Politik | 09.03.2020

Ortsverband der CDU Neuhäusel informierte über Flüchtlingshilfe im Heimatland

„Wer Fluchtursachen bekämpft, der leistet einen Beitrag zur Bekämpfung des Terrorismus“

Der Vorsitzende des Ortsverbandes der CDU Neuhäusel, Hans-Joachim Hofmann (r.), bedankte sich bei Gregor Jaecke für seinen sehr informativen Bericht mit anschließender lebhaften Diskussion. Foto: privat

Neuhäusel. Auf Einladung des CDU Ortsverbandes Neuhäusel nahm der Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) für Syrien/Irak, Gregor Jaecke, kürzlich an einer Dialogveranstaltung in der Gaststätte der Augst-Halle teil. Jaecke, der viele Jahre für die KAS in Afrika tätig war und nun im Libanon lebt, berichtete über die vielfältige Stiftungsarbeit in den Ländern Kenia, Kongo und Syrien/Irak. Der Ortsvorsitzende der CDU Neuhäusel, Hans-Joachim Hofmann, führte in die Thematik ein und bat Jaecke, einen aktuellen Überblick über die Verhältnisse in Kenia, im Kongo und in den Ländern Syrien/Irak zu geben und Hinweise zu geben, wie die Flüchtlingskrise wirkungsvoll im Heimatland bekämpft werden kann.

In über 100 Büros weltweit setzt sich die KAS für die Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die Verwirklichung der Menschenrechte, die Stärkung von Parlamenten und politischen Parteien sowie die Unterstützung eines werteorientierten Dialogs der Kulturen und Religionen ein. Ihre Ziele erreicht die Stiftung durch einen „Instrumenten-Mix“ aus Seminaren, Konferenzen und Dialogprogrammen, darüber hinaus auch durch die Erstellung von Studien und die Vergabe von Stipendien. Eine wichtige Zielgruppe ist dabei die Jugend, denn, so Jaecke am Beispiel seiner Erfahrungen im Kongo: „Bei der Jugend ist es einfacher, einen Mentalitätenwandel hin zu demokratischen Werten in Gang zu setzen. Ein 20-jähriger junger Mann, der für sich und seine Familie eine Zukunft im Kongo haben möchte, ist natürlich leichter zu überzeugen als ein 75-jähriger Ex-Rebellenchef, der sein halbes Leben im Busch verbracht und gelernt hat, dass man töten muss, um selbst zu überleben.“

Zudem gehe es in vielen Ländern darum, die Zivilgesellschaft zu stärken, da diese einen wirkungsvollen Gegenpol zu einer oftmals korrupten politischen Elite darstellt. Anstatt das Gemeinwohl im Auge zu behalten, verfolgen diese Eliten ihre eigenen Interessen – oder diejenigen ihrer religiösen beziehungsweise ihrer ethnischen Gruppe. Das Resultat ist schlechte Regierungsführung.

Jaecke betonte, dass ein wesentlicher Teil der Stiftungsarbeit auch darin bestehe, ganz im Sinne einer „Denkfabrik“, die im Einsatzland erhaltenen Informationen und Eindrücke an die Politik in Berlin weiterzugeben: „Unsere guten Netzwerke vor Ort dienen auch dazu, politische Entscheidungsträger in Deutschland darüber zu informieren, wie die politische, wirtschaftliche und soziale Situation im entsprechenden Einsatzland aussieht.“

In der anschließenden, sehr regen Diskussion ging es den Teilnehmern vor allem – aus aktuellem Anlass - um das Thema der Fluchtursachenbekämpfung vor Ort. Hier erwähnte Jaecke als Beispiel das umfassende Stipendienprogramm der KAS für junge Jesidinnen im Nordirak, denen ein Studium an einer lokalen Universität ermöglicht wird und die dadurch Zukunftsperspektiven vor Ort erhalten. Dazu Jaecke: „Die beste Bekämpfung von Fluchtursachen besteht darin, die Menschen in ihrem jeweiligen Heimatland aktiv darin zu unterstützen, bessere Lebensbedingungen vor Ort zu schaffen. Wer sicher leben kann, einen Job hat und seine Kinder in die Schule schicken kann, der hat keine Motive zu flüchten und ist darüber hinaus deutlich weniger anfällig für radikale Ideologien wie beispielsweise derjenigen des sog. Islamischen Staates. Wer Fluchtursachen wirkungsvoll bekämpft, der leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Terrorismus.“

Der Referent des Abends gab den Anwesenden auch einen ehrlichen Einblick in das Leben und Arbeiten in Ländern wie Kenia, dem Kongo oder dem Irak: „Natürlich ist das alles sehr herausfordernd und man braucht viel Geduld und ein dickes Fell. Dennoch ist meine Arbeit jeden Tag spannend und bereichernd. Zudem lernt man zu schätzen, dass sein eigenes Heimatland eine stabile Demokratie ist. Dies wurde mir erst so richtig bewusst durch mein Leben in afrikanischen Ländern und im Nahen Osten.“Pressemitteilung

CDU Ortsverband Neuhäusel

Der Vorsitzende des Ortsverbandes der CDU Neuhäusel, Hans-Joachim Hofmann (r.), bedankte sich bei Gregor Jaecke für seinen sehr informativen Bericht mit anschließender lebhaften Diskussion. Foto: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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