„De Familich“ trumpfte in kleiner Besetzung ganz groß auf
Das rheinische Leben zelebriert
„Remagen-Song“ für Remagens Hunde kam gut an
Remagen. „Ja eigentlich kommen wir wegen der tollen Atmosphäre so gerne aus Köln nach Remagen in die Kulturwerkstatt“, erläuterte Frontman Wolfgang Anton direkt am Anfang ihres „Balladen-Vortrages“. Denn Karnevalslieder spielt „De Familich“ nicht. Die rheinische Künstlertruppe aus der Domstadt zelebriert eben das rheinische Leben, so direkt aus dem Alltag - dicht bei den Menschen. In Kleinstbesetzung mussten sie auftreten, Schlagzeuger und Bassist fehlten krankheitsbedingt. Und Soundcheck gab es auch nicht. Da ging es dann auch erst gar nicht auf die Bühne, sondern direkt ins Publikum, zwischen den Menschen auf Barhockern, das lieben die Kölner Künstler - das Publikum auch. Soundcheck brauchen die drei Gittarristen Anton, Josef Loup und Gregor Salminkeit auch gar nicht. Die Lautsprecherstele aufgebaut, Stecker in die Steckdose, Mikrofone angeschlossen, und schon geht es los, wie einst in der Kneipenzeit „Rädda dädda däp“ etc. Das Trio hatte aber in Remagen einen besonderen Eisbrecher dabei. Von der sonntäglichen Wanderung über die Rheinpromenaden in Köln und in Remagen kennen sie die Problematik: Hinterlassenschaften der besten Freunde des Menschen, die diese trotz Tütenbehälter ungerne aufsammeln. Da gab es dann beim „Remagen-Song“ den ersten heftigen Applaus. Überhaupt, Gemeinsamkeit ist bei de „Familich“ gefragt. Das Publikum wird immer wieder animiert mitzusingen. Das lässt sich dann auch nicht lange bitten. Denn wer kennt sie nicht, die Lieder aus der Feder von Anton. Titel wie „Sonn us de Fott“ oder „Hanna met Henna en de Hoore“ sind längst zu Gassenhauern geworden. Da gingen die Freunde der „Kölschen Mundart“ gemeinsam „Durch dick un dünn“. Ja gut, „En unserem Veedel“, auch aus der Feder von Anton, ist natürlich ein Muss, und die richtige sentimentale Stimmung kommt auf, wenn die Jungs aus der Domstadt dann auch noch A-capella leise Lieder aus Köln zelebrieren. Und es macht ihnen Spaß: Ein Kölsch, eine Wurst mit Kartoffelsalat in der Pause und das Wort Zugabe bekommt am Ende eine völlig neue Bedeutung. So ein halbes Stündchen wird eben dran gehangen. Das Publikum freut es. Es wird mitgesungen und geschunkelt. Auch die lockeren Sprüche von Wolfgang Anton sorgten für einen wunderbaren Abend mit „De Familich“ in der „Kulturwerkstatt“. Am 25. April heißt es dann, lachen in der Kulturwerkstatt. Der Kabarettist Peter Vollmer präsentiert sein Programm: „Frauen verblühen, Männer verduften“.
