Der Eifelverein Remagen war wieder unterwegs
Am See der Giganten
Remagen. Ganze 14 km ist der Wanderweg Wirftbachschleife lang und bietet doch ein höchst abwechslungsreiches Natur- und Landschaftsbild. Hatten die Remagener Eifelfreunde sich jedoch auf ein Stapfen durch Tiefschnee gefreut, wurden sie in dieser Hinsicht enttäuscht - alles war „im grünen Bereich“, selbst die höchsten Eifelberge. Von Kirmutscheid ging es zunächst auf dem Ordensritterweg zum bekannten Marien-Wallfahrtsort Barweiler. Die in der dortigen Kirche gezeigte Weihnachtskrippe gehört sicher zu den schönsten der ganzen Eifel, ist überörtlich aber kaum bekannt. Ihre künstlerisch wertvollen Figuren mit ausdrucksstarken Gesichtern, die Tiere, Gebäude, die Drei Könige in prächtig geschmücktem Samtornat - alles ist mit Liebe zum Detail großartig aufgebaut vor dem Hochaltar. Darin steckt sicher viel ehrenamtliches Engagement und macht jedem Betrachter Freude. Der Weg schwenkt von Barweiler nach Norden, hinauf zur kleinen Kapelle auf dem Hömmerich, der mit seinen 485 m in der Eifel nur Mittelmaß erreicht. Aber der Ausblick von dort nach Westen ist trotzdem atemberaubend frei, zumal an einem solch klaren Wintertag mit strahlender Sonne. Das Panorama reicht ganz links am Horizont vom Ernstberg (dem nach der Hohen Acht zweithöchsten Berg der ganzen Eifel) bis ganz nach rechts, wo unübersehbar trapezförmig der Aremberg grüßt. Weiter ging es hinab ins Wirftbachtal, wo unten die Barweilermühle zur Einkehr lockte. Die Mühle wurde 1811 erbaut und 1974 stillgelegt. Aber so ganz still ist es dort nie geworden, denn die Mühlenteiche gelten heute als Anglerparadies. Der Betreiber rühmt das Gewässer als „See der Giganten“, Forellen bis zu 10 kg, Karpfen 20 kg, Welse 60 kg und sogar Störe bis 75 kg seien schon gefangen worden. Glaubhaft gemacht wird das durch imponierende Fotos in der Gastwirtschaft. Auf wundersame Weise scheinen sich in den Teichen selbst die kapitalsten Fische so schnell zu vermehren, dass von weither angereiste Angler nach Erwerb teurer Angelscheine auf ein solches Petri Heil hoffen dürfen. Die Remagener Wanderer machten keinem Angler Konkurrenz und begnügten sich mit dem Bewundern der Fotos im Restaurant. Der Rückweg führte an der Dreimüllerhofmühle bei Wirft vorbei. Auch diese konnte einst zwei Tonnen Getreide täglich mahlen, bis sie trotz aller Modernisierungsversuche und sogar dem Anbau eines Sägewerkes 1967 stillgelegt werden musste.
Von dort war es nur noch ein kurzes Stück am Hang entlang zurück nach Kirmutscheid.
