Wer wird Landrätin im Kreis Cochem-Zell - der Kandidatencheck
Wahl im Kreis Cochem-Zell: Anke Beilstein
Wer wird die neue Landrätin im Kreis Cochem-Zell. Wir stellen beide Kandidatinnen vor, diesmal Anke Beilstein.
Name: Anke Beilstein.
Wohnort: Ernst.
Beruf: Dipl.-Verwaltungswirtin (FH), Landtagsabgeordnete.
Alter: 57.
Partei: CDU.
Kontakt (Homepage): info@anke-beilstein.de - www.anke-beilstein.de.
Ziele:
- den Dienstleistungscharakter der Kreisverwaltung stärken
- die ärztliche und pflegerischer Versorgung verbessern
- Vereine und Ehrenamt nach besten Kräften unterstützen
- den Katastrophenschutz gut aufstellen
- moderne Schulen und bedarfsgerechter Kita-Ausbau
- alle Menschen mit ihren Ideen und Fähigkeiten einbinden
Motivation: Unser Landkreis liegt mit am Herzen. Hier bin ich geboren, aufgewachsen und fest verwurzelt. Daher bringe ich mich aus Überzeugung im Ehrenamt ein. Mit meiner beruflichen Ausbildung als Diplom-Verwaltungswirtin (FH) bringe ich die fachlichen Voraussetzungen mit und durch meine Tätigkeit in der Kommunal- und Landespolitik die politische Erfahrung. Ich möchte meine Heimat gemeinsam mit allen engagierten Akteuren in eine gute Zukunft führen – aus Heimatliebe.
Engagement: Seit meiner Jugend bin ich vielfältig im Ehrenamt und Vereinen aktiv, z.B. als Sängerin und Flötistin bei ANIMO, die seit 1990 die kulturelle Szene bereichert. Politisch betätige ich mich seit 1989 in meiner Heimat, war 10 Jahre Ortsbürgermeisterin von Ernst und bin aktuell die 1. Kreisbeigeordnete.
Wissenswertes: Ich bin bekennender Familienmensch (verheiratet 3 Kinder, 1 Enkel) und halte diese Alltagserfahrungen hilfreich für eine bürgernahe Politik. Mein christlicher Glaube gibt mir Kompass, besonders in schwierigen Zeiten. Zu meinen persönlichen Stärken gehört, dass ich vorurteilsfrei auf jeden Menschen zugehe und hilfsbereit bin. Als ausgesprochener Optimist lache ich gerne und bin bestrebt, das Miteinander von Menschen zu fördern.
1. Wie kann die Digitalisierung endlich gelingen und das möglichst schnell?
Die vom Landkreis initiierte gute Breitbanderschließung muss fortgesetzt werden, denn zur Nutzung der digitalen Möglichkeiten ist eine leistungsfähige Infrastruktur unerlässlich. Für den ländlichen Raum ergeben sich viele Chancen, z.B. Homeoffice für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Vermeidung von Fahrtkosten. Über das virtuelle Kraftwerk wird es möglich sein, dass wir unseren Menschen und Unternehmen Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit durch die Bereitstellung von bezahlbarer, regionaler und regenerativer Energie gewährleisten. Über Projekte wie „Smarter Weinberg“ gibt es neue Chancen für den Steillagenweinbau. Die App „Smartes Wohnen im Alltag“ soll Mobilitätsangebote bündeln und dabei unterstützen, im ländlichen Raum mobil zu bleiben. Doch bei allen Zukunftsideen wird es wichtig sein, die Menschen zur Nutzung zu befähigen und digitale Isolation zu vermeiden. In der Verwaltung bedarf es medienbruchfreier Abläufe, die rechtssicher sind.
2. Welche neuen Akzente müssen im Tourismus gesetzt werden?
Zunächst gilt es, eine über allem stehende Herausforderung anzugehen: den Fachkräftemangel. Ohne Fachkräfte wird niemand investieren. Daher ist neben einer Modernisierungskampagne ganz wesentlich die Erschließung und Qualifizierung neuer Fachkräftepotenziale (z. B. aus dem Ausland) sowie die Attraktivierung einer Beschäftigung in Hotellerie und Gastronomie (z. B. Schaffung Ganzjahresdestination, regelmäßige Arbeitszeiten, Fortbildungsangebote). Zudem benötigen wir Angebote, die auf die Bedürfnisse neuer Zielgruppen zugeschnitten sind. Denn erfreulicherweise erleben wir gerade zunehmend Zuspruch von jungen Familien sowie naturbegeisterten und sportlichen Menschen. Unsere Region bietet naturaffinen Urlaubern eine Menge Möglichkeiten, undzwar in Eifel, Mosel und Hunsrück. Über E-Bikes ist auch die Bewältigung von Anstiegen problemlos möglich, sodass neue Verbindungen möglich sind bzw. geschaffen werden müssen.
3. Thema Medizinische Versorgung: Wie kann die medizinische Versorgung auch zukünftig sichergestellt werden?
Der Handlungsbedarf für den Landkreis besteht, da er von der eigentlich zuständigen Stelle (Kassenärztliche Vereinigung) nicht erfüllt wird. Wir benötigen sowohl kurzfristige wie langfristige Lösungen. Ein Ansatzpunkt ist ein Konzept mit Studienplatzvergabe an junge Leute aus der Heimat, die aktuell wegen dem Numerus clausus keinen Studienplatz erhalten, sich aber gerne hier niederlassen würden. Daneben müssen wir gezielt in die Anwerbung von Nachwuchsmedizinern und Fachkräften gehen. Der altersbedingte Nachbesetzungsbedarf bei Haus- und Fachärzten ist hoch. Ein Arztlotse als zentraler Ansprechpartner für Förderprogramme bei Niederlassungen und Kümmerer für die praktischen Herausforderungen ist unverzichtbar. Zudem müssen wir über finanzielle Unterstützungen (Stipendien, Niederlassungsprämien) und die Bereitstellung von Räumlichkeiten oder Schaffung neuer Praxisstrukturen nachdenken. Unabhängig davon bedarf es bundesgesetzlicher Maßnahmen, um unser Gesundheitssystem zu verbessern.ROB
