Politik | 06.04.2021

CDU und Grüne im Tandem vom Wege abgekommen

Zickzackkurs zur Radwegeplanung und Wald-Rodung werfen zunehmend Fragen auf

Ðer Zickzackkurs zur Radwegeplanung und Wald-Rodung werfen zunehmend Fragen auf.Foto: privat

Wachtberg. Wer in Kenntnis der merkwürdigen Unterlagen und Vorläufe zum Neubau des landwirtschaftlichen Feldwegs hinter Gut Holzem in der Sitzung des Infrastruktur-Ausschusses auf Klärung offener Fragen gehofft hatte, wurde angesichts des einheitlichen Spalierstehens von Grünen und CDU beim Durchwinken des Beschussvorschlages enttäuscht. Das als „Bürgerradweg“ deklarierte Projekt, aus einem Fußweg den Berkumer Einstieg ins Radwegenetz zu den südlichen Wachtberger Orten zu gewinnen, mutiert auf der Zielgeraden zu einem Nutzweg für schwerstes landwirtschaftliches Gerät, das zudem vielfach schwerer und breiter ist, als es der geplante „Rad“-Weg verträgt. „Vorweggenommen sei der Treppenwitz dieses fragwürdigen „Ostergeschenks“. Auch die jetzt auf 3 m Breite ausgelegte Trasse wird nicht ausreichen, Landwirten und Radfahrern eine gedeihliche Koexistenz zu ermöglichen. Schon der Radstand vieler Maschinen beträgt 3 m, von den breiteren Aufbauten einmal ganz zu schweigen“, zeigt sich der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Unser Wachtberg, Ulrich Feyerabend, von dem beschlossenen Maximalausbau gleich mehrfach enttäuscht. „Ob hier der ADFC, mit dem das ganze Projekt einmal angefangen wurde, auf den entscheidenden letzten Meter noch im Boot war, war der Verwaltungsvorlage nicht zu entnehmen. Auch nicht, wer sich konkret hinter der in der Verwaltungsvorlage als „Wunsch aus der Landwirtschaft“ bezeichneten Weichenstellung verbirgt. Und schon gar nicht, wann dieser Wunsch nach einer zusätzlichen Erschließung von seit Jahrzehnten ausreichend angebundenen landwirtschaftlichen Flächen ins Verfahren eingeführt wurde. Für die normalen Ratsmitglieder jedenfalls tauchte diese Idee überraschend erst in den Unterlagen zur Ausschusssitzung auf.

„Neben der Entscheidung in der Sache, die über Wochen auf Verwaltungsebene im Zickzack-Kurs zwischen alternativlosen Baumfällungen, asphaltierter und wassergebundener Oberfläche auf entsprechendem Unterbau bewegt wurde, irritiert uns besonders die Mutation des sich bisher eher ökologisch gebenden Koalitionspartners der CDU. Deren Fraktion hat für außenstehende Beobachter einen massiven Farbwechsel erfahren, vom frischen Grün zu einem koalitionstreuen Anthrazit-Grau-Grün“, so Feyerabend. Es mutet wie ein schlechter Witz im Umgang mit dem ehemals vorhandenen Baumbestand an, wenn der Hinweis von Unser Wachtberg auf die fast totale Rodung des 143 Bäume umfassenden „Wäldchens“ ausgerechnet vom Grünen-Fraktionsvorsitzende Oliver Henkel fast noch stärker relativiert und verteidigt wurde, als von der Verwaltung. Und das vor dem Hintergrund, dass die Verwaltung noch Anfang Februar erklärt hatte, im Zuge der Herstellung der Verkehrssicherheit auf dem bisher wesentlich als Fußweg genutzten künftigen Radweg würden lediglich ein halbes Dutzend Pappeln am Wegesrand „entnommen“.

„Die Bestandskraft dieser Aussage betrug nur wenige Tage“, legt Unser Wachtberg den Finger in die Wunde. „Dies gilt besonders für die Erklärung der Verwaltungsspitze, dass keinesfalls der Bau eines Wirtschaftsweges geplant sei“, so Feyerabend. Hier hat sich die Fraktion der Grünen in aller Öffentlichkeit so unerwartet wie unmissverständlich selbst zum Bock statt zum Gärtner gemacht, zu Anwälten einer für den Wegebau selbst völlig überflüssigen Massenfällung. Dass diese Rodung, von der ganz offensichtlich im Wesentlichen der Waldbesitzer profitiert, dann auch noch in Höhe von Zigtausenden von Euros aus Steuergroschen bezahlt wird, schlägt dem Fass endgültig den Boden aus. Für Unser Wachtberg sei die „Causa Radweg hinter Gut Holzem“ mit dem Beschluss des CDU-geführten und grün beklatschten Infrastruktur-Ausschuss jedenfalls nicht beendet, versichert Feyerabend abschließend. Unser Wachtberg lädt die Bürgerschaft ein, sich auf der Homepage der Wählervereinigung (unser-wachtberg.org) ein vertiefendes Bild von der Situation vor Ort zu machen.

Pressemitteilung der

Wählergemeinschaft

Unser Wachtberg

Ðer Zickzackkurs zur Radwegeplanung und Wald-Rodung werfen zunehmend Fragen auf.Foto: privat

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