Treffen der Flüchtlingspaten der Verbandsgemeinde Bad Ems
Weitere Vorgehensweisen besprochen
Bad Ems. Eine gute Atmosphäre für die Flüchtlinge schaffen, die neu in die Verbandsgemeinde gekommen sind, ist Ziel der Flüchtlingspaten. Etwa 30 Flüchtlingspaten kümmern sich zurzeit um etwa 100 Flüchtlinge in Bad Ems. Sie bringen sich in einer besonderen Weise in die Flüchtlingsarbeit mit ein. Sie engagieren sich und übernehmen auch Verantwortung für die Flüchtlinge. Das begeisterte auch den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems, Josef Oster.
In seiner Begrüßungsrede zum Treffen der Flüchtlingspaten im Rathaussaal freute er sich auch über die professionelle Arbeit und das hervorragende Zusammenspiel zwischen den Paten, den Familien und der Verwaltung. Der Zustrom an Flüchtlingen ist zurzeit nicht mehr gegeben, jedoch ist die Herausforderung, neue Bürger ins Alltagsleben zu integrieren, nach wie vor sehr groß. Um sich hier untereinander auszutauschen und sich weiterzuentwickeln, trafen sich jetzt die Flüchtlingspaten zu einem weiteren Treffen.
Unterstützung erhalten
Patenkoordinator Günter Schmitt hatte dazu einige Themen aufgelistet und zum Vortrag gebracht. Unterstützung erhielt er dabei von Oliver Tiwi, Sachbearbeiter im Sozialamt, und von Jürgen Zanger, Teamleiter der Paten. Zunächst waren die Paten damit beschäftigt, die Neuankömmlinge mit einer Wohnung, mit einer Schule und mit einem Bankkonto zu versorgen, doch jetzt soll es in die eigentliche Integration gehen, erklärte Schmitt. Daher standen zu diesem Treffen Themen wie Adressenänderung, ISB-Kurse (Deutsch/Integration), Maßnahmen des „Integration-Centers“ Montabaur und vieles mehr auf der Programmliste. Freudige Ereignisse wurden ebenso wie uneinheitliche Aussagen verschiedener Instanzen angesprochen.
Ein großes Thema ist immer wieder die sprachliche Barriere. Viele Flüchtlinge sind sehr gut ausgebildet und sprechen gut Englisch, jedoch ist ihr Deutsch nicht immer so gut. Hier steht die Forderung der Paten nach mehr Sprachkursen. Sie suchen auch nach weiteren Anlaufstationen und Möglichkeiten, um noch mehr Kurse anbieten zu können. „Können Flüchtlinge auch an der Tafel teilnehmen?“ Das war ein weiteres Thema des Treffens ebenso wie ein Interviewtermin für die Flüchtlinge, denn hier gibt es immer wieder viele Fragen.
Wie wird die Anfahrt bewältigt? Wie sieht es mit der Terminvergabe aus? Wie steht es um die Fahrtkosten? Was folgt nach einer Anerkennung? Das waren ebenso Themen wie auch der Hinweis, dass alle Flüchtlinge, die finanzielle Zuwendungen vom Sozialamt erhalten, ein Bankkonto haben sollen. Zanger war begeistert von der riesigen Spendenresonanz, als es bei dem ersten großen Zustrom der Flüchtlinge darum ging, hier schnell zu helfen. Jetzt ging es um Neues aus dem Bekleidungsraum, hier hatte Zanger aber nichts Gutes zu berichten, denn hier geht es manchmal sehr grob zur Sache. Zahlreiche Menschen versammeln sich bereits eine Stunde vor Öffnung des Bekleidungsraums davor und zeigen dabei ein aggressives Verhalten. Viele packen sich ganze Koffer voller Kleidung, sortieren dann im Hof aus, werfen dann alles direkt dort wieder hin, was ihnen nicht gefällt - und gehen wieder. „Das ist sehr traurig“, sagte Zanger.
Großartige Arbeit
Die Arbeit der Menschen im Bekleidungsraum ist wirklich großartig, betonte er weiter. Alles laufe perfekt. Auch verhalten sich die meisten doch ganz anständig. Doch auch hier hatte Zanger eine neue Idee. Jetzt wird die Spendenausgabe etwas reglementiert. Die Ausgabe soll nur alle 14 Tage pro Person erfolgen, und eine Liste für jeden Flüchtling soll ausgefüllt werden. Weiter wurde bei dem Treffen von den Fähigkeiten einiger Flüchtlinge gesprochen. Musizieren oder auch Bilder malen, da wäre es doch schön, wenn hier vielleicht Veranstaltungen oder auch Ausstellungen der künstlerischen Werke organisiert werden könnten.
Weiter sollen auch die Vereine stärker mit eingebunden werden, denn hier bieten sich doch viele Möglichkeiten mehr. Vielleicht hat jeder Verein einen speziellen Ansprechpartner oder die Vereine einige Aktivitäten mehr im Angebot. Auch ein Flüchtlingstreffen ist angedacht. So stellen sich für die Paten doch immer wieder neue und andere Fragen, die in einem solchen Treffen dann sehr gut erläutert und eventuell abgeklärt werden können.
So tragen die Flüchtlingspaten daher weiter dazu bei, dass die Menschen, die dauerhaft hier bleiben können oder dürfen, eine gute Grundlage haben, möglichst schnell auch ein eigenverantwortliches Leben in Deutschland führen können. Das nächste Treffen der Paten ist nach den Sommerferien geplant.
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30 Paten betreuen etwa 100 Flüchtlinge. Bei ihrem Treffen erfolgte ein reger Austausch über Sorgen, Nöte und Verbesserungen rund um das Thema Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde.
Verbandsbürgermeister Josef Oster (Mitte) zeigte sich beim Treffen der Flüchtlingspaten begeistert über die gute Atmosphäre, die die Paten für die Flüchtlinge und die Bürger bereits geschaffen haben. Patenkoordinator Günter Schmitt (links) hatte Unterstützung beim Treffen durch Oliver Tiwi, Sachbearbeiter im Sozialamt.Fotos: US
