Politik | 12.11.2025

„Weder erlaubt noch angemessen“

Das St. Martinsbrauchtum wird in Dernau seit jeher mit einem Fackelumzug und den dazugehörigen fünf Martinsfeuern gefeiert. Eigentlich ist dies ein schöner und besinnlicher Brauch, den ich sehr zu schätzen wüsste, wenn da nicht einige Leute etwas gründlich missverstehen würden. Leider wird diese Tradition, besonders in unserer Gemeinde, seit vielen Jahren mit Feuerwerk und teils heftigen Böllern massiv von Menschen ausgenutzt, die offensichtlich großen Spaß an Detonationen haben. Dies ist weder erlaubt noch angemessen für diesen Brauch. Selbst an „Allerheiligen“ wurde von den Leuten keine Rücksicht auf diesen ruhigen Feiertag genommen. Wenn während des Martinsumzuges die Musikkapelle sowie der Gesang der Kinder nicht mehr zu hören sind, dann läuft doch wohl irgendetwas gründlich schief.

Ich habe mir einmal ernsthaft Gedanken gemacht über den Nutzen und die Nachteile dieser Feuerwerke, die ja auch irgendjemand genehmigt haben muss. Denn soweit ich weiß, sind sie genehmigungspflichtig, wenn sie außerhalb von Silvester abgeschossen werden. Der Nutzen dieser Feuerwerke ist gering: Einige Menschen erfreuen sich vielleicht daran, und diejenigen, die sie abschießen, haben eventuell ein großes Bestätigungsgefühl – wofür auch immer sie es brauchen. Mehr positive Aspekte fallen mir leider nicht ein.

Die Nachteile hingegen sind zahlreich: Die Verletzungsgefahr ist nicht unerheblich, kleine Kinder werden unnötig verängstigt und weinen, und das Pferd des Sankt Martins wird unruhig und kann in Panik geraten – mit möglicherweise schlimmen Folgen. Haus- und Waldtiere geraten ebenfalls in Panik und ziehen sich dabei oft erhebliche Verletzungen zu. Menschen, die in Kriegsgebieten Schlimmes erlebt haben – seien es unsere Soldaten oder Geflüchtete – werden retraumatisiert. Hinzu kommt die massive Umweltbelastung, und die Feuerwerkskörper sind zudem sehr teuer. Mir würden sicher noch weitere Punkte einfallen, aber ich bin mir sicher, dass auch den Leserinnen und Lesern diese und andere Argumente bekannt sind. Ebenso sicher bin ich mir, dass dieser schöne Martinsbrauch mit seinen fünf Feuern in den Weinbergen in Dernau weiterhin Bestand haben wird – auch ohne Böller und Feuerwerke.

Andrea Müller, Dernau

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
10 Jahre NoWi
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titelanzeige
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Imageanzeige Dauerauftrag 05_2025
Vatertag
Kirmes in Kripp
Brunnenfest
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Mit kleinen Kunststücken und viel Einfühlungsvermögen sorgen die Clowndoktoren für persönliche Begegnungen und zaubern ein Lächeln in die Gesichter der Bewohnerinnen und Bewohner.
7

Hachenburg. Ein Vormittag voller Lachen, Nähe und kleiner magischer Momente: Im Caritas-Altenzentrum Haus Helena in Hachenburg sorgten die ehrenamtlichen Westerwälder Clowndoktoren für beste Stimmung unter den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Weiterlesen

Nach dem Banküberfall mit Geiselnahme in Sinzig dauert der Großeinsatz der Rettungskräfte am heutigen Freitag weiter an.Foto: Blick aktuell
538

Sinzig. Nach dem Banküberfall mit Geiselnahme in Sinzig dauert der Großeinsatz der Polizei am heutigen Freitag weiter an. Wie Pressesprecher Jürgen Fachinger von der Polizeiinspektion Koblenz mitteilte, bleibt die Lage derzeit statisch, die Maßnahmen laufen weiterhin. Es werde gehofft, dass der Einsatz ohne Verletzte beendet werden kann. Hinweise auf Verletzte oder Tote liegen nach aktuellem Stand nicht vor.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2025
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dienstleistungen
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Titel
Stellenanzeige City - Dienst - Erzieher
Nachruf-Anzeige Marjanca Maguin
Nachruf-Anzeige Andreas Meyer
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, Mai 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0284#
Titelanzeige KW 19
Brunnenfest in Bad Breisig
Tag der offenen Tür FFW Burgbrohl
TdoT FFW Burgbrohl
Kirmes in Kripp