Neujahrsexkursion der Bürgerinitiative „lebenswerte Stadt“
Was du ererbt von deinen Vätern…
Bauen mit Historie – wie geht das? Zwei Beispiele unterschiedlicher Coleur wurdern besichtigt
Bad Neuenahr-Ahrweiler. „In doppelter Hinsicht bereichernd und ermutigend“ sei diese Exkursion gewesen, zog das Leitungsteam der Bürgerinitiative ein Fazit. Bereichernd mit Blick auf die BI- Gemeinschaft, die sich wieder nach guten Angeboten sehnt und den Tag nutzte, sich auszutauschen und ins Gespräch zu kommen. Ermutigend mit Blick darauf, was anderenorts Wunderbares an Stadtbildgestaltung mit Historie geleistet wird, wenn nur der politische Wille da ist und eine kreative, engagierte und ausdauernde Gruppe die Projekte vorantreibt.
Neues Leben für Rommersdorf
Dabei sind die Exempel, die die 35-köpfige Gruppe in Augenschein nahm, sehr unterschiedlich. Die Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf bei Neuwied, seit der Säkularisation dem Verfall preisgegeben, wird seit knapp 50 Jahren von einer Initiative wiederaufgebaut und mit Leben gefüllt, das dem alten Gemäuer würdig ist: Kulturprogramme und Nutzung für private Feierlichkeiten bilden den Schwerpunkt. Hier gilt es, dass Alte zu würdigen, es wiederzugewinnen, aber auch in unsere Zeit zu übertragen und heutigen Bedürfnissen in gleichem Maße Rechnung zu tragen- ein Ansatz, den auch die BI „lebenswerte Stadt“ verfolgt.
Welterbe Bad Ems
Andere Akzente setzt Ems. In dem eleganten Ort an der Lahn, II. Station der Exkursion, war man offensichtlich so stolz auf die eigene Vergangenheit, dass man alles daran setzte, den Ort als Welterbe auszeichnen zu lassen. Dr. Hans-Jürgen Sarholz, Historiker und einer der „Geburtshelfer“ des Welterbe-Status, führte die interessierte Gruppe durch das geschichtsträchtige Kurviertel. Vor allem der Umgang mit dem neuerworbenen Status wurde thematisiert: Wie gelingt es, den Flair des Alten mit den Anforderungen unserer Zeit gut zu verbinden? Wie gelingt Stadtgestaltung ohne Abrissbirne? Wie gelingt es, die Menschen, die die Bauten sanieren und einer neuen Nutzung zuführen, zu motivieren und gut zu begleiten? Sarholz wusste durchaus auch um Grenzen und Rückschläge, sieht aber die Stadt insgesamt auf einem guten Weg. „Das Gute wird sich durchsetzen. Ein Bewusstsein für die Historie wächst. Die Menschen sind stolz auf ihre Geschichte“, freut sich der ehemalige Stadtarchivar und Leiter des Stadtmuseums, „und die Stadtväter und –mütter entwickeln Strategien für die Zukunft!“ Bad Ems steht, so die Organisatoren aus der BI, wirklich für eine zukunftsweisende Stadtgestaltung, die fest in ihrem Erbe verankert ist.
Der Neujahrsempfang der BI bildete in diesem Jahr den Aufschlag für ein buntes Programm, das sich mit regionaler Baukultur beschäftigt, ein Thema, das beim Wiederaufbau eine stärkere Rolle spielen müsste, werden doch heute die Grundsteine für das Ahrtal von morgen gelegt. Ein wichtiger Akzent in einem Tal, das in einem hohen Maße von Gästen lebt, die den kulturellen Reichtum und den Flair der Dörfer erleben wollen. Termine und Informationen auf www.lebenswertestadt.jimdofree.com.
Pressemitteilung
Bürgerinitiative
„lebenswerte Stadt“
