Politik | 02.05.2016

ver.di machte die Stadt Mayen zur Streikhochburg

„Wir stehen heute hier, um ein Zeichen zu setzen …“

Mehr als 800 Streikende versammelten sich auf dem Mayener Marktplatz zur abschließenden Kundgebung. WE

Mayen. Weil das in der 2. Verhandlungsrunde vorgelegte Verhandlungsangebot der Arbeitgeber der mehr als 2,1 Mio. Beschäftigten des öffentlichen Dienstes aus Sicht der Gewerkschaften als „ein Akt bodenloser Dreistigkeit“ empfunden wurde, kam es im Vorfeld der für den 28. April vereinbarten 3. Verhandlungsrunde bundesweit zu massiven Streiks. Nur eine Gewerkschaft, die zeigt, dass sie auch wirklich streiken kann, wenn sie nur will, kann etwas durchsetzen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft „ver.di“ hatte im Bezirk Koblenz ihre Mitglieder aufgefordert, diese bundesweiten Warnstreiks in Mayen zu unterstützen und die Stadt an diesem Tag zur Streikhochburg zu machen.

Erwartet hatte die Streikleitung 750 Streikende aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes im Zuständigkeitsbereich, nach Angaben der Polizei waren es über 800. Zu einem Demonstrationsmarsch hatte man sich am Schützenplatz formiert, um über die Bachstraße, der Marktstraße vorbei am Rathaus als Sitz eines hiesigen Arbeitgebers zum Marktplatz zu marschieren, auf dem eine abschließende Kundgebung stattfand.

In der Tarifrunde sind von ver.di als wesentliche Punkte Lohnerhöhungen von 6 % gefordert worden, die Erhöhung der Entgelte für Auszubildende und Praktikanten um 100 Euro sowie deren unbefristeter Übernahme nach erfolgter Prüfung. Weiterhin sollen Eingriffe in das Leistungsrecht der Zusatzversorgung verhindert werden. Städte und Gemeinden haben 2015 dank der guten Konjunktur und trotz des Flüchtlingszustromes Überschüsse in Höhe mehrerer Milliarden gemacht. Die Gewerkschaft befindet daher, es sei genügend Geld für ihre For-derungen vorhanden.

Auf dem Mayener Marktplatz wurden die Streikenden von Marion Paul als Geschäftsführerin ver.di Koblenz begrüßt und von Herbert Keifenheim, der von ver.di als Vorsitzender des Fachbereichs Gemeinden einen wesentlichen Teil der Organisation des Warnstreiks übernommen hatte. Die noch frostigen Temperaturen des Tages wolle man den Verhandlungsführern der Arbeitgeberverbände in Potsdam mit auf den Weg geben rief Herbert Keifenheim unter lautstarken Beifallsbekundungen den Streikenden zu.

Im Folgenden wurden die Forderungen zur Tarifrunde erneut vorgetragen und jeweils näher erläutert. Mit Schmährufen wurde die just aufgekommene Forderung von Bundesfinanzminister Schäuble bedacht, das Renteneintrittsalter schrittweise auf 70 Jahre zu erhöhen.

Die Spitzen von Gewerkschaften und Arbeitgebern haben sich inzwischen in Potsdam verständigt und einen neuen Tarifvertrag geschlossen. Danach sollen die Gehälter in diesem Jahr rückwirkend zum 1. März um 2,4 Prozent und in einem weiteren Schritt zum 1. Februar 2017 noch mal um 2,35 Prozent steigen. Beide Seiten verständigten sich auch auf eine neue Entgeltordnung für die Kommunalbeschäftigten. In dieser soll geregelt werden, mit welchen Tätigkeiten und Qualifikationen ein Beschäftigter, in welche Entgeltgruppe eingeordnet wird. Auch dies war eine langjährige Forderung der Gewerkschaft, der sich die Arbeitgeber immer wieder entzogen hatten. WE

Der Weg der Demonstrierenden führte für viele auch bei ihrem Arbeitgeber - im Mayener Rathaus - vorbei.

Der Weg der Demonstrierenden führte für viele auch bei ihrem Arbeitgeber - im Mayener Rathaus - vorbei.

Mehr als 800 Streikende versammelten sich auf dem Mayener Marktplatz zur abschließenden Kundgebung. Fotos: WE

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Werksverkauf Anhausen
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi
Berufskraftfahrer gesucht
Zukunft trifft Tradition KW 18
Jubiläum
Titel
10 Jahre NoWi
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
56

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS
209

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Von links: ehemalige Tolitäten Josephine Müller und Julia Richter, neue Tolitäten Ann-Kathrin Bretz, Carolin Stieffenhofer und Lilli Karbach, erster Vorsitzender der Heimatfreunde Güls Christoph Müller und Ortsvorsteher Hans-Peter Ackermann. Foto: SCH
38

Carolin Stieffenhofer und ihren Prinzessinnen Ann-Kathrin Bretz und Lilli Karbach übernahmen das Zepter

Feierliche Eröffnung des Blütenfestes Güls mit Proklamation der neuen Blüten- und Weinkönigin

Koblenz-Güls. Wenn die Weinberge an der Mosel nach und nach wieder grün werden und im ganzen Umland auf den Höhen die Kirschbäume die Landschaft in ein weiß blühendes Meer verwandeln, ist es wieder so weit: Im Koblenzer Stadtteil Güls, dem Tor zur Mosel, beginnt endlich wieder das Blütenfest, welches rund um den ersten Mai gefeiert wird!

Weiterlesen

Dauerauftrag
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Imageanzeige
Schulze Klima -Image
Dauerauftrag 2026
Anzeige Uhren Vintage
Minijob
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Media-Auftrag 2026/27
Zukunft trifft Tradition KW 18
Door To Door Anzeige
Innovatives rund um Andernach
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige