CDA-Kreisverband Neuwied
„Wie schaffen wir die faire, gerechte Rente in der Zukunft?“
Neuwied. Im Neuwieder Leseverein trafen sich auf Einladung der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) interessierte Bürger, um über eine zukunftsfähige, faire und gerechte Rente zu diskutieren. „Laut einer Studie der Schufa aus dem Jahr 2015 nennen 83 Prozent der Deutschen die finanzielle Absicherung im Alter als oberste Priorität ihrer persönlichen Lebensziele“, leitete Eva Maria Welskop-Deffaa als Referentin des Abends ihren Vortrag ein. Sie ist Mitglied des Bundesvorstands der Deutschen Rentenversicherung und als Sozialfachfrau im Caritas-Vorstand.
Seit 1957 (unter Konrad Adenauer) besteht die sogenannte umlagefinanzierte und beitragsbasierte Rente, die der älteren Generation ihren Anteil am Produktivitätsfortschritt sichern soll. Seit Ende der achtziger Jahre hat sich der Diskurs in der Rentenpolitik umgedreht: Anstelle der Leistungszusage für das Leben im Alter dominiert wegen der demografischen Veränderungen die Frage nach den Grenzen der Beitragsbelastung. Besonders durch die Lücken, die heute in vielen Versicherungsbiografien durch zunehmende flexible Arbeitsverhältnisse, befristete Arbeit und Niedriglohn entstehen, besteht dringender politischer Handlungsbedarf. Bis 2045 wird das Rentenniveau auf 41,6 Prozent sinken, so die Schätzung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, wenn nicht gegengesteuert wird.
Die Teilnehmer der Veranstaltung fordern, dass eine gerechte untere „Haltelinie“ ins Gesetz geschrieben werden muss und dass auch alle Unternehmer ihren Beitrag leisten müssen. Zudem würde eine offene Zuwanderungspolitik zusätzlich das Rentensystem stärken.
Erwin Rüddel (MdB) bezog sich auf die Situation eines Beitragszahlers, der 45 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt hat und betonte, dass sich Leistung auch zukünftig lohnen muss. Es sei politische Weitsicht gefordert, denn das System muss generationen- und geschlechtergerecht gestaltet werden.
Roswitha Gottbehüt, Vorsitzende der CDA im Kreis Neuwied, merkte an, dass es trotz aller Schwierigkeiten politisches Ziel sein muss, dass der Einzelne im Alter finanziell genügend abgesichert ist, ohne die jüngere Generation aufgrund ihrer unsicheren Erwerbssituation zu belasten. Dies wiederum sei ein wichtiges Indiz für den Zusammenhalt in der Gesellschaft und stärke die Demokratie. Sie betonte, dass sich die CDA weiterhin für eine gerechte Rente einsetzen wird und dankte den Referenten und Teilnehmern für die sehr engagierte Diskussion.
Pressemitteilung des
CDA-Kreisverbands Neuwied
