Abenteuer einer Schneeflocke
Märchen von Monika Nießen
Auf der Erde war Winterzeit. Es war kalt und die Menschen sagten, es rieche nach Schnee. Schneeluft riecht so richtig schön frisch. Am Himmel machte sich eine ganz besondere Schneeflocke auf die Reise zur Erde! Mit vielen ihrer Schwestern und Brüder war sie auf der langen Reise. Sie war schon ganz aufgeregt, hatte sie doch eine ganze Weile warten müssen, weil es noch nicht kalt genug auf der Erde war, sonst könnte sie doch nicht heil unten ankommen.
Sie landete auf einem Baum in einem Park. Als sie sich umsah, entdeckte sie einen Hund, der an ihrem Baum, so nannte die Schneeflocke insgeheim schon den Baum, auf dem sie gelandet war, herumschnupperte. Bald hörte sie einen Pfiff und sah dann auch den Menschen, zu dem dieser Hund gehörte.
Es war mittlerweile Nacht geworden und die kleine Schneeflocke konnte die vielen Lichter an den Straßen und in den Häusern der Menschen sehen. Ganz besonders neugierig war sie auf Kinder. Sie hatte in ihrer Wolke so oft von Kindern erzählen hören und was die alles mit Schnee machten, dass es ihr schon zu lange dauerte, bis die Nacht endlich vorüber war und sie Kinder sehen könnte.
Am nächsten Morgen, die Schneeflocke war noch etwas schläfrig, hörte sie plötzlich helle Stimmen. Sie wusste gleich, dass waren Kinder, schließlich hatten, die Wassertropfen, die von der Erde als Dunst zu den Wolken aufstiegen waren, ihr und ihren Brüdern und Schwestern oft davon erzählt. Diese Kinder waren in Begleitung ihrer Mütter oder Väter. Sie hatten kleine Rucksäcke auf dem Rücken oder auch kleine Taschen umhängen. Der Schneeflocke gefielen die Stimmen so gut, dass sie unbedingt sehen wollte, wohin diese kleinen Menschen gingen. Sie bat den Wind er möge sie doch auf eine Mütze pusten. Der Wind gab ihr zu bedenken, dass Menschen in Gebäuden ihre Mützen absetzten und sie dann zu Wasser würde und nicht lange überleben könnte. Er machte ihr einen anderen Vorschlag, er kannte das Gebäude, zu dem die Kinder gebracht würden, die Menschen nennen es „Kindergarten“, so sagte der Wind. Es sei zwar ein Haus, habe aber sehr große Fenster und einen Garten, in dem die Kinder auch spielten. Dort würde er die Schneeflocke auf einen Strauch pusten, da habe sie einen guten Überblick. Sie könne den Kindern beim drinnen und draußen Spielen zu schauen.
Die Schneeflocke war einverstanden und schon ging die Reise los!
Es war nicht allzu weit und der Strauch, auf dessen Spitze der Wind die kleine Schneeflocke gepustet hatte, stand im Schatten einer Tanne. Der Wind war fürsorglich, er wollte ja nicht, dass die Sonne, die gerade ein paar Strahlen zur Erde sandte, das Leben der Schneeflocke beendete, bevor sie gesehen hatte, was die Kinder so alles spielten. So schaute sie in das Fenster gegenüber und sah, wie die Kinder jetzt ohne Mützen und dicke Jacken, in den Raum stürmten. Zwei junge Frauen betraten mit den Kindern diesen Raum. Die Kinder stellten sich im Kreis auf und sangen ein Lied. Es war der kleinen Schneeflocke ganz seltsam zumute, als sie hörte, wie die Kinder sangen: „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst Du geschneit, Du kommst aus den Wolken, Dein Weg ist so weit!“ Das hatte sie nicht erwartet, dass sie so begrüßt würde, hatte sie doch auch schon von den Wassertropfen gehört, dass die Menschen über den vielen Schnee schimpften!
Sie bat den Wind, er möge sie doch durch das geöffnete Fenster zu den Kindern pusten, aber der Wind mahnte sie, nicht so ungeduldig zu sein, die Kinder würden bald nach draußen kommen.
So war es schließlich auch!
Als die Sonne etwas kräftiger schien, liefen die Kinder, jetzt wieder warm angezogen, in den Garten. Einige hatten kleine Schaufeln dabei, mit denen sie im Schnee buddelten. Andere rollten den Schnee zu Bällen und bewarfen sich damit. Nachdem die Kinder so eine Weile getobt hatten, begannen einige ein Iglu zu bauen, da reichte der Schnee aber noch nicht, es wurde nur ein Schneehügel. Wieder andere bauten mit einer der jungen Frauen, die die Schneeflocke schon durch das Fenster gesehen hatte, einen Schneemann. Sie rollten einen ganz großen Ball auf der Wiese, dann einen etwas kleineren, setzten diesen auf den großen Ball, nun fehlte ein noch kleinerer Ball als Kopf. Auch dafür reichte der Schnee. Eine junge Frau holte aus der Küche eine Möhre als Nase, zwei dunkle Steine fanden sich unter dem Schnee, die wurden zu Augen und einige kleinere zum Mund. Dann wurde Reisig gesammelt, sodass der Schneemann noch einen schönen Besen bekam. Es war über die Arbeit Mittag geworden und die Kinder waren müde und hungrig. Sie gingen hinein und im Garten war es plötzlich ganz still. Die Sonne hatte sich hinter Wolken versteckt und es begann wieder ganz leicht zu schneien.
Auch die Schneeflocke hatte nun erst einmal genug gesehen, sie ließ sich von ihren Brüdern und Schwestern die jetzt vom Himmel rieselten erst einmal zu decken, denn auch sie war müde. Als sie wieder aufwachte, war es dunkel. Plötzlich hörte sie jemanden reden, es war der Schneemann! Er nahm seinen Besen und kehrte allen Schnee, den er erreichen konnte vor sich zusammen. Die Schneeflocke fragte ihn, was er da mache? Er sagte, er habe gern kühle Füße, und wenn Morgen die Sonne wieder raus käme, könne er seine kühlen Füße behalten. Bei den Menschen sei das anders, die brauchten warme Füße, aber er sei nun mal ein Schneemann und so könne er seine Lebenszeit etwas verlängern.
Auf einmal wurde es hell im Kindergarten, die kleine Schneeflocke staunte nicht schlecht, als sie plötzlich die Stofftiere aus der Kuschelecke mit den Puppen tanzen sah. Es gab ein Radio, das hatte ein Clown angemacht und er jonglierte zur Musik mit Bausteinen. Ein Bagger konnte nicht mehr still in seiner Ecke stehen, auch er drehte sich und hätte mit seinem Ausleger beinahe eine Puppe gestreift. Sie war empört, weil er ihr Kleid zerdrückt hätte, und sagte ihm, er solle sich in seine Ecke scheren, schließlich sei er ein Bagger und könne gar nicht tanzen, dafür sei er viel zu ungelenk! Der Bagger verzog sich schmollend in seine Ecke, der Bär brummte es sei doch nicht so schlimm, er sei ja auch nicht so beweglich wie die Puppe und überhaupt, die Hauptsache sei doch, sie hätten Spaß miteinander! So ging das die ganze Nacht! Die kleine Schneeflocke wurde gar nicht müde, dem Spielzeug zu zuschauen. Gegen Morgen war die Party dann vorbei und die Schneeflocke war schon ganz gespannt, was die Kinder denn am Tag spielen würden.
Leider wurde es plötzlich etwas wärmer und es begann zu regnen. Die Schneeflocke rutschte etwas tiefer in den Strauch, um nicht gleich wegzuschmelzen. So konnte sie sehen, wie die Kinder drinnen mit Bausteinen Türme und Häuser bauten, einige saßen in der Kuschelecke und spielten mit der Puppe und den Stofftieren. Als auch dieser Tag vorbei war, meinte der Wind zur Schneeflocke, es sei jetzt Zeit für sie zum Wassertropfen zu werden, denn nur so könne sie zu ihrer Wolke zurückkehren und beim nächsten Schneefall vielleicht wieder dabei sein. Die Schneeflocke überlegte noch, da hörte sie, wie auch der Schneemann sich verabschiedete. Da wurde ihr ganz warm und es war ihr plötzlich ein wenig schwindlig, als sie wieder zu sich kam, war sie wieder in ihrer Wolke angekommen und konnte jetzt den jungen Schneeflocken, die auf ihre erste Reise auf die Erde warteten, von ihren Erlebnissen erzählen.
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