Wer wird Landrätin im Kreis Cochem-Zell - der Kandidatencheck
Wahl im Kreis Cochem-Zell: Sonja Bräuer
Wer wird die neue Landrätin im Kreis Cochem-Zell. Wir stellen beide Kandidatinnen vor, diesmal Sonja Bräuer.
Name: Sonja Bräuer.
Wohnort: Auen im Hunsrück und Müden an der Mosel.
Beruf: Pressesprecherin und Referatsleiterin im Ministerium.
Alter: 34.
Partei: Gemeinsame Kandidatin von FWG, Grünen und SPD.
Kontakt (Homepage): www.sonja-braeuer.de.
Ziele:
- Die Kreisverwaltung muss ein Dienstleistungsbetrieb sein, der für seine Bürger aktiv ist. Nicht nur digital, sondern auch im persönlichen Kontakt, gerade auch für die Älteren. Es muss funktionieren, dass ein Auto unkompliziert angemeldet oder ein Bauantrag in annehmbarer Zeit genehmigt wird. Vereinen soll ein Vereinsbüro helfen. Bei Fragen zu Sicherheitskonzepten oder im Paragraphen-Dschungel soll es die unterhaken, die den Schwerpunkt auf ihr eigentliches Ehrenamt legen wollen.
- Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Wasser-Stopps der letzten Jahre belegen leider, dass es Probleme gibt. Es braucht einen vorausschauenden Umgang, damit für die Feuerwehren jederzeit genug Wasser verfügbar ist. Gerade in diesem waldreichen Landkreis müssen wir uns wappnen, bevor es zu einem Waldbrand kommt, z.B. mit Teichen, die Löschwasser liefern. Rückhaltebecken können gleichzeitig dem Katastrophenschutz dienen, indem sie bei Hochwasser ihren Dienst tun. Wo Brauchwasser genutzt werden kann, muss es nicht kostbares Trinkwasser sein. Das ist eine Frage der Sensibilisierung der Bevölkerung.
- Unsere regionalen Betriebe brauchen den Nachwuchs und wir brauchen die regionalen Betriebe, in denen es weitergeht. Deshalb sollten schon Schüler früh in Kontakt kommen. Schulen in Kreisträgerschaft sollten alle Jugendlichen jedes Jahr einmal in Handwerk, Industrie, Landwirtschaft oder Weinbau schnuppern lassen. Das kann Interesse wecken und binden. Es ist den Versuch wert, auch neue Wege zu beschreiten.
Motivation: Wer auf dem Dorf groß wird, redet nicht viel drumherum, sondern packt an. So bin ich gestrickt. Meine Führungserfahrung aus der öffentlichen Verwaltung und aus der Wirtschaft will ich einbringen, mit einem frischen Blick an die Dinge herangehen und Festgefahrenes mal aus anderen Perspektiven neu denken.
Es ist auch oft eine Frage der Haltung, wie man an Herausforderungen rangeht, um Lösungen zu finden. Ich will jedenfalls Möglichmacherin sein, die Menschen mitnehmen und dafür sorgen, dass sich der Kreis Cochem-Zell mit Schwung gut für die Zukunft aufstellt.
Engagement: Drei Legislaturperioden im Gemeinderat Auen, auf VG-Ebene im Rat, im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und auf Kreisebene im Kultur- und Tourismusausschuss, Mitglied im THW, im Sportverein und immer wieder gerne im Einsatz bei einem Musik- und Kulturfestival im ländlichen Raum mit dem wunderbaren Titel „Auf Anfang“.
Wissenswertes: 14 Jahre lang habe ich aktiv Volleyball gespielt. Als Außenangreiferin, Mannschaftsführerin und Schiedsrichterin war ich genau so unterwegs wie ich es auch kommunalpolitisch pflege: Das Team über die Einzelinteressen stellen, ausgleichend die hitzigen Gemüter zusammenbringen und sportlich angreifen, um gemeinsam das Beste rauszuholen.
1. Wie kann die Digitalisierung endlich gelingen und das möglichst schnell?
Digitalisierung ist mehr als Technik. Sie kann Menschen vernetzen und zusammenbringen, kann aber auch Distanz schaffen, wenn sie überfordert und einzelne abhängt. Klar ist: Die Digitalisierung verändert, wie wir leben, lernen, arbeiten und kommunizieren. An der Digitalisierung der Verwaltung führt kein Weg vorbei. Zum Dienstleistungsgedanken zählt, dass möglichst viele Behördengänge auch digital möglich sein müssen. Es ist richtig, dass sich mehrere Kreisverwaltungen gemeinsam diesen Fragen widmen. Gleichzeitig braucht es ein Bürgerbüro für diejenigen, die den persönlichen Kontakt vorziehen. Eine gelingende Digitalisierung ist deshalb nicht nur eine finanzielle Frage der Anbindung von Schulen, Betrieben und Privathaushalten, sondern auch eine soziale Frage und eine Sicherheitsfrage. Denn wo immer mehr Daten im Umlauf sind, kommt dem Schutz dieser Daten eine erhebliche Bedeutung zu. Das gilt gerade für eine Behörde wie die Kreisverwaltung, der viele sensible Daten anvertraut sind.
2. Welche neuen Akzente müssen im Tourismus gesetzt werden?
Der Mosel-Tourismus ist ein echtes Pfund, das wir bewahren müssen. Cochem ist gerade erst wieder zur drittbeliebtesten Kleinstadt Deutschlands auserkoren worden und die vielen Weinstuben in den Moseldörfern sind Orte des Genusses, in die man gerne einkehrt. Wer auf dem Schiefergrubenwanderweg unterwegs ist, den Ulmener-Maar-Stollen durchschreitet und dann mit dem wunderbaren Blick auf das Ulmener Maar empfangen wird oder wer den weiten Blick auf den Hunsrückhöhen genießt, der muss erkennen, dass Cochem-Zell noch mehr ist als die Mosel. Von einer engeren Verzahnung von Eifel, Mosel und Hunsrück können alle profitieren. Das gilt nicht nur, aber insbesondere auch für den Tourismus. Gerade in Zeiten, in denen Menschen Entschleunigung suchen, können Regionen profitieren, die das für sich erkennen.
3. Thema Medizinische Versorgung: Wie kann die medizinische Versorgung auch zukünftig sichergestellt werden?
Die Versorgung mit Kinderärzten liegt im Kreis Cochem-Zell bei kläglichen 61 Prozent. Eltern müssen teils Fahrtstrecken von mehr als 50 Kilometern auf sich nehmen.
Das darf nicht sein. Auch andere Fachärzte sind Mangelware und finanzielle Anreize alleine reichen nicht aus. Wir müssen den Arztnachwuchs locken, indem wir schon Kontakte zu Medizinstudenten pflegen und entsprechende Bedingungen schaffen: Bauplätze für die Familie, Praktizieren ohne Selbstständigkeit, Weiterbildungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen, mit denen unser Landkreis im Wettbewerb um die besten Köpfe überzeugen und bestehen kann.ROB
