Regenbogenfahne weht am Rathaus in Hillscheid
Zeichen gegen Homophobie und Intoleranz
Hillscheid. Vor Kurzem gab es eine Premiere in der Westerwaldgemeinde Hillscheid, denn dort wurde zum ersten Mal am Rathaus die Regenbogenfahne gehisst. Bürgermeister Andreas Rath setzt damit ein Zeichen gegen die Diskriminierung, der Schwule, Lesben und Transsexuelle vielerorts noch immer ausgeliefert sind. Seit 2005 gilt der 17. Mai als internationaler Tag gegen Homophobie, seit 2007 ist der Tag auch vom Europäischen Parlament offiziell anerkannt. Der Termin wurde im Hinblick auf den 17. Mai 1990 gewählt - damals beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. „Mit diesem deutlichen Signal am Rathaus möchten wir offiziell zum Ausdruck bringen, dass die Gemeinde Hillscheid liberal denkt. Ich als Ortsbürgermeister führe das Thema gerne ins Feld, um auch bei unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und gleichgeschlechtlicher Lebensweisen für Toleranz und Akzeptanz zu werben“ so Bürgermeister Rath in seiner Ansprache anlässlich der Fahnenhissung. Rath weiter: „Mir ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass homo-, bi-, trans- und intersexuellen Menschen in unserer Gesellschaft heute immer noch nicht vollkommen gleichgestellt sind. Rechtlich mag das inzwischen annähernd der Fall sein, aber die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, dass gewisse Vorurteile wieder aufleben. Dem wollen der Verbandsbürgermeister und ich heute mit dem Hissen der Regenbogenflagge begegnen.“ Homophobie beschreibt die Feindseligkeit gegenüber Lesben und Schwulen, also Menschen, die nicht heterosexuell sind. Der Begriff wurde 1972 von George Weinberg, einem US-amerikanischen Psychotherapeuten eingeführt, um die gesellschaftliche Ablehnung von Homosexuellen zu benennen. Die international noch weit verbreitete Antipathie der homosexuellen Lebensweise äußert sich in Vorurteilen, Ekel- und Hassgefühlen bis hin zu Aggressionen und Gewalt. Die Bundesregierung hat in einer im Dezember 2015 veröffentlichten Antwort auf eine Große Anfrage der Grünen erklärt, dass 77 Länder einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen verbieten. Sieben Länder drohten mit der Todesstrafe.
Ortsbürgermeister Andreas Rath sprach sich für die Gleichstellung aus.
Ein deutliches Signal am Rathaus - Hillscheid denkt liberal.
