Kreisparteitag der CDU Mayen-Koblenz im Polcher Forum
Vorstand beschritt bei der Kandidatenvorstellung neue Wege
Polch. Der CDU-Kreisverband Mayen-Koblenz hatte zum jährlichen Kreisparteitag geladen, bei dem turnusmäßig diesmal keine Vorstands-, sondern lediglich Delegiertenwahlen auf dem Programm standen und im Wahljahr natürlich die Vorstellung der beiden Bewerber für die Bundestagswahl am 24. September. 167 Wahlberechtigte aus dem rund 3.500 Mitglieder starken Verband fanden den Weg in das Polcher Forum, wie die Mandatsprüfungskommission feststellte. Carla Diede und ihr Team von der Kreisgeschäftsstelle hatten alles organisatorisch gut vorbereitet und so war die Veranstaltung nach knapp zwei Stunden eine rundum gelungene Sache.
Alle personellen Voraussetzungen für die anstehenden Wahlen von Delegierten, wie die Bildung eines Tagungspräsidiums, von Mandats- und Stimmzählkommissionen und weiteren Positionen waren vom Vorstand intensiv vorbereitet und wurden alle einstimmig oder mit überwältigender Mehrheit gebilligt, ebenso wie die zum späteren Zeitpunkt durchgeführten eigentlichen Wahlen.
Nach dem Gedenken an die Verstorbenen konnte daher Dr. Adolf Weiland, MdL als Kreisvorsitzender zügig zu den Grußworten von Polchs Stadtbürgermeister Gerd Klasen und Landrat Dr. Saftig überleiten. Der Landrat begrüßte die Anwesenden mit dem guten Bauchgefühl eines realistischen Optimisten zur Bundestagswahl im Herbst und konnte beim Insichhören keinerlei Wechselstimmung wahrnehmen. „Der Kreis ist unter Führung der CDU immer gut gefahren“ betonte Dr. Saftig und machte die Feststellung fest am, auch ohne Flüchtlinge, gewachsenen Bevölkerungswachstum oder der Rückzahlung von 35 Mio. Euro Schulden in den vergangenen vier Jahren. Mit einem Schmunzeln bedauerte der Landrat mit Blick auf die langjährige Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil, dass sie sich künftig wohl einen neuen Partner für ihre Fahrgemeinschaft nach Berlin suchen müsse.
Moderierte Frage- und Antwortrunde durchgeführt
Für die Vorstellung der CDU-Wahlkreiskandidaten Mechthild Heil für den Bundestagswahlkreis 198 Ahrweiler und Josef Oster für den Wahlkreis 199 Koblenz hatte sich die Parteitagsleitung unter ihrem seit 1994 Vorsitzenden Dr. Adolf Weiland, MdL etwas Neues gewagt. Sind solche Vorstellungstermine bisher üblicherweise von einer umfassenden „Frontalrede“ geprägt, so wurde beim diesjährigen Parteitag erstmals eine moderierte Frage- und Antwortrunde durchgeführt, der sich jeweils eine knapp halbstündige Diskussion in Arbeitsgruppen mit den Bewerbern anschloss. In einer dritten Arbeitsgruppe konnten parallel Interessierte mit dem Mitglied Ernst Einig im Ausländerbeirat des Landkreises Mayen-Koblenz schon im Vorfeld der Kommunalwahl 2019 die Themen Integration und Migration besprechen, denen dabei eine besondere Bedeutung zugemessen wird.
An einer solchen Stelle zwar bisher selten praktiziert und dennoch aus seiner bisherigen politischen Tätigkeit routiniert moderierte Kreisvorsitzender Dr. Weiland eine Fragerunde an die beiden Wahlkreiskandidaten, die den Bereich des Kreisverbandes tangieren. Von Mechthild Heil, die 2009 erstmals in den Bundestag einzog und daher inzwischen ihren dritten Wahlkampf dazu eingeleitet hat, erfuhren die Zuhörer einiges über ihre vorherige Tätigkeit als selbständige Architektin und die dabei gewonnene Stressresistenz, die man in Berlin ganz gut brauchen könne. Ob die regionale Verwurzelung für ihre Berliner Arbeit nützlich sei, wollte der Moderator wissen. In Berlin werde dem Grunde nach oftmals Politik für Großstädte gemacht, gestand Frau Heil, da sei eine Verbindung zum ländlichen Raum schon sinnvoll. „Ich bin hier zuhause, jährlich 22 Sitzungswochen in Berlin und möchte da nicht wohnen“, versicherte die erfahrene Politikerin unumwunden. Wie schafft man es Politik, Wahlkampf, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen? Zunächst einmal sind ihre drei Söhne bereits erwachsen und aus dem Haus. Die vielen Berliner Wochen sind für Freunde manchmal etwas schwierig, aber sie hat viele. „Man muss alles mit sehr viel Disziplin angehen und auch mit Spaß, aber den habe ich immer noch dabei“ versichert die Bundestagsabgeordnete.
Der 46-jährige Josef Oster war den anwesenden Parteitagsmitgliedern natürlich weniger gut bekannt, weil er erstmals kandidiert und dabei die Nachfolge des langjährigen Koblenzer Wahlkreisabgeordneten Dr. Michael Fuchs antreten möchte. Herr Oster ist seit mehr als 15 Jahren Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems. Was motiviert einen Bürgermeister, zwischen dem und dem Himmel manchmal nur noch ein Landrat steht, in die Bundespolitik zu gehen, so eine der provozierenden Fragen an den Kandidaten? Die lange Zeit der Tätigkeit lässt vieles inzwischen zur Routine werden und da ist es schon eine reizvolle Aufgabe, die gemachten Erfahrungen auf anderer Ebene einzusetzen. Und so ganz neu ist der Arbeitsort Berlin für Herrn Oster nicht, war er doch in der historischen Phase des Umzugs nach Berlins für drei Jahre Büroleiter des Abgeordneten Peter Bleser. Der Bundestagswahlkampf bietet dem Kandidaten Oster vollkommen neue Eindrücke, obwohl er bereits reichlich Erfahrungen in Bürgermeisterwahlkämpfen gesammelt hat. Besonders reizvoll ist dabei für ihn, ständig neue Menschen kennen zu lernen. WEC
Engagiert diskutiert Josef Oster in seiner Arbeitsgruppe angesprochene aktuelle Themen.
CDU-Kreisvorsitzender Dr. Adolf Weiland, MdL (M.) moderierte routiniert die Fragerunde an die beiden Bundestagsbewerber Mechthild Heil und Josef Oster.
