Politik | 02.03.2023

Erwin Rüddel im Austausch mit dem Damwild-Fachmann Matthias Eul

Wölfe reißen zunehmend Weidetiere in der Region

Matthias Eul und Erwin Rüddel am Damwild-Gehege.  Foto: Reinhard Vanderfuhr/Büro Rüddel

Region. „Beim Wolf handelt es sich um ein Raubtier, das gerade bei Weidetierhaltung nicht nur aus Hunger tötet. Weil die Wolfspopulation immer mehr wächst, wachsen auch die Konflikte mit Wölfen, auch und gerade hier bei uns in den ländlichen Regionen“, das bestätigte, durch auch in der Verbandsgemeinde Altenkirchen/Flammersfeld gemachte negative Erfahrungen mit dem „Leuscheider Rudel“, bei einem Informationsaustausch der 1. Vorsitzende der DAMWILD farming mitte-west e.V., Matthias Eul, dem heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel.

Der Parlamentarier hat in der Vergangenheit wiederholt auf durch die beim Wolf mit einer jährlichen Populationssteigerung von 30 Prozent einhergehenden Gefahren für Mensch und Tier hingewiesen. So ereigneten sich auch bereits mehrere Wolfsübergriffe in der Region, wie Matthias Eul anmerkte, der dazu forderte: „Das Leid der Weidetiere, die immer öfter von Wölfen gerissen werden und der damit verbundene enorme Schaden für die Weidetierhalter muss reduziert werden.“

Der Fachmann teilt mit Rüddel die Auffassung, dass zumindest besonders gefährliche „Problemwölfe“, „die gelernt haben, dass Weidetiere einfacher zu jagen sind als Wildschweine oder Rehe“, entnommen werden müssen. „Wir steuern in Deutschland auf ca. 2.000 Wölfe zu. In Schweden wird ab 250 Raubtiere bejagt“, hieß es.

Erwin Rüddel wies darauf hin, dass seit gut einem Jahr auf europäischer Ebene für eine Debatte gekämpft wird, um den Stimmen ländlicher Regionen Gehör zu verschaffen. „Ich bin froh, dass endlich die Dringlichkeit dieser Angelegenheit erkannt wurde und dazu führt, die Lage besser in den Griff zu bekommen. Die Gefahr, die vom Wolf ausgeht, muss klar und deutlich benannt werden. Ziel muss sein, dass der Schutzstatus von Wölfen neu bewertet wird. Die Sicherheit von Menschen und Nutztieren gerade in ländlichen Regionen muss oberste Priorität haben“, konstatierte der Christdemokrat unter Zustimmung.

Positiv bewerteten die beiden Gesprächspartner, die von der Europäischen Volkspartei, zu der auch die Europa-Abgeordneten der CDU gehören, eingebrachte Resolution, in der die EVP alle Änderungsanträge durchsetzen konnte. Dies u.a. betreffend der exponentiellen Zunahme der Wolfspopulation, der Zunahme der Angriffe auf Nutztiere in der gesamten EU, der Zunahme der Wolfspopulation und der Angriffe im Hinblick auf unwirksame Instrumente oder dem Bewertungsverfahren im Einklang mit der Habitat-Richtlinie, damit der Schutzstatus geändert werden kann, sobald der Erhaltungszustand erreicht ist.

In diesem Zusammenhang verwies Eul nochmals auf den Wolfsrüden „GW1896m“, der in der Grenzregion der Landkreise Altenkirchen und Neuwied blutige Spuren hinterlassen hat: „Würde der entnommen, wäre die Sache erledigt!“ Doch aufgrund der bisherigen Gesetzeslage, sehen sich auch Jagdtreibende gehandicapt: „Wenn wir den falschen Wolf erwischen, sind wir unseren Jagdschein los.“

„Unsere Tiere genießen generell ihr Leben auf der Weide. Doch jetzt ist vermehrt Stallhaltung angesagt, damit Wölfe frei leben und sich entfalten können. Somit ist alles getan, dass in der Natur von Wölfen quasi alles gefressen werden kann“, kommentierte Damwild-Fachmann Matthias Eul mit der Anmerkung, dass selbst Schutzzäune keine garantierte Abhilfe schaffen, denn „der Wolf geht über jeden Zaun drüber“.

Umso dringlicher sei ein bundeseinheitliches Wolfsmanagement und Monitoring, z.B. nach dem Vorbild Niedersachsens, durch die Landesjägerschaft und ebenso eine zügige und unbürokratische Bestandsregulierung. „Ohne eine grundlegende Veränderung der Wolfspolitik wird es zu nicht umkehrbaren Strukturbrüchen in der Weidetierhaltung kommen. Den Einstieg in ein aktives Bestandsmanagement trotz vorhandener EU-rechtlicher Möglichkeiten nicht umzusetzen, führt zu einem breiten Ausstieg aus der Weidetierhaltung und zu einem massiven Verlust an Biodiversität und der Akzeptanz bei den Menschen in ländlichen Regionen“, merkte Matthias Eul an mit der Prämisse: „Ein ‚Zurück in die Ställe‘ gibt es für uns nicht. Wir halten unsere Tiere so, wie es der Verbraucher von uns erwartet und es dem Tierwohl entspricht!“

Kritik übte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete an Bundesumweltministerin Lemke, die sich in einem Schreiben an die EU-Kommission gegen die geforderte Lockerung des Schutzstatus beim Wolf gewandt hat: „Bei dieser Umweltministerin und Bundesregierung werden wir wohl vergeblich auf einen erforderlichen pragmatischeren Umgang mit dem Wolf warten. Ministerin Lemke schlägt die Meinung der Experten in den Wind, die den guten Erhaltungszustand des Wolfes in Europa ganz klar attestieren. Weil die Wolfspopulation immer weiter wächst, wachsen auch Konflikte mit Wölfen.“

Das Leid der Weidetiere, die immer öfter von Wölfen gerissen werden, und der damit verbundene enorme Schaden für die Weidetierhalter führe zu keinerlei Umdenken bei der Ministerin, der zudem die Meinung der gewählten EU-Volksvertreter offenbar reichlich egal sei.

„Wenn wir nicht die Kontrolle verlieren wollen, brauchen wir dringend praktische Modelle der Regulierung der Wolfsbestände. Diese Regulierung muss von staatlicher Stelle erfolgen und darf nicht delegiert werden. Der Wolf ist da. Das muss man akzeptieren, aber wir müssen eine Höchstgrenze festlegen, die für ein Miteinander von Mensch und Nutztier als akzeptabel eingestuft wird“, bekräftigte Erwin Rüddel.

Pressemitteilung

Büro Erwin Rüddel, MdB

Matthias Eul und Erwin Rüddel am Damwild-Gehege. Foto: Reinhard Vanderfuhr/Büro Rüddel

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