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Geplanter Naturerkundungspfad im Bereich der Ahrmündung bei Sinzig

Zwischen Schwebefähre und Wasserbüffeln

Verwaltung möchte touristisches Leuchtturmprojekt vorantreiben – Kosten sorgen für Zurückhaltung bei der Kommunalpolitik

Zwischen
Schwebefähre und Wasserbüffeln

Das Gebiet der Ahrmündung zwischen Kripp und Sinzig. Foto: RO

28.01.2020 - 16:45

Sinzig. Es soll ein großes Leuchtturmprojekt für den Tourismus im nördlichen Rheinland-Pfalz werden. Die Landesregierung und die Stadt Sinzig haben an der Ahrmündung Großes vor. Das gesamte Gebiet, übrigens die einzige naturbelassene Flussmündung in den Rhein, soll zu einem Touristenmagneten werden. Und dies mit einem Naturerkundungspfad, der barrierefrei das gesamte rund 125 Hektar große Areal in weiten Teilen erschließen soll. Dazu soll ein fast ein Kilometer langer Holzsteg mit Rastplätzen, Sitzgelegenheiten und Aussichtspunkten sowie Informationstafeln durch die Auenlandschaft errichtet werden. Und in Zukunft könnten Besucher von den Aussichtsplattformen vielleicht auch einen Blick auf die dann in der Ahrmündung bereits grasenden Wasserbüffel erhaschen.


Beratungen wegen Haushaltlage vertagt


Eigentlich sollte das Projekt in aller Vielfalt bei der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vorgestellt werden. Doch angesichts der Haushaltslage und den Kostensteigerungen bei anderen Großprojekten wurde dies zunächst einmal vertagt.

Zur Kostenlage: Die Gesamtkosten für die Umsetzung dieses touristischen Projekts lägen bei rund 2,3 Millionen Euro. Balsam angesichts der angespannten Finanzlage dürfte für die Stadt Sinzig die Tatsache sein, dass Zuschüsse in Höhe von bis zu 85 Prozent fließen könnten. Zur Attraktion könnte sich dabei eine Schwebefähre entwickeln, die die Ahr am westlichen Ende des Naturschutzgebiets aufwerten soll. Von zwei Plattformen aus soll die Fähre an einer Schiene per Hand auch von Kindern und älteren Personen ganz leicht mit Muskelkraft bewegt werden können.


Barrierefreie touristische Angebote schaffen


Wiederholt war das Thema Naturlehrpfad durch den Bereich der Ahrmündung Thema im Sinziger Rat gewesen. Vor allem die Freien Demokraten hatten in diesem Bereich wiederholt Vorstöße unternommen. So richtig akut wurde das Thema aber dadurch, dass Sinzig zur Modellregion „Ahrtal für alle“ gehört, die aus dem Landeswettbewerb „Tourismus für alle“ des Wirtschaftsministerium hervorgegangen ist. Zielsetzung war dabei vor allen die Schaffung von barrierefreien touristischen Angeboten bis Ende 2022.

Besuchern des Naturerkundungspfads soll die große Möglichkeit geboten werden, die allmählich zurückkehrende Wildnis mit ihrer spezifischen Flora und Fauna zu bestaunen. Damit soll zum einen das Mündungsgebiet der Ahr im Bereich des Pfads touristisch zugänglich gemacht werden, gleichzeitig soll durch die Einrichtung aber auch eine aktive Besucherlenkung in besonders sensiblen Bereichen des Gebiets vorgenommen werden. Denn der Schutz ist bisher unter den jetzigen Gegebenheiten so nicht unbedingt vorhanden.

Nicht nur in Sinzig spricht man daher von einem Leuchtturmprojekt, das die Zahl der Touristen sowohl im Tagesbereich als auch bei den Übernachtungsgästen steigern soll.


Projekt soll vielfältige Anforderungen erfüllen


Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. So sollen in Höhe des Bootshauses und am Bootshaus eine barrierefreie WC-Anlage und Parkplätze entstehen. Keine einfache Sache mitten im Naturschutzgebiet, und an den gesamten Naturerkundungspfad werden dann auch sehr hohe Ansprüche gestellt. So ist eine gewisse Vandalismusresistenz und Langlebigkeit und natürlich eine große Widerstandsfähigkeit gegen die zu erwartenden Ahr- und Rheinhochwasser vonnöten. Dass die Pläne für dieses Leuchtturmprojekt vertagt wurden, lag übrigens nicht an den Inhalten selbst, sondern war den Kostensteigerungen im Bereich Feuerwehrgerätehaus und Nostalgiebad Bad Bodendorf geschuldet. Die verunsicherte Sinziger Kommunalpolitik wollte sich wohl nicht noch ein weiteres Großprojekt auf die Schultern laden.

Während die Kommunalpolitik sich in Sachen Leuchtturmprojekt eher etwas zurückhaltend präsentiert, ist man auf Seiten der Verwaltung aber ziemlich entschlossen die Planungen voranzutreiben. BL

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Kommentare
Jochen Seifert:
Müntefering hat Recht: „Macht die Kommunen stark“ Franz Müntefering hat beim Jahresempfang der SPD in Sinzig etwas Wahres gesagt: „Macht die Kommunen stark!“ und dazu dann die Aufforderung die Angebote zu verbessern, unter anderem auch die Versorgung der älteren Mitbürger. Eine Antwort seitens der Kreis-SPD darauf gibt es nicht. Genauso verhält sie sich im Rahmen der Kreis - Haushaltsberatungen, wenn es darum geht, Landeszuschüsse anzufordern, die das Land den Kommunen nicht weiterleitet bzw. vorenthält. Das „Starkmachen“ der Kommunen wird bei dieser Landesregierung nicht funktionieren. Das hat selbst der Landesrechnungshof unterschwellig eingesehen. Vielleicht prüft er ja zukünftig auch die Haushaltswirtschaft der Landesregierung, so die Deutung einer Aussage in einem Schreiben an die FWG. Auch die Neueinstellung eines Direktors/Direktorin beim Landesrechnungshof, mit der Aufgabe zur Prüfung der Haushalts- und Wirtschaftsführung des Landes, könnte ein Zeichen sein. Noch besser wäre es jedoch, wenn die Kreis-SPD mal eigenständig in Mainz vorspricht und Verbesserungen anmahnt. Sie hat ja jetzt einen Anlass. Jochen Seifert, Fraktionssprecher der FWG im Kreistag Ahrweiler

Vortrags- und Diskussionsabend

Stefan Knoll:
Ganz schlimm, was Demos e.V. auf Facebook über die Machenschaften der AfD im Westerwald aufdeckt. Bei der AfD im Westerwald findet man Rassismus und Antisemitismus. Ganz übel.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben:
Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.
Karsten Kocher:
Und heute berichtet DEMOS e.V. auf Facebook über einen weiteren schlimmen Vorfall bei der AfD Westerwald. Der Rechtsextremismus feiert fröhliche Urständ bei der AfD Westerwald.
B. Roß:
Hoffentlich werden dann auch wenigstens die Bäume abrasiert. Die sind sowieso den Radfahrern nur im Weg und wenn man sich die mal genau anschaut, sind die sicher auch krank. Derartige Bäume sind nämlich immer krank - das weiss man.
Marcel Iseke:
Die "jetzigen gefährlichen Einfahrten" sind dann nicht mehr gefährlich? Der Radweg muss einfach komplett freigegeben werden, für die Sicherheit unserer Fahrradfahrer, der Reduzierung des PKW Verkehrs, mehr Bewegung im Alltag, CO2 Reduktion und und und. Keine halben Sachen!!
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