Politik | 07.08.2024

Ausgestaltung der Plätze in der Innenstadt und in den Stadtteilen in der Kritik

Zweierlei Maß für Neuwieder Plätze

Dieses ungenutzte Bahngelände soll herangezogen werden, um die Stellplatzverpflichtung der Stadt Neuwied gegenüber der Landesstiftung „Villa Musica“ zu erfüllen. Das Grundstück, auf dem jedoch noch mehr Parkplätze entstehen sollen, wurde zwischenzeitlich von der Stadt erworben.  Foto: Arbeitskreis Heimat + Tourismus Engers

Neuwied-Engers. Es ist für eine Kreisstadt lebenswichtig, dass sie Plätze vorhalten muss, um größere Veranstaltungen und Märkte durchzuführen, und die Umgestaltung des Marktplatzes in Neuwied ist ein gutes Beispiel dafür. Doch die Neugestaltung des Luisenplatzes, die innerhalb einer sehr überschaubaren Periode nun zum dritten Mal erfolgen soll, wirft Fragen auf. Hätte man nicht schon beim ersten Umbau den Platz so gestalten können, dass er für eine längere Zeit den städtischen Bedürfnissen genügt hätte? Versierte Städteplaner hätten hier sicher Hilfe leisten können.

Stadtteile nicht vergessen

Doch bei allem guten Willen für die Attraktivität der Innenstadt sollten auch die Stadtteile dabei nicht aus dem Blickfeld geraten. So bemüht man sich in Engers ebenfalls um die Errichtung bzw. Neugestaltung von zwei Plätzen, die für den Stadtteil von großer Bedeutung sind. Da ist zum einen der Parkplatz an der Kirche, der auch als Kirmesplatz eine Rolle spielt. Zu diesem Parkplatz werden aber auch derzeit die Gäste geleitet, die zur Villa Musica und zur Landesmusikakademie anreisen. Beim Aussteigen erhalten die Gäste jedoch einen trostlosen Anblick: PKWs und zwei Bäume aus der Zeit, als der Platz noch der Engerser Grundschule diente.

Dabei war für diesen Platz bereits seit dem Jahre 2006 vom Bauamt ein mit dem Bürgerverein Engers abgestimmter Plan entwickelt, der sowohl eine ansprechendere Gestaltung vorsah, als auch eine Verfügbarkeit für die Engerser Kirmes beinhaltete. Doch nichts ist seit dieser Zeit von Seiten der Stadtverwaltung bezüglich einer Realisierung dieses Vorhabens geschehen.

Bei dem zweiten Platz trifft man auf ein Kuriosum der besonderen Art. Da hat die Landesregierung von Rheinland-Pfalz es vor über 30 Jahren verhindert, dass Schloss Engers in ausländische Hände verscheuert wurde, und hat das barocke Schloss in seine Obhut genommen, um hier talentiertem musikalischen Nachwuchs eine Bildungsstätte zu geben. Die nach der Bauplanung hierfür nach der Stellplatzverordnung erforderlichen Parkstellen wurden von der Stadtverwaltung Neuwied übernommen, als ihren Beitrag zu der Aufwertung von Schloss Engers.

Nun sind nach der Inbetriebnahme von Schloss Engers fast 30 Jahre vergangen, doch die vom Neuwieder Stadtrat zugesagten Parkplätze sind bis heute nicht geschaffen. Immerhin kann die Stadt dieses nun 30-jährige Jubiläum festlich begehen.

Mit der ebenfalls in Engers von Seiten der Landesregierung angesiedelten ‚Landesmusikakademie‘ wurde im Ort ein weiterer musikalischer Schwerpunkt geschaffen. Mit ca. 80 Konzerten im Jahr bei freiem Eintritt ist diese Bildungsstätte ein weiterer Schwerpunkt in der Ortsentwicklung. Diesem muss jedoch auch Rechnung getragen werden, indem die Infrastruktur hierfür geschaffen wird. Es gilt auch, Bedingungen für die vielen anreisenden Gäste zu schaffen, die zumindest den Bedürfnissen dieser Gäste gerecht werden. Der Arbeitskreis ‚Heimat + Tourismus Engers‘, der sich dieser Probleme annimmt und mit dazu beiträgt, dass sich Verbesserungen im Stadtteil ergeben, sieht die Stadt in der Pflicht, diese Aufgaben zu erledigen.

Der Arbeitskreis kann auf eine Reihe von strukturellen Verbesserungen hinweisen, die auf seine Initiative entstanden sind. So wird nun z. B. der Graue Turm abends angestrahlt, zwischen Feldkirchen und Sayn wurde ein „Zuweg“ zum Rheinstein geschaffen, der Gäste nach Neuwied und Engers bringt. Eine Erinnerungsplakette wurde angebracht für die Ehrenbürgerin Schwester Edelgard. In der Alten Schlossstraße wurden 15 Baumbeete mit rosa Buschrosen bepflanzt, um die Straße optisch aufzuwerten. An der Landebrücke dürfen jetzt wieder Schiffe anlegen, die Gruppen auf den Rhein befördern.

Arbeitskreis setzt sich für weitere Verbesserungen ein

Um den Regelverkehr auf dem Rhein wird derzeit noch mit dem Bauamt der Stadt gerungen. Darüber hinaus hat der vom Arbeitskreis getragene gemeinnützige Verein „Kultur + Tourismus“ jetzt die Zusage erhalten für ein Förderprogramm „Heimat erleben“, mit dem Kinder ab der 5. Klasse bis zur 9. Klasse Kulturdenkmäler in Engers besuchen können und von „Wegepaten“ umfassende Informationen über die Geschichte dieser Bauten zu erhalten. Der Arbeitskreis ist derzeit mit dabei, die organisatorischen und personellen Voraussetzungen für die Umsetzung zu schaffen. Mit diesem Programm sollen besonders auch die Jahrgänge gestärkte werden, die später einmal in die Verpflichtung kommen, die Kirmes zu gestalten.

Aber auch die künftige Ausstattung von Engers mit QR-Code soll weiter vorangetrieben werden und viele weitere Planungen zur Verbesserung der Infrastruktur stehen im Aufgabenkatalog von Arbeitskreis und Verein.Pressemitteilung

des Arbeitskreises

Heimat + Tourismus Engers

Dieses ungenutzte Bahngelände soll herangezogen werden, um die Stellplatzverpflichtung der Stadt Neuwied gegenüber der Landesstiftung „Villa Musica“ zu erfüllen. Das Grundstück, auf dem jedoch noch mehr Parkplätze entstehen sollen, wurde zwischenzeitlich von der Stadt erworben. Foto: Arbeitskreis Heimat + Tourismus Engers

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