Politik | 17.12.2020

Kommentar von Lahnsteins Oberbürgermeister Peter Labonte zur aktuellen Kita-Betreuung

Warum keine Notbetreuung?

Lahnstein. Lahnsteins Oberbürgermeister Peter Labonte äußert sich zur aktuellen Situation hinsichtlich der Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten:

„Was ist das denn für ein „Eiertanz“ im Zusammenhang mit der aktuellen Kita-Betreuung im, wie es heißt „Regelbetrieb bei dringendem Bedarf“!

Und jetzt appelliert das Ministerium an die Eltern, die Kinder bloß nicht in die Einrichtungen zu schicken (nachzulesen u.a. auf der Seite des Ministeriums: https://corona.rlp.de/de/startseite/).

Aus Sicht der Stadt Lahnstein als Kita-Träger und aus Sicht des Kita-Personals schildere ich einmal die Schwierigkeiten mit dem Umgang des jetzt geltenden Regelbetriebs in Kindertagesstätten:

- Während des Regelbetriebs in den Kitas können theoretisch alle Kinder ohne Einschränkung jeder Zeit in die Kita kommen.

- Dem Appell der Landesregierung können die Eltern Folge leisten, müssen dies aber nicht.

- Alle Kinder können ohne Angabe von Gründen in die Kita kommen.

- Alle Eltern wurden durch die Kita gefragt, ob sie eine Betreuung ihrer Kinder selbst sicherstellen können oder ob diese die Kita besuchen werden.

- Durch den Regelbetrieb müssen Eltern aber keine deutlichen Aussagen machen. Viele Eltern melden daher ihre Kinder erst einmal nur für wenige Tage ab oder halten sich offen, ob die Kinder an gewissen Tagen noch einmal in die Kita kommen. (Keine aussagekräftigen Absprachen)

- Die Mehrheit der Eltern aus unseren Kitas hat ihr Kind bzw. ihre Kinder erst einmal bis Januar abgemeldet. Danach soll weiter geschaut werden.

- Viele Eltern verstehen auch nicht, wie der Regelbetrieb jetzt eigentlich gemeint ist. Ist die Kita jetzt offen oder nicht? (Gerade Eltern mit schlechten Deutschkenntnissen)

Schwierigkeiten:

- Der Alltag in der Kita ist so zu keiner Zeit planbar.

- Es muss eigentlich jeden Tag mit der Maximalzahl der Kinder geplant werden. So müssen alle Gruppen aufrechterhalten und die Öffnungszeiten vorgehalten werden. Ob gebraucht oder nicht.

- Den schwarzen Peter der Abfrage und der Rechtfertigung wird auf die Mitarbeiter der Einrichtung geschoben, weil keine klare Aussage des Landes stattfindet. (Natürlich nur bei manchen Eltern. Viele sind ja einsichtig.) Die guten Beziehungen zu den Eltern kann dadurch gegebenenfalls nachhaltig negativ beeinflusst werden.

Was sich mit der Notbetreuung ändern würde:

- Die Notbetreuung gibt einen festen Rahmen vor. Alle Kinder, die zu Hause aus beruflichen Gründen, aus Gründen des Kinderschutzes oder aus anderen triftigen Gründen nicht betreut werden können, dürfen die Einrichtung besuchen. Alle anderen Kinder müssen zuhause betreut werden.

- Dieses Verfahren wenden die Kitas immer an, wenn Personalmangel besteht. Das bedeutet, dass Eltern wissen, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Alle Eltern unterschreiben, dass eine Notgruppe jeder Zeit eingerichtet werden kann und was dies dann bedeutet.

- Von allen Eltern wurde mit der Aufnahme des Kindes in die Kita ein Arbeitsnachweis eingefordert. Dieser kann jederzeit neu angefordert werden, wenn es von der Einrichtung gewünscht ist.

- In 90 Prozent der Fälle weiß die Einrichtung auch, welche Kinder aus Sicht des Kindeswohls auch besser die Einrichtung besuchen sollten.

- Das bedeutet, alle Familien, die auf die Betreuung ihrer Kinder durch die Einrichtung angewiesen sind, bekommen auch einen Platz. Alle anderen wissen, dass für sie gerade keine Betreuung angeboten wird.

- Der Bedarf der Notgruppe könnte, stand heute, bis zum 10. Januar abgefragt werden. So hat die Einrichtung eine verlässliche Aussage, wie es im neuen Jahr weiter geht.

- Mit diesen Sicherheiten könnten in der Einrichtung verlässliche Settings eingerichtet werden. Personal kann entzerrt werden, da die Anzahl der Kinder planbar wird.

- Die Notbetreuung hilft den Eltern, die Ihre Kinder gerne zu Hause betreuen möchten auch in der Verhandlung mit den Arbeitgebern. Ist die Kita zu und wird ein Arbeitsnachweis gefordert, ist die Verhandlungsposition um Home Office oder versetzte Arbeitszeiten besser.

Heute wurde der Appell des Kita-Tags der Spitzen veröffentlicht. Hier heißt es: „Die Kitas bleiben jedoch offen: Es gilt ein Regelbetrieb bei dringendem Bedarf. Nur die Kinder sollen in die Kita kommen, die zu Hause nicht betreut werden können.“ (Appell des Kita-Tags der Spitzen vom 15. Dezember 2020 an die Eltern im Lockdown vor Weihnachten und im neuen Jahr.) Dies kommt einer Notgruppe gleich – nur, da anders benannt, mit den oben beschriebenen Problemen.

Und nach Weihnachten, wenn sich alle Familien getroffen, geherzt und gedrückt haben, kehren die Kinder dann wieder in die Kita zurück und ich fürchte, die dann entstehenden (anders als in Schulen) Probleme werden mit Blick auf das zu erwartende steigende Infektionsgeschehen auf die Mitarbeitenden in unseren Kitas abgewälzt!

Warum nicht einfach eine Notbetreuung wie im ersten Lockdown?“

Pressemitteilung

Oberbürgermeister Peter Labonte

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Rund ums Haus
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv erleben
Rund ums Auto
Empfohlene Artikel
Die Straße „Am Gartenschwimmbad“ wird für 2,1 Millionen Euro fit für den Verkehr zum Are-Gymnasium und zum neuen Hallen- und Freizeitbad gemacht.  Foto: GS
252

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Rat der Kreisstadt hat die Vorplanung zur flutbedingten Wiederherstellung der Straße „Am Gartenschwimmbad“ freigegeben und die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) mit der weiteren Umsetzung beauftragt. Bestandteil der Maßnahme ist die Wiederherstellung der Verkehrsanlagen einschließlich einzelner Entwässerungseinrichtungen.

Weiterlesen

: Blick auf den trockengelegten Mühlenteich mit dem Mühlrad am Herderweg.  Foto: GS
69

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Kein Stadtrat in Bad Neuenahr-Ahrweiler ohne das Thema Wiederaufbau. So wurde in der jüngsten Sitzung am Montagabend erneut die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) einstimmig mit entsprechenden Maßnahmen beauftragt. Ein Blick in die Details.

Weiterlesen

Noch ist der Ahrradweg in Sinzig ein Provisorium – temporär eben.  Foto:GS
186

Sinzig. Eigentlich ist beim Ahrradweg in Sinzig noch alles in der Schwebe. Der Weg erstreckt sich im Bereich der Barbarossastadt von der Ahrmündungsbrücke bis hin nach Bad Bodendorf zur Ehlinger Ley. Derzeit wurde der Ahrradweg im Bereich Eisenbahnbrücke bis Spessartsteg und vom Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf bis zur Ehlinger Ley temporär hergestellt. Temporär deshalb, da zum Zeitpunkt der Planung noch nicht festlag, wo die endgültige Trasse verlaufen soll.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Kaikoro – Adobe Stock
666

Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren

A3: Rechter Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt

Dierdorf/Wittgert. Auf der A3 in Richtung Köln ist zurzeit der rechte Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt. Dies meldet der ADAC. Die Sperrung befindet sich zwischen Dierdorf und dem Rastplatz Welschehahn. Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren. BA

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
438

Am heutigen Vormittag war es zu Stromausfällen in den Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim gekommen

27.06.: Nach Stromausfall in Koblenz: Energieversorgung in allen betroffenen Stadtteilen wiederhergestellt

Koblenz. Nachdem am heutigen Vormittag der Strom in den Koblenzer Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim ausgefallen war, konnte die Energieversorgung nach Angaben der Feuerwehr Koblenz zwischenzeitlich in allen Gebieten durch den zuständigen Energieversorger wiederhergestellt werden. Eine Ursache für den Stromausfall ist bislang nicht bekannt. BA

Weiterlesen

So wird es vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände aussehen. 50000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet
1598

Kruft. Rund 15 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung zu einer Informationsveranstaltung im Vorfeld der Jalsa Salana, die vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände in Mendig stattfindet. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Verkehrsführung zu den Auswirkungen der Veranstaltung auf die Anwohnerinnen und Anwohner.

Von Andreas Lung aus Kruft

Weiterlesen