Stadtrat zeigt sich spendabel - 10 Jahre lang 60.000 Euro
Zuschuss zur Sanierung privater Trockenmauern
Walporzheimer Weinbergen sind kulturland- schaftlich, kulturhistorisch und touristisch von Bedeutung
Walporzheim. Die Sanierung der Trockenmauern im Bereich der Steillage von Walporzheim sollen über einen Zeitraum von zehn Jahren mit jährlich 60.000 Euro bezuschusst werden. Das beschloss der Stadtrat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Begründet wird das mit der kulturlandschaftlichen, kulturhistorischen und touristischen Bedeutung der pittoresken Weinberge, deren Fotos auf fast jedem Werbeprospekt für das Ahrtal zu finden seien. Aus diesem Grunde habe das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Mayen (DLR) zusammen mit dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft schon vor einigen Jahren verschiedene Fördermöglichkeiten zur Sanierung der prägenden Trockenmauern, die allesamt in privatem Eigentum verschiedener Weinbaubetriebe stehen, herausgearbeitet. Aussichtsreich schien damals eine Förderung über das „LIFE Biodiversitätsprogramm“ der Europäischen Union mit einer gleichzeitigen Kostenbeteiligung von Land Rheinland-Pfalz, Kreis Ahrweiler und der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Land, Kreis und Stadt hatten damals schon ihre Kostenbeteiligung zugesagt. Doch leider sei ein entsprechender Antrag von der Europäische Kommission im Jahre 2012 abgelehnt worden, so die Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage.
Ministerium zeigt möglichen Förderweg auf
Doch auch danach hätten sich DLR und Teilnehmergemeinschaft kämpferisch gegeben und sich weiterhin um Finanzmittel zur Erhaltung der einzigartigen Terrassenlandschaft in Walporzheim bemüht. Leider sei die Suche nach einer praktikablen Fördermöglichkeit bislang erfolglos geblieben. Bis jetzt das Mainzer Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten einen denkbaren Förderweg aufgezeigt habe, der Zusammenarbeit mit dem DLR und der Teilnehmergemeinschaft möglichst bald umgesetzt werden solle. Dafür sollen einerseits Kompensationsgeldern verwandt werden, die aus der Verpflichtung zum ökologischen Ausgleich bei verschiedenen Bauleitplanverfahren entstehen. Diese könnten für eine landespflegerische Maßnahme zum Erhalt von Trockenmauern als ökologischem Lebensraum eingesetzt werden. Des Weiteren sollen die schon für das einstige „LIFE-Projekt“ zugesagten Finanzmittel des Kreises Ahrweiler und der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler in dieses Förderungsprogramm einfließen. Der Kreis Ahrweiler habe bereits signalisiert, an der damaligen Förderungszusage festzuhalten.
Arbeitsplätze der heimischen Winzer sichern
Andreas Geschier (CDU) freute sich, dass dadurch die ortsbildprägenden Weinbergsmauern nachhaltig saniert und dauerhaft gesichert werden könnten, zumal daran auch eine Reihe von Arbeitsplätzen für die heimischen Winzerbetriebe hingen. Gregor Sebastian (FWG) sah darin ebenfalls „eine sehr positive Entscheidung für den Tourismus, die auch wichtig ist für die Existenz unserer Winzer.“ Auch Jörn Kampmann (SPD) konnte es kaum erwarten, dass die Förderung endlich anfange, „die erst durch eine Kraftanstrengung von vielen Beteiligten ermöglicht worden ist.“ Bürgermeister Guido Orthen (CDU) hoffte, dass auch noch andere Partner mit ins Boot steigen werden, wenn die Kreisstadt vorangehe.
JOST
