Politik | 05.05.2020

Stadtrat Rheinbach beschäftigt sich mit Friedhofskonzept

Zustand auf den Rheinbacher Friedhöfen soll langfristig verbessert werden

Anhaltende Zerrissenheit innerhalb der Rheinbacher CDU- Fraktion machte allerdings eine schnelle Entscheidung unmöglich

Rheinbach. Bei der ersten Sitzung des Rheinbacher Stadtrats in Zeiten der Corona-Pandemie war vieles anders als sonst: Erstmals tagte das Gremium in der Rheinbacher Stadthalle, wobei jedes Ratsmitglied einen eigenen Tisch im Saal zu Verfügung hatte, der zu allen Seiten mindestens 1,5 Meter Abstand zu den jeweiligen Nachbarn aufwies.

Christdemokraten waren sich nicht einig

Doch eines blieb auch in der Ausnahmesituation gleich: Die Zerrissenheit innerhalb der Rheinbacher CDU-Fraktion. Das wurde bei einem eigentlich eher unspektakulären Tagesordnungspunkt besonders deutlich: der beabsichtigten Erstellung eines Friedhofsentwicklungskonzeptes für den St. Martin-Friedhof in der Rheinbacher Kernstadt. Ein Teil ihrer Fraktion habe sich nicht an die Absprachen gehalten, zeigte sich die Fraktionsvorsitzende Silke Josten-Schneider verärgert. Weil ein Teil der Christdemokraten einem Antrag von Dietmar Danz (SPD) zustimmte, wurde das Thema zur Beratung in die Fraktionen zurückverwiesen. „Das Resultat der Rückverweisung ist: Das Konzept findet in diesem Jahr keine Umsetzung mehr“, fürchtete Josten-Schneider. „Dies ist bedauerlich, da es auch den Wünschen der Rheinbacher Bevölkerung nicht gerecht wird.“

Dabei sei sich die CDU-Fraktion von jeher der kulturellen Bedeutung der Friedhöfe in der Kernstadt und den Ortschaften bewusst. Aus diesem Grund habe man wiederholt Initiativen und Anträge eingebracht, um den Pflegezustand der Friedhöfe zu verbessern. Das Friedhofsentwicklungskonzept wäre die konsequente Fortsetzung der christdemokratischen Initiativen der vergangenen Jahre gewesen, glaubt Josten-Schneider. „Umso unverständlicher ist es, dass Teile der CDU-Fraktion eine schnelle Beauftragung dieses Konzeptes in der heutigen Ratssitzung unterlaufen haben.“

Thema noch nicht entscheidungsreif

Weil wegen der Corona-Pandemie die Ausschüsse des Rates vorläufig nicht mehr tagen, sollte das Konzept ohne vorherige Beratung im Fachausschuss gleich vom Stadtrat in Auftrag gegeben werden. Allerdings hatten sowohl Lorenz Euskirchen (FDP) wie auch Martina Koch und Dietmar Danz (beide SPD) darauf hingewiesen, dass das Thema noch nicht entscheidungsreif sei, da aus den Fraktionen noch Vorschläge gemacht werden sollen, welche Vorgaben für die Konzepterstellung gelten sollen.

Zum eigentlichen Thema: Der Pflegezustand der Friedhöfe der Stadt Rheinbach habe in den vergangenen Jahren immer wieder Anlass zu Beschwerden gegeben, erläuterte Raetz.

Das gelte vor allem für den innerstädtischen Friedhof St. Martin, der historisch gewachsen und wenig pflegefreundlich gestaltet sei. Aktuell könne er nur mit einem hohen Personaleinsatz in einem ordnungsgemäßen Zustand gehalten werden.

Um den Zustand auf den Friedhöfen langfristig zu verbessern, solle ein Friedhofsentwicklungskonzept erarbeitet werden, in dem eine zukunftsorientierte und pflegefreundliche Belegung des Friedhofs geplant sowie die Wegeführung, deren Beschaffenheit und die Bepflanzung thematisiert werden solle.

Im Wettbewerb mit privaten Anbietern

„Ziel ist dabei, einen nachfrage- und zukunftsorientierten Umgang mit den Friedhofsflächen zu finden, der insbesondere dem Trend der Entwicklung der Bestattungsformen mit aktuell 75 Prozent Urnenbestattungen und 25 Prozent Sargbestattungen nachkommt und zugleich eine aufwandsärmere Pflege in Form von umsetzbaren Pflegestandards ermöglicht“, so Fachgebietsleiterin Daniela Hoffmann. Das sei umso wichtiger, weil sich städtische Friedhöfe mittlerweile in einem Wettbewerb mit privaten Anbietern von Bestattungsangeboten befänden. So würden längst nicht mehr alle Rheinbacher auf einem Friedhof in Rheinbach beigesetzt, in den vergangenen fünf Jahren lag die Quote bei nur noch 70 Prozent. „Darüber hinaus wird es auch erforderlich sein, dass die Pflege der Friedhöfe in das richtige Verhältnis zur Pflege der übrigen städtischen Grünflächen gesetzt wird“, so Hoffmann weiter. JOST

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