Ein ganz besonderer Ehrentag im Seniorenheim “Haus Franziskus“ Oberwinter
Anneliese Schmidt feierte 100. Geburtstag
Oberwinter. Auf ein aufregendes, manchmal entbehrungsreiches, aber auch glückliches Stück Zeitgeschichte, in der sie von zwei Kindern, vier Enkeln, elf Urenkeln und einem Ururenkel begleitet wurde und wird, kann Anneliese Schmidt zurückblicken.
Anneliese Schmidt feierte am Sonntag, 11. Mai, ihren 100. Geburtstag im Seniorenheim „Haus Franziskus“ in Oberwinter. Zu den Gratulanten zählten neben der Familie unter anderem Einrichtungsleiterin Eva-Marie Schwerber, Pastor Michael Schankweiler-Schell und Ortsvorsteher Norbert Matthias.
Anna Luise Hedwig Sturm wurde am 11. Mai 1914 in Bonn geboren. Sie wuchs mit zwei Brüdern und einer Schwester auf. Da die Familie als Schneider arbeitete, übernahm Anneliese den Haushalt. Als junge Frau lernte sie ihren zukünftigen Mann Willy Georg Schmidt kennen. Willy Schmidt war aus beruflichen Gründen damals von Arzberg nach Bonn gezogen. Am 10. September 1936 gaben sich die Beiden das Ja-Wort. Am 8. Oktober 1938 erblickte das erste Kind, Tochter Hedwig, das Licht der Welt. Die Kriegszeit verbrachte Anneliese mit den Kindern in Arzberg. Gegen Ende des Krieges kehrten sie nach Bonn zurück, wo am 31. Januar 1944 der Sohn Hans-Peter geboren wurde.
Die Jubilarin wohnte mit den Kindern in Bonn-Duisdorf und wartete auf ihren Mann, bis er aus der Gefangenschaft zurückkehrte. Eine glückliche Zeit begann mit der Rückkehr ihres Mannes und dem Einzug in das Familienhaus in Bonn-Lessenich. Gemeinsam sorgten die Jubilarin und ihr Mann für den Wohlstand der Familie. Anneliese Schmidt arbeitete als Hausfrau und nebenbei in der Landwirtschaft, Willy als Mitarbeiter in einer Porzellanmanufaktur und zuletzt im Ministerium.
Als die Kinder erwachsen waren, genossen Anneliese und ihre Mann die Zweisamkeit und unternahmen gerne und regelmäßig Auslandsreisen, bevorzugt Italien und Spanien, am liebsten auf der Insel Mallorca. Der Garten war ihr größtes Hobby. Am 18. November 1983 verstarb Willy Schmidt und hinterließ eine große Lücke im Leben der Jubilarin. Den Verlust versuchte sie, mit ausgedehnten und täglichen Spaziergängen zu verarbeiten. Dies hielt sie so fit, dass sie sich noch bis fast zum 95. Lebensjahr selbstständig versorgen konnte. Erst seit dem 18. Dezember 2009 wird sie im Seniorenheim „Haus Franziskus“ liebevoll umsorgt.
