Politik | 29.01.2021

Agentur für Arbeit gibt Januarzahlen für Cochem-Zell bekannt

Winter und Lockdown lassen Arbeitslosigkeit ansteigen

Kreis COC. Die Arbeitslosigkeit ist im ersten Monat des neuen Jahres deutlich angestiegen: 1.687 arbeitslose Menschen zählten die Statistiker der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen Ende Januar im Landkreis Cochem-Zell – 255 mehr als im Dezember und 218 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,8 Punkte auf 5 Prozent. Zu Jahresbeginn 2020 lag die Quote bei 4,3 Prozent.

Ungewöhnlich sei ein deutlicher Anstieg um diese Jahreszeit nicht, betont Agenturleiter Frank Schmidt.

„Im Winter schließen viele Betriebe saison- oder witterungsbedingt. Das wirkt sich je nach Branchenmix immer deutlich aus.“

So liege die prozentuale Steigerung auch diesmal durchaus im Rahmen des Üblichen. „Allerdings sind wir in diesem Winter wegen der Corona-Pandemie von einem ungewöhnlich hohen Niveau aus gestartet.“

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen macht sich ganz überwiegend in der Arbeitsagentur (Sozialgesetzbuch/SGB III) bemerkbar.

So verzeichnen die Statistiker dort in den zurückliegenden vier Wochen eine Steigerung um 247 auf nun 1.027 arbeitslose Frauen und Männer. Im Jobcenter (SGB II) wurden 660 Arbeitslose registriert, das sind 8 mehr als im Dezember. Vor einem Jahr waren bei der Agentur 116 und beim Jobcenter 102 Personen weniger arbeitslos gemeldet.

Im Januar wurden aus dem Landkreis 70 neue Stellen gemeldet. Damit liegen dem Arbeitgeberservice aus der Region derzeit 374 Stellenangebote vor – das sind 189 weniger als vor einem Jahr.

Zehn Monate nach Beginn der Corona-Krise zeigen sich weite Teile der Wirtschaft überraschend stabil, erklärt Schmidt. In vielen Industrieunternehmen sei die Produktion wieder angelaufen. „Allerdings gibt es auch Branchen wie Gastronomie und Handel, die massiv vom Lockdown betroffen sind und um ihre Existenz fürchten müssen, wenn sie nicht unterstützt werden.

Das von den Arbeitsagenturen ausgezahlte Kurzarbeitergeld spielt hier eine wichtige, für manchen Betrieb wahrscheinlich sogar die entscheidende Rolle.“

Wer dieses Hilfsmittel nutzen will, muss zunächst Kurzarbeit anzeigen. Nach Prüfung und Bewilligung durch die Arbeitsagentur können die angemeldeten Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit gehen – falls notwendig. Denn Unternehmen können auch entscheiden, das Kurzarbeitergeld (KuG) während des Bewilligungszeitraumes nur für eine gewisse Zeit oder einen Teil der gemeldeten Beschäftigten zu nutzen. Die eigentliche Abrechnung (KuG-Antrag) erfolgt deshalb auch erst im Nachhinein. Da die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, entsprechende Unterlagen einzureichen, liegen verbindliche Werte erst mit deutlicher Verzögerung und bislang nur für ganze Agenturbezirke vor.

Im Mittelpunkt der statistischen Betrachtung stehen deshalb derzeit noch die KuG-Anzeigen. Gegenüber dem Vormonat ist deren Zahl im COC-Kreis im Januar erneut zurückgegangen. In den letzten vier Wochen zeigten laut Statistik 54 Betriebe für 513 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Dezember waren es 80 Betriebe für genauso viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt gab es seit Anfang April 1.127 KuG-Anzeigen für 9.188 Beschäftigte. Zwischen April 2019 und Januar 2020 waren es lediglich 8 Betriebe und 137 Beschäftigte. Diese Zahlen zeigten zwar einen Trend auf, ließen jedoch keinen direkten Schluss darüber zu, wie viele zusätzliche Unternehmen nach dem jüngsten Lockdown auf Kurzarbeit zurückgriffen, betont Agenturleiter Schmidt.

„Viele Betriebe haben bereits bei der Schließungswelle im November neue Anzeigen eingereicht.

Andere müssen nicht aktiv werden, weil ihre früheren Anzeigen noch gelten.“ Andererseits würden auch Betriebe erfasst, die bereits früher Kurzarbeit angemeldet hatten, diese Anzeige nun aber verlängern mussten. Da das Verfahren mehrstufig sei und viele Ergebnisse erst mit deutlicher zeitlicher Verzögerung abgefragt werden könnten, werde erst die Rückschau zeigen, wie viele Unternehmen und Beschäftigte die Krise dank KuG überstanden haben. „Sicher ist aber, dass es auch in unserer Region sehr viele sind.“

Pressemitteilung

Agentur für Arbeit Cochem-Zell

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