühungen folgte jetzt im Wachtberger Infrastukturausschuß „grünes Licht“

Vorplatz des Henseler Hofs bekommt endlich eine ökologische Aufwertung

Wachtberg. Seit Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2019 war der versiegelte Vorplatz des Henseler Hofs in Niederbachem buchstäblich Stein des Anstoßes. Insbesondere die Wachtberger Parents for Future setzten sich mit vielen Bürger*innen dafür ein, dass – angesichts des zunehmenden Klimawandels – eine solche „Steinwüste“ kein Aushängeschild für eine zukunftsorientierte Gemeinde sein kann.

„Man kann nicht einerseits gegen die versteinerten Vorgärten bei privaten Baumaßnahmen sein, andererseits aber selbst unnötige und überflüssige Betonversiegelungen vornehmen“, kritisierten die Parents die nach ihrer Auffassung „doppelbödige Argumentation“ der kommunalen Politik.

Begrünungen sollen den Platz aufwerten

Mit Vorschlägen und Begrünungsvarianten wandten sie sich regelmäßig an die Verwaltung und den Rat, den mittlerweile mit Schwerlastbetonsteinen vollflächig zugepflasterten Platz harmonisch zu begrünen. Vorgeschlagen wurden weitere Solitärbäume, Raum bildende Grünelemente und eine mögliche Fassadenbegrünung des Gebäudes „Henseler Hof“.

Daraufhin wurde als erste Maßnahme durch die Verwaltung ein Solitärbaum als zentrales Element der Platzgestaltung mittig in die Steinfläche gesetzt und mit einem zusätzlichen Bankelement ergänzt. Der Heimatverein Niederbachem verschönerte die Wurzelscheibe mit Geranien und schuf so eine gerne angenommene Verweilzone.

Jetzt hat das Planungsbüro, das auch mit dem inneren Umbau des Henseler Hofes beauftragt ist, für den Vorplatz eine neue Grünplanung vorgelegt, die im letzten Ausschuss für Infrastruktur auf der Tagesordnung stand.

Mit Hochbeeten können Verweilzonen geschaffen werden

Kern dieser Planung ist ein breites geschwungenes Hochbeet mit schattig angeordneten Sitzgelegenheiten, das dem Platz eine gemütliche rondellartige Struktur bietet. Die Funktionstrennung zum Gaststättenbereich wurde ebenfalls mit Grünelementen in Form von Hochbeeten vorgenommen. An der Fassade sind – so der Plan - weitere Pflanzelemente vorgesehen, die den Toilettenbereich der Innenraumplanung kaschieren.

Aus Sicht der Wachtberger Parents ist diese Planung ein sehr guter Lösungsansatz, um den Platz nach einem langen und buchstäblich steinigem Weg zu einem freundlichen und gerne angenommenen Verweilort für Jung und Alt zu machen.

Die Begrünungslösung hätte man schon früher haben können

Damit hat sich nach jahrelangem Hin und Her die Lösung ergeben, die schon von Anfang an hätte umgesetzt werden können, wenn man sich schon bei der Juryentscheidung für die Platzgestaltung mit den Ursachen des Klimawandels – am Beispiel versiegelnder Betonflächen – beschäftigt hätte. Ein weiterer zukunftsfester Planungsschritt ist das Anbringen von Photovoltaikanlagen auf dem Gebäude. Mit beiden Planungen, sowohl mit der Platzbegrünung als auch mit der Solaranlage auf dem Dach des Gebäudes, wurden die Anregungen der Wachtberger Parents for Future umgesetzt.

Auch wenn von den Wachtberger Grünen wiederholt gegen die Begrünungspläne auf dem Vorplatz votiert wurde, hat der Ausschuss für Infrastruktur der Planung dennoch mehrheitlich zugestimmt, so dass die Maßnahme nun die weiteren Hürden, wie die Beantragung der Finanzierung mit Fördermitteln, nehmen kann.

Die Parents nehmen die Diskussionen um die Platzgestaltung des Henseler Hofs zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass nur ein Zusammenwirken von Rat und den Bürger*innen zu einem tragfähigen Kompromiss führen kann.

Die Bürger bei grundsätzlichen Entscheidungen mit einbeziehen

Vor dem Hintergrund des immer deutlicher werdenden Klimawandels appellieren die Parents an die Politikkandidaten, nicht nur unmittelbar vor Wahlterminen mit Luftballons und Kugelschreibern vor den Läden zu stehen, sondern auch nach der Wahl die Belange, Vorschläge und Zukunftsvorstellungen der Bürger aufzunehmen. Eine Abschottung des Rates gegenüber den Bürger*innen, wie es derzeit leider durchgehend in der Klimafrage in Wachtberg geschieht, halten die Wachtberger Parents für kontraproduktiv. Sie appellieren daher erneut, sich nicht dem Dialog mit den Bürger*innen Wachtbergs zu entziehen – oder wie Annalena Baerbock sagt: „wegzuducken“.

Pressemitteilung

Parents for Future

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