Politik | 29.03.2018

Nach dem Tötungsdelikt an Gerd Michael Straten ermittelt SOKO Hauptfriedhof

Warum musste der 59-jährige auf so brutale Weise sterben?

Der oder die Täter gingen äußerst brutal vor und trennten ihrem Opfer den Kopf ab

In diesem zugänglichen Bereich des Pulverturmes/Schwarze Madonna auf dem Hauptfriedhof wurde die Leiche von Gerd Michael Straten gefunden. WinklerTV

Koblenz. Fassungslosigkeit herrscht derzeit über ein grausames Gewaltverbrechen, das sich in Koblenz ereignete: Am 23. März wurde der 59-jährige, obdachlose Gerd Michael Straten tot in einem zugänglichen Bereich des Pulverturmes/Schwarze Madonna auf dem Hauptfriedhof gefunden - er wurde enthauptet. Der als freundlicher Einzelgänger bekannte Mann hielt sich nach derzeitigem Erkenntnisstand bereits seit mehreren Jahren auf dem Hauptfriedhof auf und übernachtete dort regelmäßig. Tagsüber war er häufig im Bereich des Hauptbahnhofes und der Innenstadt zu Fuß unterwegs. Er wurde zuletzt am Nachmittag des 22.03.2018 gegen 18.30 Uhr im Bereich des Saarplatzes lebend gesehen.

Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag informierte u.a. der Leiter der „SOKO Hauptfriedhof“, Kriminalhauptkommissar Thomas Lauxen, über den derzeitigen Ermittlungsstand und die Details, die man bisher über das Opfer wisse. Gerd Michael Straten sei in Köln aufgewachsen und lebte seit 1979 in Koblenz. Hier betrieb er von 1986 bis 1997 ein Geschäft in der Koblenzer Altstadt in dem er Kunstgegenstände verkaufte und Bilder einrahmte. Seit der Schließung des Geschäftes lebte er auf der Straße. Er habe sich meistens in Koblenz aufgehalten, sei sehr gepflegt gewesen und habe stets darauf geachtet, öffentlich nicht als Wohnsitzloser angesehen zu werden. Der Getötete habe sehr viel Wert auf sein Äußeres gelegt. Weder mit Alkohol noch mit Drogen sei er in Verbindung zu bringen. Man wisse, dass er sehr zurückgezogen gelebt habe. Er bezog staatliche Unterstützung, besserte diese durch den Verkauf von Partyartikeln sowie dem Sammeln von Pfandflaschen auf Musikfestivals auch im Großraum von Koblenz auf. Er nahm aber auch andere Gelegenheitsjobs an.

Straten, so Lauxen, hatte einen Führerschein und war auch manchmal mit einem Auto und auch einem Sprinter unterwegs, um dann auch die Pfandflaschen abtransportieren zu können. Diese Fahrzeuge hat er zum Teil angemietet, ein eigenes Fahrzeug besaß er nicht. Der 59-jährige hielt sich häufig im Bereich des Koblenzer Hauptbahnhofs auf, wollte aber nicht der hiesigen Obdachlosenszene zugehörig sein. Es sei bekannt, dass er regelmäßig Biomärkte, Bibliotheken und Cafés besuchte. Er galt als jemand, der am Zeitgeschehen und an Kunst interessiert war und er diskutierte gerne mit Gleichgesinnten über diese Dinge.

Der oder die Täter gingen äußerst brutal vor

Das Opfer ist in der Zwischenzeit durch die Rechtsmedizin obduziert worden. Diese Untersuchungen bestätigten, dass der 59-jährige eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Bei dieser Tat seien der oder die Täter äußerst brutal und sehr Menschen verachtend vorgegangen. So wurde dem Opfer sogar der Kopf abgetrennt. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurden weitere Einzelheiten zu Tatmitteln und weiteren Details keine Angaben gemacht.

Nach bisherigen Ermittlungen habe sich die Tat in der Zeit von Donnerstag, 22.März 2018 und dem Freitagmorgen, 23. März 2018 ereignet. Das Polizeipräsidium Koblenz hat bei der Kriminaldirektion Koblenz zur Aufklärung dieses Verbrechens eine Sonderkommission mit insgesamt 35 erfahrenen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten eingesetzt. Zusätzlich wurde das Landeskriminalamt mit eingebunden, um bei den kriminaltechnischen Untersuchungen zu helfen und auch mit Unterstützung der operativen Fallanalyse zu Helfen das Tatmotiv zu verstehen.

Ziel ist es, das Opfer und das Kontaktspektrum besser kennen zu lernen. Jeder, der das Opfer kannte, ist von Bedeutung. In diesem Zusammenhang wurden bereits 240 Ermittlungsspuren generiert und über 100 Personen vernommen. Im Bereich des Friedhofes und dem Außengelände wurden umfangreichen Suchmaßnahmen durchgeführt, über 50 Beamte und Beamtinnen waren im Einsatz. Zeugen mit sachdienlichen Hinweisen werden dringend gesucht.

Nachfolgende Fragen sind für die Polizei interessant:

Wer kann Angaben zu Gerd Michael Straten machen ? Wer kann Angaben zu seinen Kontaktpersonen machen ? Wer kann Angaben zu Streitigkeiten zwischen dem Opfer und anderen Personen machen ? Wer hat auffällige Feststellungen auf oder im Bereich des Hauptfriedhofes gemacht? Wer kennt weitere Personen, die auf dem Hauptfriedhof leben oder sich dort aufhalten? Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben ? In diesem Mordfall ist eine Belohnung von 10.000 Euro ausgeschrieben.

Hinweise bitte an die Kriminaldirektion Koblenz (Tel.: 0261/1031) oder an jede andere Polizeidienststelle. US

Wer kannte Gerd Michael Straten ?Foto: Polizei

Wer kannte Gerd Michael Straten ? Foto: Polizei

Luftbild des Tatortes. Foto: Polizei RLP

Luftbild des Tatortes. Foto: Polizei RLP

(V.l.) Oberstaatsanwalt Rolf Wissen (Staatsanwaltschaft Koblenz), Kriminaldirektor Jürgen Süs (Leiter der Abteilung Polizeieinsatz), Kriminalhauptkommissar Thomas Lauxen (Leiter der SOKO Hauptfriedhof“) und Kriminaldirektorin Kathrin Süßenbach (Leiterin Zentrale Kriminalinspektion). (v.l.).Udo Stanzlawski

(V.l.) Oberstaatsanwalt Rolf Wissen (Staatsanwaltschaft Koblenz), Kriminaldirektor Jürgen Süs (Leiter der Abteilung Polizeieinsatz), Kriminalhauptkommissar Thomas Lauxen (Leiter der SOKO Hauptfriedhof“) und Kriminaldirektorin Kathrin Süßenbach (Leiterin Zentrale Kriminalinspektion). (v.l.). Udo Stanzlawski

Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tv

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In diesem zugänglichen Bereich des Pulverturmes/Schwarze Madonna auf dem Hauptfriedhof wurde die Leiche von Gerd Michael Straten gefunden. Foto: WinklerTV

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