Politik | 19.05.2016

Treffen der Flüchtlingspaten der Verbandsgemeinde Bad Ems

Weitere Vorgehensweisen besprochen

Verbandsbürgermeister Josef Oster (Mitte) zeigte sich beim Treffen der Flüchtlingspaten begeistert über die gute Atmosphäre, die die Paten für die Flüchtlinge und die Bürger bereits geschaffen haben. Patenkoordinator Günter Schmitt (links) hatte Unterstützung beim Treffen durch Oliver Tiwi, Sachbearbeiter im Sozialamt.US

Bad Ems. Eine gute Atmosphäre für die Flüchtlinge schaffen, die neu in die Verbandsgemeinde gekommen sind, ist Ziel der Flüchtlingspaten. Etwa 30 Flüchtlingspaten kümmern sich zurzeit um etwa 100 Flüchtlinge in Bad Ems. Sie bringen sich in einer besonderen Weise in die Flüchtlingsarbeit mit ein. Sie engagieren sich und übernehmen auch Verantwortung für die Flüchtlinge. Das begeisterte auch den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems, Josef Oster.

In seiner Begrüßungsrede zum Treffen der Flüchtlingspaten im Rathaussaal freute er sich auch über die professionelle Arbeit und das hervorragende Zusammenspiel zwischen den Paten, den Familien und der Verwaltung. Der Zustrom an Flüchtlingen ist zurzeit nicht mehr gegeben, jedoch ist die Herausforderung, neue Bürger ins Alltagsleben zu integrieren, nach wie vor sehr groß. Um sich hier untereinander auszutauschen und sich weiterzuentwickeln, trafen sich jetzt die Flüchtlingspaten zu einem weiteren Treffen.

Unterstützung erhalten

Patenkoordinator Günter Schmitt hatte dazu einige Themen aufgelistet und zum Vortrag gebracht. Unterstützung erhielt er dabei von Oliver Tiwi, Sachbearbeiter im Sozialamt, und von Jürgen Zanger, Teamleiter der Paten. Zunächst waren die Paten damit beschäftigt, die Neuankömmlinge mit einer Wohnung, mit einer Schule und mit einem Bankkonto zu versorgen, doch jetzt soll es in die eigentliche Integration gehen, erklärte Schmitt. Daher standen zu diesem Treffen Themen wie Adressenänderung, ISB-Kurse (Deutsch/Integration), Maßnahmen des „Integration-Centers“ Montabaur und vieles mehr auf der Programmliste. Freudige Ereignisse wurden ebenso wie uneinheitliche Aussagen verschiedener Instanzen angesprochen.

Ein großes Thema ist immer wieder die sprachliche Barriere. Viele Flüchtlinge sind sehr gut ausgebildet und sprechen gut Englisch, jedoch ist ihr Deutsch nicht immer so gut. Hier steht die Forderung der Paten nach mehr Sprachkursen. Sie suchen auch nach weiteren Anlaufstationen und Möglichkeiten, um noch mehr Kurse anbieten zu können. „Können Flüchtlinge auch an der Tafel teilnehmen?“ Das war ein weiteres Thema des Treffens ebenso wie ein Interviewtermin für die Flüchtlinge, denn hier gibt es immer wieder viele Fragen.

Wie wird die Anfahrt bewältigt? Wie sieht es mit der Terminvergabe aus? Wie steht es um die Fahrtkosten? Was folgt nach einer Anerkennung? Das waren ebenso Themen wie auch der Hinweis, dass alle Flüchtlinge, die finanzielle Zuwendungen vom Sozialamt erhalten, ein Bankkonto haben sollen. Zanger war begeistert von der riesigen Spendenresonanz, als es bei dem ersten großen Zustrom der Flüchtlinge darum ging, hier schnell zu helfen. Jetzt ging es um Neues aus dem Bekleidungsraum, hier hatte Zanger aber nichts Gutes zu berichten, denn hier geht es manchmal sehr grob zur Sache. Zahlreiche Menschen versammeln sich bereits eine Stunde vor Öffnung des Bekleidungsraums davor und zeigen dabei ein aggressives Verhalten. Viele packen sich ganze Koffer voller Kleidung, sortieren dann im Hof aus, werfen dann alles direkt dort wieder hin, was ihnen nicht gefällt - und gehen wieder. „Das ist sehr traurig“, sagte Zanger.

Großartige Arbeit

Die Arbeit der Menschen im Bekleidungsraum ist wirklich großartig, betonte er weiter. Alles laufe perfekt. Auch verhalten sich die meisten doch ganz anständig. Doch auch hier hatte Zanger eine neue Idee. Jetzt wird die Spendenausgabe etwas reglementiert. Die Ausgabe soll nur alle 14 Tage pro Person erfolgen, und eine Liste für jeden Flüchtling soll ausgefüllt werden. Weiter wurde bei dem Treffen von den Fähigkeiten einiger Flüchtlinge gesprochen. Musizieren oder auch Bilder malen, da wäre es doch schön, wenn hier vielleicht Veranstaltungen oder auch Ausstellungen der künstlerischen Werke organisiert werden könnten.

Weiter sollen auch die Vereine stärker mit eingebunden werden, denn hier bieten sich doch viele Möglichkeiten mehr. Vielleicht hat jeder Verein einen speziellen Ansprechpartner oder die Vereine einige Aktivitäten mehr im Angebot. Auch ein Flüchtlingstreffen ist angedacht. So stellen sich für die Paten doch immer wieder neue und andere Fragen, die in einem solchen Treffen dann sehr gut erläutert und eventuell abgeklärt werden können.

So tragen die Flüchtlingspaten daher weiter dazu bei, dass die Menschen, die dauerhaft hier bleiben können oder dürfen, eine gute Grundlage haben, möglichst schnell auch ein eigenverantwortliches Leben in Deutschland führen können. Das nächste Treffen der Paten ist nach den Sommerferien geplant.

US

30 Paten betreuen etwa 100 Flüchtlinge. Bei ihrem Treffen erfolgte ein reger Austausch über Sorgen, Nöte und Verbesserungen rund um das Thema Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde.

30 Paten betreuen etwa 100 Flüchtlinge. Bei ihrem Treffen erfolgte ein reger Austausch über Sorgen, Nöte und Verbesserungen rund um das Thema Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde.

Verbandsbürgermeister Josef Oster (Mitte) zeigte sich beim Treffen der Flüchtlingspaten begeistert über die gute Atmosphäre, die die Paten für die Flüchtlinge und die Bürger bereits geschaffen haben. Patenkoordinator Günter Schmitt (links) hatte Unterstützung beim Treffen durch Oliver Tiwi, Sachbearbeiter im Sozialamt.Fotos: US

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag Imageanzeige
Oster-Anzeige
Doppelseite PR/Anzeigen
Ostergruß
fit für`s Alter?
First Friday Anzeige März
Stellenanzeige
Anzeige KW 14
Anzeige Lange Samstage
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
20

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2262

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Innovatives rund um Andernach
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Anlagenmechaniker
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Kreishandwerkerschaft
Container Anzeige
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Angebotsanzeige (April)
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige
Stellenanzeige Kita