Holocaust-Gedenktag in Koblenz
Zum Gedenken an die NS-Opfer
Koblenz. Die Stadt Koblenz gedachte am Holocaust-Gedenktag um 13.30 Uhr zusammen mit dem Förderverein Mahnmal, der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit sowie dem Freundeskreis Koblenz-Petah Tikva, den Opfern der NS-Diktatur am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz, welches an die vielen Frauen, Männer und Kinder aus Koblenz und der Region erinnert, die während dieser Zeit verfolgt und ermordet wurden.
Während Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig Namen von 22 jüdischen sowie Sinti und Roma Familien aus Koblenz und der Umgebung verlas, hefteten Schülerinnen und Schüler der Lützeler Hans-Zulliger-Schule und Diesterweg-Schule deren Porträts mit einer weißen Rose am Mahnmal an. Ein Porträt erzählt vom Mut der Maria Detzel, die als SPD-Stadtratsmitglied 1933 den Mut hatte, im Stadtrat gegen die Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Adolf Hitler zustimmen. Weiter wird an Wilhelm Rott aus Lay erinnert, der Anfang der 1930er Jahre einen „Bund gegen Faschismus“ gründete.
Im Anschluss an diese Zeremonie spielten Sascha Reinhardt und sein Sohn Germaine ein kleines Stück auf ihren Gitarren. Beide stammen aus einer bekannten Sinti-Familie, die mit ihrer Musik weit über die Grenzen der Stadt Koblenz hinaus bekannt ist.
Ausstellung „Un-er-setz-bar“
Nach der Gedenkfeier vor dem Mahnmal, gingen die etwa 100 Teilnehmer geschlossen zur Gedenkstunde und gleichzeitigen Eröffnung der Ausstellung „Un-er-setz-bar“, die bis Donnerstag, 15. Februar von 9 bis 11.30 Uhr und 13 bis 19 Uhr zu sehen ist, in die City-Kirche am Jesuitenplatz.
In dieser Ausstellung werden auf Schautafeln Lebens- und Leidensgeschichten von Verfolgten des NS-Regimes porträtiert. Ein Porträt ist der in Koblenz geborenen Sintezza Waltraud Reinhardt, der Ehefrau von Daweli Reinhardt, gewidmet, die von ihrer Familie getrennt wurde und den Holocaust überlebte - ihre Mutter starb im Konzentrationslager. Nach dem Krieg heiratete sie Daweli Reinhardt, der Auschwitz, Ravensbrück und Sachsenhausen überlebte, und gründete mit ihm eine Familie.
An 22 jüdische sowie Sinti und Roma Familien aus Koblenz wurde gedacht.
Sascha Reinhardt und sein Sohn Germaine spielten ein kleines Stück auf ihren Gitarren.
